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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Kiara in den USA

Ein Zimmer für zwei

 

Wie es ist, sich das Zimmer mit der Gastschwester zu teilen

Als ich im Mai 2019 meine Gastfamilie bekam war ich überglücklich. Es gab nur einen „Haken“ an der Sache. In der E-Mail stand, dass ich mir das Zimmer mit meiner 12 Jahre alten Gastschwester teilen werde. Trotzdem entschloss ich mich dazu, bei dieser Gastfamilie zu leben, hatte allerdings jede Menge Fragen und niemanden, der sie mir so richtig beantworten konnte. Darum werde ich versuchen in diesem Artikel etwas näher zu beschreiben, wie es für mich war mir das Zimmer mit meiner Gastschwester zu teilen.

Ich hatte mir noch nie zuvor über längere Zeit ein Zimmer geteilt, weshalb ich keinerlei Vorstellung davon hatte, wie es werden würde. Zu Beginn war es ein sehr komisches Gefühl. Ich wusste nicht genau welche Möbelstücke und Plätze im Zimmer ich benutzen durfte und konnte auch meine Gastschwester noch nicht richtig einschätzen. Daher war es schwer für mich herauszufinden, ob sie gerade Ruhe in ihrem Zimmer haben wollte oder ob es in Ordnung war, wenn ich da war. Ich hatte immer den Hintergedanken, dass ich sie auf keinen Fall stören wollte. Doch diese Gedanken legten sich mit der Zeit. Mir wurde erklärt welche Möbelstücke ich benutzen durfte um meine Kleidung, Schulsachen und anderen persönlichen Gegenstände unterzubringen und meine Gastmutter machte sich sehr viel Mühe, den Bereich meines Bettes mit mir so persönlich wie möglich zu gestalten. Trotzdem war das Zimmer natürlich sehr kindlich eingerichtet, was aber nicht weiter schlimm war. Auch der Hintergedanke, ob meine Anwesenheit meine Gastschwester gerade stört, hat sich mit der Zeit gelegt. Mir hat es dabei sehr geholfen mir immer wieder bewusst zu machen, dass meine Gastschwester vor meiner Ankunft eingewilligt hat sich das Zimmer mit mir zu teilen. Außerdem haben wir beide meist nur abends Zeit im Zimmer verbracht so dass kaum Situationen entstanden sind, in denen die andere Person gerne allein gewesen. Es gab aber auch viele Wochenenden, an denen meine Gastschwester bei Freunden übernachtet hat, wodurch ich dann doch auch mal Zeit für mich allein bekommen habe. Wenn man ein bisschen auf die andere Person und ihre Gefühle achtet, ist auch das also kein Problem. Eine andere Sache, bei der es etwas länger gedauert hat, bis ich mich damit arrangieren konnte, war das zu Bett gehen. Unter der Woche wurde meine Gastschwester um 21:30h ins Bett geschickt, während ich noch länger wach geblieben bin. Jedoch war das Licht im Zimmer dann aus und ich wollte so wenig Geräusche wie möglich machen, um sie nicht zu wecken. Meistens war ich dann einfach am Handy oder bin zu meinen Gasteltern gegangen, um mit ihnen Fernseher zu schauen. Trotzdem war das die Sache, die mich wohl am meisten gestört hat. Mit der Zeit habe ich mich aber auch daran gewöhnt. Abgesehen von solchen Kleinigkeiten habe ich es sehr genossen mein Zimmer zu teilen und es hat mich auf jeden Fall näher mit meiner Gastschwester zusammengebracht. Wir haben viele lustige Momente zusammen erlebt und hatten eine sehr gute Zeit zusammen. Während meines Auslandsjahres hatte ich mich so sehr daran gewöhnt ein Zimmer zu teilen, dass es, als ich im April zurückkam, ein sehr komisches Gefühl war wieder allein in meinem Zimmer zu schlafen. Ich habe in der Situation gelernt, viel minimalistischer und rücksichtsvoller zu leben und mich mit Dingen zu arrangieren, wenn ich sie in dem Moment nicht ändern kann, statt mich darüber zu ärgern. Auch meine Geduld und meine Anpassungsfähigkeit haben sich dadurch sehr verbessert.

Ich lege jedem Austauschschüler, der sich ein Zimmer mit einem seiner Gastgeschwister teilen soll ans Herz, die Gastfamilie trotzdem anzunehmen. Es ist definitiv eine Umstellung, aber man kann aus der Situation unglaublich viel lernen und hat zudem noch jede Menge Spaß mit der Person, mit der man sich das Zimmer teilt.