Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura in den USA

Top 10 Gründe für ein Auslandsjahr

Heute werde ich meine „Top 10“ Gründe für ein Auslandsjahr vorstellen. Einige davon waren mir schon vor Beginn meines Auslandsjahres bewusst, doch einige erkenne ich auch erst rückblickend beziehungsweise erkannte ich während meiner Zeit im Ausland. Viel Spaß beim Lesen!

 

1. Neue Kulturen kennenlernen

Dies ist wohl der offensichtlichste Grund. Sobald man seine Füße auf den Boden eines anderen Landes setzt, lernt man automatisch die Kultur des jeweiligen Landes kennen. Während eines Auslandsaufenthaltes ist dies natürlich sehr extrem, da man sich über einen relativ langen Zeitraum im jeweiligen Land aufhält und vollständig in den Alltag integriert wird. Man hat die Gelegenheit, viele Menschen und Traditionen „hautnah“ zu erleben. So bekommt man einen umfangreichen Eindruck der ausländischen Kultur. Das Allgemeinwissen wird an vielen Stellen verbessert, und einem wird vor allem bewusst, wie unterschiedlich die eigene Kultur und die Kultur im Ausland sein können! Im Nachhinein wird man merken, dass sich nun beides im Leben des Austauschschülers überschneidet. :-)

 

2. Die Selbstständigkeit wird enorm verbessert

Im Ausland ist man (gerade am Anfang) ziemlich auf sich allein gestellt. Familie, Freunde und Gewohnheiten werden zurück im Heimatland gelassen. Es ist gut möglich, dass die Gastmutter morgens nicht aufsteht, um Schulbrote zu schmieren, selbst wenn Mami daheim das doch immer gemacht hat. Man lernt, selbstständiger zu leben und zu handeln. Und das ist in allen Bereichen des Lebens nützlich. Außerdem freut sich Mami daheim sicher, wenn sie nach dem Auslandsjahr morgens nicht mehr aufstehen muss, um Schulbrote vorzubereiten, weil ihr das nun selbst tut!

 

3. Internationale Familie und Freundschaften

Während der Zeit im Ausland lernt man viele Menschen kennen, man findet Freunde und der Draht zur Gastfamilie wird immer stärker. Jeden Tag sieht man die Mitglieder der Gastfamilie sowie Freunde in der High School. Sobald sich das Auslandsjahr dem Ende zuneigt, wird man feststellen, wie sehr diese Menschen einem tatsächlich ans Herz gewachsen sind. Spoiler: Der Abschied wird höchstwahrscheinlich tränenreich. Mit einem Auslandsjahr gewinnt man Familie und Freunde fürs Leben. Das ist schlicht und ergreifend unbezahlbar.

 

4. Etwas „Neues“ sehen / Dem gewohnten Alltag entfliehen

Ich bin mir sicher, jeder der das hier gerade liest, hat tägliche Gewohnheiten und einen ziemlich eingespielten Alltag. Ab dem ersten Tag im Ausland wird dieser Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Alles und jeder ist neu und aufregend. Sicherlich stellen sich nach einer gewissen Zeit auch im Ausland eine gewisse Routine und ein Alltag ein, doch man stellt fest, dass es selbst nach Monaten noch so vieles zu entdecken gibt. Es mag klischeehaft klingen, doch ich finde, mein Auslandsjahr war einfach unglaublich aufregend, und mir hat es viel Spaß gemacht, mein ganzes alltägliches Leben neu zu entdecken!

 

5. Deutsche Kultur ins Ausland bringen

Ein Auslandsjahr bedeutet nicht nur, dass man die Kultur des Auslandes kennenlernt, sondern man trägt quasi auch die eigene mit im Koffer, sobald man ins Flugzeug steigt. Ich kann zwar nur über die USA sprechen, aber dort habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen nicht wirklich viel über Deutschland wissen, oder sogar falsches Wissen haben! Es bereitete mir viel Freude, sich mit den Amerikanern über meine Heimat zu unterhalten, ihnen Bilder zu zeigen, oder ein paar Worte Deutsch beizubringen. Gemeinsam haben wir Brötchen gebacken (etwas, das es in den USA nicht wirklich gibt!) und „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt. Am Ende waren einige deutsche Traditionen im Alltag meiner Gastfamilie verankert und sie kann es kaum erwarten, mich bald zu besuchen.

 

6. Das Heimatland und die Heimatkultur zu schätzen lernen

Ich für meinen Teil war nie ein großer Freund meiner Heimat. Ich fand Deutschland immer ein wenig langweilig. Ich hatte das Gefühl, so viele Länder sind „cooler“ als Deutschland. Doch erst, wenn man auf gewisse Dinge verzichten muss, lernt man, sie wirklich zu schätzen. Man sieht, dass das Heimatland gar nicht so schlecht ist, wie man vielleicht immer glaubte. Man lernt Kleinigkeiten, aber auch größere Dinge, wirklich zu schätzen und zu lieben. Ein weiterer Punkt ist, dass, gerade die Menschen im Ausland, die sich vielleicht schon näher mit dem Heimatland beschäftigt haben, uns eine neue Sichtweise auf unsere eigene Heimat geben könnte. Einem werden Vorteile klar, an die man vorher gar nicht gedacht hat! Beispielsweise lernte ich während meiner Zeit in Amerika das deutsche Gesundheitssystem sehr zu schätzen, obwohl ich mich mit diesem Thema vorher eher weniger befasst hatte.

 

7. Verbesserung der Sprache

Ein weiterer sehr offensichtlicher Punkt, doch mein Englisch hat sich einfach enorm verbessert. Und dies merke ich im Alltag sehr stark. Natürlich fällt einem der Englischunterricht in der Schule leichter und das spiegelt sich auch in den Noten wieder, doch ich schaue jetzt auch viele Serien und Filme in Originalfassung. Meine aktuellen „Lieblingsyoutuber“ sind fast alle englischsprachig, und meine Ergebnisse von Internetrecherchen sind auch wesentlich besser geworden, seitdem ich englischsprachige Quellen genauso miteinbeziehen kann, wie deutschsprachige. Für zukünftige Reisen sind gute Englischkenntnisse natürlich auch von Vorteil.

 

8. Die eigenen Grenzen austesten und erweitern

Es ist wahr, das Leben besteht nicht nur aus Einhörnern und Zuckerwatte, auch im Ausland nicht. Man kommt an seine Grenzen, weil Probleme nicht immer so einfach zu lösen sind, wie gewohnt. Es kann vorkommen, dass man sich teilweise alleine fühlt. Doch man lernt, wie belastbar man tatsächlich ist, und man wird merken, was man alles schaffen kann. Nun bin ich wieder zurück in Deutschland, und wenn ich mich in einer verzwickten Situation befinde, denke ich oft daran zurück, dass ich es geschafft habe, mir ein komplettes Leben in einem fremden Land zu etablieren. Man kommt an seine Grenzen und muss diese überschreiten, um Probleme zu lösen und glücklich zu sein. Das mag in dem exakten Moment hart und schwer erscheinen, doch man wird es schaffen, und die Erfahrung, es geschafft zu haben, wird einem in vielen Situationen im Leben helfen.

 

9. Lebenslange Erinnerungen

Die Dinge, die man erlebt und sieht, bleiben für immer (hoffe ich jedenfalls!) im Gedächtnis. Gerade die wundervolle Landschaft, die ich in Alaska erleben durfte, ist atemberaubend und ich liebe es, in diesen Erinnerungen zu schweifen. Oder die Nordlichter, die wir uns oft anschauen konnten. Das Zusammensein der Familie an Thanksgiving oder das legendäre „Homecoming Game“. Dies alles sind Erinnerungen, die ich um keinen Preis missen wollen würde.  

 

10. Vorteile im Berufsleben

Last but not least, ein Auslandsaufenthalt macht sich auf jeder Bewerbung gut. Ein Arbeitgeber freut sich, denn Menschen, die im Ausland waren, sind sicherlich offen, anpassungsfähig und mutig, und haben gute Englischkenntnisse! Auch bei internationalen Bewerbungen macht sich ein Auslandsjahr mehr als gut, für manche Stellen ist ein Aufenthalt im Ausland sogar Pflicht. Trotz dieser nicht irrelevanten Vorteile sollte dieser Grund meiner Meinung nach nicht die einzige Motivation sein, ein Auslandsjahr zu machen, man sollte das auch persönlich wollen, weil man das Land und die Menschen kennenlernen möchte!