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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura in den USA

Der erste Schultag in den USA

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich einige Erfahrungen von meinem ersten Schultag in den USA teilen. Auch ich selbst war sehr aufgeregt und gespannt, was mich erwarten würde. Nun möchte ich die Impressionen und Erlebnisse an euch weitergeben. Viel Spaß beim Lesen!

Mein erster Schultag war eigentlich gar nicht mein „richtiger“ erster Schultag. Es war der sogenannte „Student Ignition Day“, ein Tag für alle Freshmen (welche von anderen Schulen auf die High School kamen) und neuen Schüler. Da im Ort, in dem ich lebte, eine Army-Base war, gab es regelmäßig neue Schüler, da Army-Familien mit ihren Kindern oft umziehen.

An diesem Tag diente alles der Orientierung: Wichtige Orte wie Mensa, Sporthalle und Bibliothek wurden gezeigt und die „wichtigen“ Personen wie Schulleitung, Krankenschwester und Trainer sämtlicher Sportclubs stellten sich vor. Dann bekamen wir alle eine „Student ID“, eine sechsstellige Nummer, mit der wir Bücher ausleihen konnten. Außerdem bekamen wir alle unsere individuellen Stundenpläne. Meine Fächer waren: Weltgeschichte, Mathe, Gesundheitswesen, Yoga, Alaskanische Zoologie und Englisch. Diese hatte ich schon einige Tage vorher, während noch Ferien waren, doch die Schule schon offen hatte, mit meinem Counselor gewählt, so etwas wie eine Vertrauensperson, zu dem man sowohl mit innerschulischen als auch privaten Probleme gehen konnte. An meiner Schule gab es vier Counselors und diesen wurden gleich viele Schüler zugewiesen (dabei kam es auf den ersten Buchstaben des Nachnamens an, bspw. hatte Counselor 1 alle Schüler mit den Nachnamen beginnend mit A-F usw.).

In der Bibliothek spielten wir anschließend noch einige Kennenlernspiele, damit man ersten Anschluss fand. Auch wenn ich an diesem Tag nette Menschen kennenlernte, meine „wirklichen“ Freunde fand ich erst später, im normalen Schulalltag. Zur Mittagspause gab es gratis Hotdogs, Cookies und Chips für alle. Ein gesunder Start ins High School- Leben! Danach hatten wir jeweils Zeit, um unsere Lehrer und die Räume kennenzulernen, denn wir verbrachten 10 Minuten in jedem Kurs, um die Wege und auch einige Kursmitstreiter zu finden. Einige Lehrer gaben uns schon einmal einen kurzen Überblick, welche Inhalte uns erwarten würden, andere sahen das lockerer und hatten Süßigkeiten auf den Tischen ausgelegt und Filme laufen lassen. Gegen 12 Uhr durften wir nach Hause gehen und der normale Schulbetrieb würde am nächsten Tag beginnen. Alles in Allem kann ich sagen, dass dieser Tag sehr hilfreich für mich war, besonders dafür, mich im Gebäude zurechtzufinden, da die Zeit, die man zwischen seinen Kursen hat, um die Räume zu wechseln, immer recht kurz ist und ich mich selbst mit dem Einführungstag noch einige Male verlaufen habe.




Nun lasst uns aber zum ver
mutlich spannenderen Teil kommen: Der „richtige“ erste Schultag mit allen Schülern!
Gut 45 Minuten vor Beginn der ersten Stunde kam mein Bus und anders als in Deutschland musste ich keine Fahrkarte haben oder vorzeigen. Der Weg zur Schule war recht kurz, maximal 10 Minuten (im Winter, bei schlechten Wetterverhältnissen; im Sommer waren es vermutlich nur 5). Dies verschaffte mir eine Menge Zeit in der Schule vor meinem ersten Unterricht. Diese brauchte ich auch, denn es war definitiv kein Leichtes, mein Schließfach aufzubekommen! Doch nachdem auch diese Hürde geschafft war und ich mir noch einen Riegel aus einem der unzähligen Süßigkeitenautomaten gegönnt hatte, machte ich mich auf den Weg zur ersten Stunde. Ich war froh, pünktlich zu sein, denn zu spät gekommenen Schülern wurden sogenannte „Tardys“, Verspätungen, aufgeschrieben, die im Zeugnis neben den Fehlstunden auftauchen.

Der Unterricht ging dann auch recht schnell los und entgegen meiner Erwartungen machten wir keine „Vorstellungsrunde“ oder ein Kennenlernspiel, wie es hier in Deutschland recht üblich ist. Wir stiegen direkt ins Thema ein. Genauso lief es eigentlich in allen meinen Kursen. Einige Lehrer gaben uns ein Übersichtsblatt über die Kursinhalte, einen sogenannten „Syllabus“. Doch auf das Kennenlernen untereinander wurde keinen großen Wert gelegt. Ich vermute, das hat damit zu tun, dass bei sechs (immer wieder nach dem Halbjahr wechselnden) Kursen pro Schüler einfach keine große „Bindungsarbeit“ (hier in Deutschland mit dem Klassensystem) geleistet werden muss oder soll, da sich jeder seine Freunde sucht und man sich in sechs Kursen á 25 Leuten (150 Menschen) eh nicht jeden Namen merken kann oder will.

Nach drei Stunden Unterricht durften wir in die Mittagspause, die eine halbe Stunde betrug. Dafür begab ich mich in die Mensa und fragte freundlich, ob ich mich neben zwei Mädchen setzen darf, welche dies bejahten und ganz aufgeregt nach meinem Akzent und meiner Herkunft fragten. Also, seid nur offen und geht auf die Leute zu, denn in den allermeisten Fällen trifft man auf freundliche Amerikaner und findet schnell Anschluss. Nach dem stärkenden Mittagslunch ging es zu meinen weiteren drei Stunden, die alle ähnlich abliefen. In den meisten meiner Kurse waren immer sofort freundliche Mitschüler, die mich ansprachen und mit denen ich ins Gespräch kam. Die Angst und Aufregung vor dem ersten Schultag waren also vollkommen unbegründet. Nach der letzten Stunde hatte ich ca. fünf Minuten bis zur Abfahrt meines Busses, ergo musste ich mich ziemlich beeilen. Die Busse hatten nicht wie in Deutschland elektrische Anzeigen, sondern kleine, nummerierte Blätter waren an den Scheiben des Busses angeklebt, welche ich zunächst übersah. Als ich meinen richtigen Bus dann endlich gefunden hatte, welcher übrigens eine andere Nummer hatte als mein Bus zur Schule hin, ging es auch schon wieder nach Hause. Der Tag verging wie im Flug und voller freudiger Erwartung schlief ich abends ein. Habt keine Angst, der erste Schultag ist etwas wahnsinnig Aufregendes und Spannendes. Ein bisschen Nervosität ist sicher normal, doch man sollte sich nicht zu verrückt machen. ;-)