Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Helene in Montreal

Halbzeit

Hey Leute,

mittlerweile ist schon mehr als die Hälfte meines Auslandsjahres vorüber und auch der Winter in Kanada ist voll im Gange. Dieses Wochenende erwarten wir einen großen Schneesturm mit ca. 50 cm Neuschnee. Seit Anfang Januar liegt bereits durchgängig 20 cm Schnee und die Wege sind z.T. sehr glatt. Einige Male bin ich zwar schon auf den Hintern gefallen, aber es ist trotzdem traumhaft schön mal wieder einen richtigen Winter zu erleben.

Der ganze Schnee macht außerdem die verschiedensten Aktivitäten wie Snowshoeing, Ski fahren oder Snow Tubing möglich. Da ein Golfplatz an meine Schule grenzt, bin ich vorkurzem dort mit meinem Sportkurs Snowshoeing gegangen. Wie die Pinguine sind wir im Gänsemarsch durch den Schnee gewatschelt und haben die traumhafte Winterwelt genossen. In der nächsten Sportstunde gehen wir dann entweder Langlaufen oder Broomball spielen (Im Prinzip Eishockey ohne Schlittschuhe und mit einem Ball anstelle des Pucks).

In der Nähe meines Wohnortes gibt es unter anderem eine Möglichkeit zum Skifahren. Für wenig Geld gibt es einen Skipass für Schüler und das nötige Equipment. Die Pisten lassen sich zwar nicht mit denen in den Alpen vergleichen, aber in einer Großstadt wie Montreal kann man sowas auch nicht erwarten. Dafür hat Montreal auch in Downtown riesige Parks zu bieten, in denen man nicht nur Schlittschuh laufen, sondern auch Snow Tubing ausprobieren kann. Snow Tubing ist vergleichbar mit Schlitten fahren, allerdings wird der Schlitten durch einen großen Reifen ersetzt. Als ich mit meiner Mitbewohnerin Giulia dort war, besetze gerade eine große Gruppe Grundschulkinder die Pisten. Voller Energie düsten sie den Berg runter und rannten ihn wieder hoch. Sie hatten auch viel Spaß daran uns anzuschubsen. Es war herzallerliebst.

Ein anderes Highlight im Januar war mein Geburtstag für mich. Anstatt der üblichen Feier mit meinen Verwandten und Bekannten gab es dieses Jahr ein gemütliches Abendessen mit meiner Gastfamilie. Sie hatten mir sogar extra einen kleinen Geburtstagskuchen besorgt und versuchten sich daran „Zum Geburtstag viel Glück“ zu singen.

Mit Giulia machte ich außerdem noch eine kleinen Geburtstagsausflug zu einem temporären Van-Gogh-Museum in Montreal. Es war keine klassische Ausstellung mit eingerahmten Werken, sondern eine moderne Version davon. Die Werke wurden auf gigantische Leinwände projiziert, die die kompletten Wände einnahmen. Im Hintergrund dudelte entspannende Musik und man fing an, sich wie ein Teil in dem Bild zu fühlen. Es war atemberaubend. Besonders als „die Sternennacht“ an der Reihe war, war jeder Zuschauer dahin gerissen.

In der Schule haben wir jetzt auch schon den zweiten Term beendet. Die letzten zwei Januar Wochen waren stressig, da wir in jedem Fach ein Projekt machen mussten. Klassenarbeiten oder Tests werden hier nur in Naturwissenschaften geschrieben, während die anderen Fächer, besonders Englisch und Französisch, viele Aufsätze fordern. In Englisch mussten wir zuletzt eine Rede verfassen zu einem Thema unserer Wahl. Ich habe über das Pfandsystem in Deutschland geredet und meine Mitschüler waren alle beeindruckt von dieser Regelung.

Außerdem habe ich am Ende von 2019 entschieden hier in Montreal meinen Schulabschluss zu machen. Da ich in High Science (Physik & Chemie) muss ich nur kanadische Geschichte als extra Kurs belegen und alle meine Exams am Ende des Jahres bestehen, um meine benötigten Credits zu bekommen. Das Geschichtsexamen fand bereits Mitte Januar statt, da es ein Wiederholungsexamen für alle die war, die das Exam im Jahr zu vor nicht bestanden hatten. Ich hatte also insgesamt einen Monat, um alle nötigen Fakten zu lernen. Der Kurs beschäftigte sich ausschließlich mit der Geschichte von Quebec und war somit nicht ganz so interessant wie der Geschichtsunterricht, den wir in Deutschland haben. Wie auch immer ich habe mehr über die kanadische Kultur lernen können und bei jedem Besuch in Montreal entdecke ich Straßennamen von berühmten Persönlichkeiten, die eine entscheidende Rolle in der Geschichte Quebecs gespielt haben. 

Falls ihr mehr über mein Auslandjahr erfahren möchtet oder Fragen an mich habt, schaut einfach auf meinem Blog oder meinem Instagram Account vorbei.

https://maple-year.blogspot.com/ @maple.year_1920