Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Line in den USA

Mein zweiter Monat

Hey!

How are you doing today?

 

 Mit diesem Satz werde ich jeden Tag von meinen Lehrern gegrüßt. Ich liebe es. Eine freundliche Geste, die dir schon irgendwie den Tag verschönert, denn ganz plötzlich merkst du, wie du anfängst mit einem Lächeln unter der Maske den Unterricht zu betreten. Es sind die kleinen Sachen, die einem manchmal den Tag retten oder ihn noch besser machen. 

Doch was habe ich diesen Monat erlebt? Ziemlich viel würde ich sagen: 

Es stand eigentlich Homecoming an. DAS Event schlechthin, an einer High School...aber SURPRISE! Es fiel aus. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich war nicht enttäuscht. Aber hey! Mach das beste draus, und das haben meine Gastschwester und ich auch gemacht. Um 10 Uhr nachts ging es nämlich mit meinen Hostparents und einem Enkel von ihnen ins Haunted House. Nach ca. einer Stunde, voller schreien, rennen, lachen und gruseln, sind wir zum Glück lebendig wieder rausgekommen. Unsere Hände waren nass (da meine Gastschwester und ich uns die ganze Zeit umklammert hatten) und unsere Hälse taten vom vielen schreien weh, aber wir wollten gleich nochmal rein. Die nächsten Tage war ich ungelogen heiser. Es war auf jeden Fall eine super Nacht. Zwar nicht in einem schönen Homecoming Kleid, aber ein Hoodie macht es auch. 

Ein paar Wochen später stand Halloween vor der Tür. Neben Kürbisse schnitzen und Horrorfilme gucken, machten wir uns für das Trick or Treating bereit. Wir packten die Tüten mit Naschi für die Nachbarskinder, um diese dann an Halloween verteilen zu können. Dabei wurde getanzt und gesungen, was mittlerweile sehr üblich für meine Gastschwester und mich ist. An Halloween verkleideten meine Gastschwester und ich uns mit unseren Purge-Masken und bauten den Tisch mit Süßigkeiten auf. Es kamen viele Kinder vorbei und ich habe es geliebt, die Verkleidungen zu sehen und auch die Nachbarn kennenzulernen. Immer wenn wir nun von der Schule nach Hause laufen, werden wir von irgendeinem Nachbarn gegrüßt, was schon echt ein tolles Gefühl ist. 

Am Sonntag nach Halloween hat es geschneit. Der Schnee ist zwar nicht liegen geblieben, aber trotzdem konnten es meine Gastschwester und ich nicht lassen, rumzurennen und mit den Schneeflocken zu tanzen. Leider blieb es nicht so kalt. Eine Woche später hatten wir 24 Grad. So langsam finde ich, kann der Winter echt kommen. Aber laut meinen Gasteltern, wird er das. Ich kann es kaum erwarten. :)

Wie sieht mein Alltag mittlerweile aus? Hat er sich geändert? Ja und nein. Meine Schule geht jetzt für 2 Wochen online. Als ich das hörte, dachte ich “oh nein”. Ich war um ehrlich zu sein richtig sauer, da ich mich fragte, was ich denn jetzt hier machen soll. Aber im nächsten Moment dachte ich: “Hey! Versau dir das jetzt bitte nicht selbst.” Ich habe auf mich gehört und mache nun jeden Tag wie gewohnt meine Schulaufgaben und übe danach fürs Cheerleading. Ich habe mich nämlich für die Try Outs beworben, die in wenigen Tagen stattfinden werden. Nein, ich bin keine Turnerin und nein, ich kann keinen Spagat oder Sprünge, aber genau das werde ich jetzt lernen müssen und ich hoffe wirklich, dass ich mir nichts breche. Aber ich habe ein Ziel: Ins Team zu kommen. Drückt mir die Daumen!

Das wäre jetzt zwar ein gutes Ende, aber ich möchte euch noch von einem Ereignis erzählen, was vielleicht sogar (bis jetzt!) das schönste in meinem Auslandsjahr war.
Es war gestern. Wir waren bei Costco einkaufen und als wir rauskamen und zum Auto laufen wollten, hat es richtig doll geregnet. Meine Gastmutter blieb stehen und sagte, unser Gastvater solle das Auto holen, während wir hier warten. Meine Gastschwester und ich haben nur den Kopf geschüttelt und sind dann auf den Parkplatz gerannt. Unser Gastvater lief zum Auto, während wir ihm hüpfend, singend und tanzend im strömenden Regen gefolgt sind. Da war ich also. Hüpfend, singend und tanzend im Regen, mit meiner Gastschwester aus Barcelona, auf einem amerikanisches Parkplatz in Michigan. Danach saßen wir klitschnass und lachend im Auto. Für viele mag es vielleicht nicht besonders klingen. Für mich war es das aber und ich glaube, an diesen Moment werde ich mich nach meinem Auslandsjahr ganz oft erinnern.

Ich habe leider keine Videos oder Bilder davon. Wahrscheinlich wären das verdammt coole Aufnahmen geworden. I don’t care. Ich glaube dieser Satz, steht in fast jedem Auslandsbuch oder ist in jedem Pinterest “Travel” Ordner:

“Fill your life with adventures, not things. Have stories to tell, not stuff to show.”

Hätten wir Bilder gemacht, wäre dieser Moment einfach zerstört gewesen. Man hätte darauf geachtet, wie man aussieht und es hätte irgendwie gefaked gewirkt.

Und dies ist nun ein Tipp für alle zukünftigen Austauschschüler: Ja, man will Bilder machen, man will jeden kleinen Moment festhalten, um sich immer daran zu erinnern und es auf Instagram zu posten oder anderen zeigen zu können. Und ja, ich bin definitiv auch so. Aber behaltet ein paar Momente einfach für euch. Denkt nicht an Andere oder wie cool die Bilder jetzt aussehen könnten. Nehmt euch Zeit für euch und genießt es einfach. 

See you in a few weeks! (Und vergesst nicht, mir die Daumen für die Try Outs zu drücken!!!)

PS: Falls ihr irgendwelche Fragen habt, schreibt mir gerne via Instagram: mommsenline