Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura in den USA

Von Nordlichtern und Elchen

Was fällt einem ein, wenn man diese Worte in Zusammenhang mit einer Auslandsorganisation hört? Vielleicht lässt es sich schon vermuten; Ich habe meine Zeit im Ausland im nördlichsten und zugleich größten Staat der Vereinigten Staaten von Amerika verbracht. Alaska. 

Puh, Alaska, da staunte ich auch erst einmal nicht schlecht, als ich die E-Mail von DFSR erhielt, in denen die Informationen über meine Gastfamilie waren. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber am wenigsten mit Alaska als Platzierungsort. War das wirklich das, wofür ich mich entschieden hatte, als ich den Entschluss traf, für fünf Monate, also ein halbes Schuljahr, in die USA zu gehen? Viele von uns denken dabei vermutlich erstmal an sonnige Strände in Kalifornien oder Florida, an wilde Shoppingtouren in New York und an Cowboys in Texas. Doch Alaska, daran denken die wenigsten, wenn sie „USA“ hören. Ich saß also erstmal einige Minuten ziemlich perplex da, bevor ich mich entschloss, mal die Wetterverhältnisse in Erfahrung zu bringen, bevor ich mir ein Urteil erlaubte. Doch Google Weather machte die Situation nicht viel besser, bis zu -30° Celsius sollten es im Dezember werden, im Städtchen Fairbanks, wo ich leben und zur Schule gehen sollte. 

Nun hatte ich also den Salat. Alaska sollte es sein, ob mir das in dem Moment gefiel oder nicht. Entschlossen warf ich einen Blick in meinen Kleiderschrank, überfüllt mit Kurzarmshirts und Sommerklamotten. Ich war nie ein großer Freund des Winters gewesen, ab November pflegte ich, meine Zeit meist drinnen im Warmen zu verbringen. Ein paar neue Outfits müssten also auch noch her, bevor ich meine große Reise antrat.


Nachdem ich meiner Familie von dieser (damals noch unheilvollen wirkenden) Nachricht erzählt ha
tte, und sie mir versicherten, dass es sicher toll werden würde (was sich später als die Wahrheit herausstellte) und es bestimmt nicht so kalt werden würde (was eine glatte Lüge war), schrieb ich meiner Gastmutter eine E-Mail. Schnell tauschten wir Facebookdaten aus, und sie lud sich Whatsapp (was in den Staaten eher unbekannt ist!) herunter. Von diesem Tag an, ich hatte meine Gastfamilie im Mai bekommen und im August war mein Abflug, schrieben wir täglich miteinander und telefonierten auch einige Male. 


An
fang August ging meine Reise los. Und wollt ihr wissen, wie ich doch noch zu meinen wilden Shoppingtouren in New York kam? 
Das Soft Landing Camp in New York ist eine tolle Sache! 😊 Fünf Tage wurden wir auf unser großes Abenteuer vorbereitet und schon dort knüpfte ich erste internationale Freundschaften. 


Als ich dann in Fairbanks ankam, war das Wetter dem deutschen Wetter noch sehr ähnlich. Ab Mitte September wurde es aber deutlich kälter und im Oktober hatten wir den ersten Schnee. Doch auch die eher außergewöhnlichen Wetterverhältnisse stellten kein Hindernis für eine absolut großartige Auslandserfahrung dar. Meine Gastfamilie, ein sehr junges Ehepaar ohne Kinder, war ein absoluter Jackpot, wir verstanden uns super! Meine High School war ebenfalls toll, und genauso amerikanisch, wie ich es mir erhofft hatte! 


Im September kam ich auch in den Genuss, das erste Mal in meinem Leben Nordlichter zu sehen. Ein unglaubliches Naturspektakel! Und wie viele Austauschschüler können schon sagen, dass sie fast täglich
Nordlichter vor ihrer Haustür beobachten konnten oder dass Elche gemütlich durch die Straßen stolzierten?





Was ich euch heute mitgeben möchte, ist etwas, was ich auch gerne gewusst hätte, nachdem ich erfuhr, dass ich in Alaska platziert bin. Es ist vollkommen irrelevant, welche äußeren Umstände gegeben sind. Staat, Wetter, Stadtgröße, all das ist nebensächlich. Ihr habt den Ausgang eures „Abenteuers Ausland“ selbst in der Hand! Ihr könnt selbst entscheiden, was ihr aus dieser Zeit macht. Bitte, bitte, bitte seid nicht zu voreingenommen, auch wenn eure Platzierung vorerst ungewöhnlich erscheinen mag. Ich hätte mir meine Zeit nicht besser erträumen können. Mein Auslandshalbjahr war perfekt! Ich habe wundervolle Menschen kennen und lieben gelernt und die schönsten Monate meines Lebens gehabt. 

Vielleicht ist es bei euch nicht Alaska (und wenn doch, Glückwunsch zu diesem Lotteriegewinn!), aber eventuell ist eure Platzierung ja auch ungewöhnlich oder anders als ihr angenommen habt. Seid offen und neugierig. Ich bin mir sicher, auch ihr werdet eine umwerfende Zeit haben.