Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Maike in Schweden

Meine ersten zwei Monate

Ich bin jetzt schon zwei Monate hier, aber die Zeit ist so schnell rumgegangen. Nur noch acht Monate... Für die meisten klingt das wahrscheinlich komisch, aber acht Monate kommen mir jetzt nicht wie eine superlange Zeit vor, auf jeden Fall nicht, wenn der Rest genauso schnell vergeht. Ich hab hier jetzt schon so viel erlebt, so viel neues kennengelernt und mich schon an mein Leben hier gewöhnt.

Vielleicht sollte ich mich aber erstmal vorstellen:
Mein Name ist Maike und ich bin 16 Jahre alt. In Deutschland komme ich aus der Nähe von Düsseldorf und hier wohne ich in Köping, einer kleinen Stadt ca. 150 km westlich von Stockholm. Ich besuche hier die dritte Klasse eines Gymnasiums, was der 12. Klasse in Deutschland gleichzusetzen ist. Momentan lebe ich bei einer Welcome Family, die aus einer Gastmutter, einem Gastvater, einer Gastschwester (5) und einem Gastbruder (15) besteht. Zwei Katzen gibt es auch noch.



Mit meiner jetzigen Gastfamilie mache ich immer super viel am Wochenende: Direkt in meiner ersten Woche waren wir im Ferienhaus am See. Typisch schwedisch halt. Mit dem Boot sind wir dann auch über den See gefahren und ich und meine Gastmutter waren sogar darin schwimmen. Danach gab's dann Zimtschnecken, die hier wirklich besser schmecken als in Deutschland. Am Wochenende danach hat meine Gastmutter mit einer Freundin an einem Lauf durch Stockholm teilgenommem. Danach haben wir die Gelegenheit genutzt, um durch die Stockholmer Innenstadt zu laufen, was auch total schön war. 



Meine ersten Wochen in der Schule waren trotzdem sehr anstrengend. Ich hab natürlich nichts verstanden und saß deshalb im Unterricht nur rum und habe mir Aufgabenstellungen übersetzt. Nachmittags war ich dann in den ersten Tagen immer super müde und wollte nur noch schlafen. Naja, mit der Zeit hat sich das dann auch einigermaßen gelegt. 

Die Schule hier ist ganz anders als in Deutschland. Nach der neunten Klasse kann man auf ein Gymnasium wechseln, wo man dann ein Programm wählt. An meiner Schule gibt es 13 verschiedene Programme, wie zum Beispiel ein Technikprogramm oder ein gesellschaftswissenschaftliches Programm. Ich war am Anfang im naturwissenschaftlichen Programm, habe aber vor ein paar Wochen ins Ökonomieprogramm gewechselt. Jetzt habe ich Fächer die mir besser gefallen, wie zum Beispiel Psychologie oder ein Fach in dem wir unsere eigene Firma leiten. Allerdings habe ich viel weniger Fächer als in Deutschland, um genau zu sein nur sieben. Am Anfang dachte ich, dass das etwas langweilig werden könnte, aber es geht echt gut. Ich merke hier außerdem, dass die Schüler motivierter sind, weil sie natürlich hauptsächlich Fächer haben, die ihren Interessen entsprechen. Klar, die Schüler hier sind auch mal gelangweilt, aber in der Regel arbeiten hier alle motiviert mit. Ich kann dem Unterricht bis jetzt leider nur schwer folgen, obwohl ich schon viel mehr verstehe als vor einem Monat. Wenn es dann doch mal ganz gut klappt, freue ich mich dafür umso mehr.

Da ich fast keine Hausaufgaben aufhabe, brauche ich natürlich eine andere Freizeitbeschäftigung, deswegen habe ich angefangen Basketball und Floorball zu spielen (Ich habe mir sagen lassen, dass Floorball eine typisch schwedische Sportart ist). Eine meiner anderen Lieblingsbeschäftigungen ist es geworden, alleine einkaufen zu gehen. Ja ich weiß, das hört sich komisch an, aber es ist wirklich entspannend. Mal sehen was ich hier in Zukunft noch mache, denn bisher kenne ich leider noch niemanden gut genug, um in meiner Freizeit was mit der Person zu unternehmen. Generell muss ich sagen, dass die Schweden anfangs sehr zurückhaltend sind, was es schwer macht, mehr über Leute rauszufinden. Trotzdem sind alle sehr nett, nur kann man hier nicht erwarten, schon nach zwei Wochen Freunde gefunden zu haben ;)

Ansonsten habe ich mich aber schon echt gut eingelebt. Vor dem Auslandsjahr dachte ich, es könnte sehr lange dauern bevor ich mich in einem komplett anderen Land wohlfühlen kann, aber schon nach zwei oder drei Wochen hatte ich mich an das meiste gewöhnt und hab mich auch überall unglaublich wohl gefühlt.