16:49 06th Januar 2022

Schule und Vorweihnachtszeit

Ich gehe auf die Okanagan Mission Secondary School (OKM) in Kelowna. Wir haben hier 4 Fächer pro Halbjahr. Es gibt neben Englisch, Mathe und Naturwissenschaften auch ganz andere Fächer als in Deutschland: z. B: Finanzwesen, Business, Web Design, Gesundheitswesen, Drama, Holzarbeiten, Technologie, Automechanik.

Meine Fächer sind 1. Physik 12, 2. Foods, 3. Comparative Culture, 4. Theater Production.Wir haben immer Fach 1+2 an einem Tag und am nächsten Tag 3+4, dadurch haben wir jedes Fach ca. 6 oder 9 Zeitstunden pro Woche und können die Themen sehr viel intensiver als in Deutschland behandeln. Unsere Schule beginnt morgens um 9 Uhr. Bis 11:50 ist das erste Fach, zwischendurch sind 10 Minuten Pause. Mittagspause ist bis 12:31. Dann hat man bis 15:15 das zweite Fach wieder mit 10 Minuten Pause zwischendrin. Außerdem hat hier jeder Lehrer seinen eigenen Klassenraum und die Schüler wandern von Raum zu Raum. Da wir die Fächer ziemlich frei wählen können, bin ich in jedem Kurs mit anderen Schülern zusammen.
Der Physikunterricht ist teilweise sehr lang und trocken. Es war bedingt durch die Themen am Anfang sehr viel Theorie. Und 3 Stunden zuhören und zwischendurch rechnen, ist erst einmal ungewohnt und anstrengend. Man schafft hier viel mehr Themen als in Deutschland. Wir schreiben aber auch viel mehr Tests und Arbeiten als in Deutschland: pro längerem Thema schreiben wir 2 Tests und 1 Arbeit, bei kürzeren Themen 1 Quiz und dann eine Arbeit zu 2 Themen. Insgesamt habe ich bis jetzt ca. 7 Arbeiten geschrieben. Arbeiten sind hier aber einfacher als in Deutschland. 70% der Note ist Multiple Choice und 30% Short Answer, dabei bekommt man eine Aufgabe und muss dann schrittweise rechnen.
Wir hatten aber auch sehr lustige Physikstunden, einmal hatten wir zum Beispiel Physik mit einem fliegenden Schwein, das war ein Versuch zu Kreisbewegung und Fliehkräften. Das letzte Thema vor den Ferien war Elektrische Ladung und Elektrische Felder. Ein kurzes Thema, dafür hat unser Lehrer aber sehr viele Versuche gezeigt. Man behandelt in Physik 12 die Themen intensiv. Insgesamt ist Physik 12 angewandte Mathematik. Man hat zu jedem Thema neue Formeln, die nach und nach dazu kommen, einige Formeln vom Anfang braucht man aber auch für folgende Themen.

In Foods besteht fast jede Stunde aus Kochen oder Backen. Wir haben insgesamt ca. 40 Rezepte zubereitet. Manche Rezepte sind etwas schwieriger als andere. Ein großer Unterschied zu Deutschland ist, dass hier alles in Millilitern oder Cups angegeben wird. Man gewöhnt sich da aber sehr schnell dran. Außerdem haben wir für jede Woche noch ein Arbeitsblatt bekommen, das wir mithilfe des Foods Buches ausfüllen mussten. Insgesamt hat man in Foods aber relativ viel Freizeit. Wir hatten auch zwei Free Labs, das heißt, wir dürfen uns selbst ein Rezept aussuchen. Dafür müssen wir dann auch Zutaten mitbringen, wenn diese nicht in unserer Unit vorhanden sind (z.B. Mehl und Zucker ist vorhanden).

Comparative Cultures ist ein lustiges Fach. Grundsätzlich behandelt man alte Kulturen. Wir haben angefangen mit einer Zeitleiste über Artefakte aus verschiedenen Zeiten und Orten. Die erste größere Aufgabe war eine Präsentation über eine wichtige Person aus der Antike. Dabei habe ich gemerkt, dass in manchen kanadischen Fächer doch die Arbeitszeitansprüche geringer sind als in Deutschland. Die Zeit, die ich für manche Aufgaben verwendet habe, würde in Deutschland für ca. 80% reichen und hier bekommt man 100%.
Dann haben wir uns mit Archäologie, Mesopotamien und Ägypten beschäftigt. Man hält viele Präsentationen. Ich habe viele Präsentationen mit einem Kanadier zusammen erarbeitet. Dabei hatten wir sehr viel Spaß und auch unsere Lehrerin musste manchmal lachen. Hierbei merkt man einen weiteren Unterschied zu Deutschland: Der Unterricht ist lustiger und man hat eine ganz andere Beziehung zu den Lehrern. Gegen Ende November haben Schüler aus einer ihrer Klassen ihren Klassenraum weihnachtlich dekoriert und sogar einen Plastikbaum aufgestellt.

Dann ist da noch Theater Production, mein Lieblingsfach. Wir haben ein Theater in der Schule und zwei große und zwei kleinere Theateraufführungen pro Schuljahr. Die beiden größeren dieses Jahr sind Mamma Mia und Peter Pan und werden von Triple Threat (spielen, singen und tanzen) aufgeführt. Die kleineren werden von der Senior Drama Class aufgeführt. Das erste war Puffs (ein Stück in Anlehnung an Harry Potter, welches die 7 Jahre aus der Sicht eines Hufflepuff Schülers beschreibt). In Theater Production beschäftigen wir uns mit allem, was vor, hinter und über der Bühne gebraucht wird. Zum Beispiel bauen wir das Set oder erstellen die Requisiten. Dafür dürfen wir dann zu einer der Vorstellungen kostenlos, wenn wir bei dieser noch ein bisschen mithelfen.
Wir machen aber auch Theorie. Wir haben uns zum Beispiel mit Projektionen und Licht beschäftigt. Außerdem haben wir mit 3D Software Setmodelle erstellt und Makeup verwendet.
Das Ganze macht sehr viel Spaß und in dem Fach habe ich viel Kontakt zu Kanadiern. Wir haben im Theater auch richtiges Werkzeug um Holz, was wir für fast alles verwenden, zu bearbeiten. Das fängt bei Akkuschraubern an und hört bei der Kreissäge und Stichsäge auf.
Eine Sache aus Theater Production, die ich sehr schön fand, war, dass mein Lehrer vor der Klasse zu mir gesagt hat, dass er mich sehr gerne auch im nächsten Schuljahr noch bei sich in der Klasse hätte.

In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien hatten wir eine Mottowoche in der Schule. Ein Tag war Pyjamatag, obwohl die meisten nur Pyjama Hosen getragen haben. Ein anderer Tag war noch Weihnachtssocken- und Slippers-Tag.

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Für die Internationals an unserer Schule gab es noch eine Aktion: Wir haben uns getroffen und in kleinen Gruppen Lebkuchenhäuser gebaut, Weihnachtslieder gesungen und einfach einen schönen Nachmittag gehabt. Mrs. Simpson, das ist unsere Betreuerin an der Schule, hat sich mit dem Nachmittag einfach sehr viel Mühe gegeben, sie hatte den ganzen Raum weihnachtlich dekoriert und viele leckere Sachen besorgt, so dass ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkam.

Man merkt inzwischen doch, dass es Winter wird. Obwohl wir am 1. Dezember 17°C hatten, schneite es das erste Mal kurz darauf. Mit dem Schnee sieht es hier total schön aus. Ende November habe ich mit meinem Gastvater die ganze Weihnachtsdekoration aus der Garage geholt und dann habe ich mit meinen beiden jüngeren Gastgeschwistern und meiner Gastmutter einen ganzen Nachmittag geschmückt und auch schon den Tannenbaum aufgebaut. Insgesamt wird hier sehr viel mehr geschmückt als in Deutschland. Innerhalb von 2 Tagen sah unser Wohnzimmer ganz anders aus. Dafür gibt es hier keine Adventskränze.

Von der Kirche finden meistens mittwochs und samstags Aktionen statt. Einmal waren wir abends Schlittenfahren und einmal 2 Stunden auf einer großen Outdoor Eisfläche Eislaufen. Es ist eine größere Outdoor Eisflächen in West-Kanada, die im Dunkeln beleuchtet wird. Das Eislaufen ist kostenlos. Als wir dort waren wurde gerade ein Film mit der Eisfläche im Hintergrund gedreht.

An den Wochenenden war ich auch mit meiner Familie noch ein paar mal Schlittenfahren. In unserem Wohngebiet wohnen viele Familien und am Wochenende treffen sich viele auf einem Rodelhügel im Park. Hier gibt es keine Holzschlitten, sondern eher Plastikschalen mit Front und Heck. Auf diesen kann man dann auch stehen rodeln, was im Pulverschnee sehr viel Spaß macht.

Timo

British Columbia, Kanada

Timo verbringt sein Auslandsjahr 2021/22 in British Columbia, Kanada. Hier kannst du ihn bei seinen Abenteuern während des Schüleraustausches begleiten.

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