6:20 05. March 2022

Februar auf Vancouver Island

Hello everyone!

Mit dem Februar ist der erste Monat des neuen Semesters vorbei und damit haben die Schulen bald schon Spring Break, also zwei Wochen Frühlingsferien im März. Der Monat war überraschend mild und sehr viel heller als der Januar, was viel Vorfreude auf den Frühling und die Sommerzeit verbreitet. Leider war dies der letzte Monat mit meiner japanischen Gastschwester, die Anfang März nach einem Jahr Auslandsaufenthalt wieder zu ihrem Zuhause in Japan zurückkehrt. Je näher ihr Abflug rückt, desto deutlicher wird mir bewusst, was für ein Glück ich hatte, gemeinsam mit einer anderen Austauschschülerin bei meiner Gastfamilie in Kanada zu leben. Ich werde sie sehr vermissen, weil wir über die letzten Monate hinweg sehr enge Freunde geworden sind. Auch der kulturelle Austausch mit meiner kanadischen Gastfamilie, meiner Gastschwester aus Japan und mir aus Deutschland war unglaublich spannend und ich glaube, für uns alle eine große Bereicherung.

Ende Februar sind wir als Familie über ein langes Wochenende für drei Tage nach Tofino gefahren. Tofino ist ein populäres Surfer Städtchen an der Westküste Vancouver Islands. Der Trip war ein Weihnachtsgeschenk meiner Gasteltern für meine Gastschwester, ihren Sohn und mich. Allein auf der Hinfahrt sind wir durch wunderschöne kanadische Natur und tiefe Wälder gefahren und haben an einem Wanderweg angehalten, der zwischen Näumen, verlief deren Stämme oft doppelt so breit waren wie Litfaßsäulen.

Ende Februar sind wir als Familie über ein langes Wochenende für drei Tage nach Tofino gefahren. Tofino ist ein populäres Surfer Städtchen an der Westküste Vancouver Islands. Der Trip war ein Weihnachtsgeschenk meiner Gasteltern für meine Gastschwester, ihren Sohn und mich. Allein auf der Hinfahrt sind wir durch wunderschöne kanadische Natur und tiefe Wälder gefahren und haben an einem Wanderweg angehalten, der zwischen Näumen, verlief deren Stämme oft doppelt so breit waren wie Litfaßsäulen.

In einem der Riesen, konnten meine Gastschwester und ich bequem nebeneinander im ausgehöhlten Stamm stehen. Die drei Tage in Tofino, das besonders für seine schönen, langen Strände, für die wilde Natur des Regenwaldes an der Küste und die guten Surf Spots bekannt ist, haben mir sehr gut gefallen. Schon am ersten Tag, noch bevor wir in unserer Wohnung ankamen, haben wir an einem der langen Strände angehalten und sind am blaugrauen Ozean entlang gewandert. Es war unglaublich schön, auch wenn wir an allen drei Tagen aufgrund der kalten Februar Temperaturen und dem Wind am Meer sehr gefroren haben. Am Abend des ersten Tages haben wir in der Down Town ein kleines Lokal besucht.

Am zweiten Tag kam allerdings ganz im Gegensatz zur Wettervorhersage dann doch die Sonne heraus und wir haben die Sonnenstrahlen und die Wärme bei einer Wanderung des Wild Pacific Trails an der Küste Ucluelets sehr genossen. In Tofino und dem nahegelegenen Ucluelet gibt es Regenwald, auch wenn das nicht der typischen Natur entspricht, die einem beim Gedanken an kanadische Landschaften in den Sinn kommt. Der Regenwald dort an der Westküste von Vancouver Island ist durch viele dunkle Bäume geprägt, sieht dem charakteristischen Tannen und Fichten Wald also gar nicht so unähnlich und entspricht nicht dem Klischee des tropischen Regenwalds an den man ja meistens bei dem Wort denkt. Am Abend des selben Tages sind wir zum Lagerfeuer machen zu einem der Strände in Tofino gefahren. Wir haben dort mit Tacos und Marshmallows überm Feuer den Abend verbracht und den Sonnenuntergang angeschaut. Nicht nur die untergehende Sonne über dem Pazifik, sondern auch der danach aufblühende Sternenhimmel, der sehr viel besser zu sehen war als in der Stadt, waren atemberaubend schön und haben den Abend gemeinsam mit dem Lagerfeuer am Strand einmalig gemacht.

Am dritten und letzten Tag sind wir durch den kleinen Ort Tofino gestreift und haben uns den Hafen und die touristisch angehauchten Geschäfte angesehen. In einem Museum konnten wir die Kunstwerke eines bekannten Native-Künstlers aus Tofino anschauen, der in seinen Werken viele Einflüsse der Kultur der Ureinwohner Kanadas wirken lässt.

Diesen Monat war ich mit einer Freundin das erste Mal auf Vancouver Island im Ozean schwimmen. Der Tag war – typisch Februar – kalt und verregnet, es hatte 6°Celsius, der Himmel war grau bewölkt und kurz nachdem wir aus dem Wasser kamen, hat es angefangen strömend zu regnen. Nichtsdestotrotz hatten wir beide sehr viel Lust unseren Plan auch wirklich durchzuziehen und sind zu Pipers Lagoon, einem Strand in Nanaimo gefahren. Schon als wir unsere Pullover am Strand ausgezogen haben war klar, dass es sehr, sehr kalt werden würde und der aufkommende Wind ließ die Temperatur noch um einiges kälter erscheinen. Ohne viel zu zögern sind wir bis zu den Schultern in den Pazifik gerannt, untergetaucht und sind nach ein paar Sekunden in den eisigen Wellen wieder zurück zum Strand geschwommen. Das sogenannte Ocean Diving soll sehr gut für Körper und Seele sein und tatsächlich habe ich mich danach sehr erfrischt und lebendig gefühlt. Auf jeden Fall zu empfehlen!

Um zum Schluss mal ein bisschen Feedback zu meinen neuen Kursen dieses Semester zu geben: Ich kann jedem Gastschüler, der nach Kanada kommt wirklich nur empfehlen Food Studies zu wählen, da dies ein Kurs ist, den man in deutschen Stundenplänen in den meisten Fällen vergeblich suchen wird. In Food Studies kocht oder backt man nicht nur fast jede Stunde leckeres Essen, sondern man lernt viele wichtige Kompetenzen, die man in der Küche beherrschen sollte. Der richtige Umgang mit Messern wie echte Köche, das richtige Verstauen von Lebensmitteln und kleine Tricks, die einem das Backen und Kochen sehr viel einfacher machen.

Meine Art und PE Courses sind den entsprechenden deutschen Fächern recht ähnlich, auch wenn in Arts freier und kreativer Kunst unterrichtet wird als in Deutschland und sich mein Sportkurs darin unterscheidet, dass die meisten deutschen Schulen keinen schuleigenen Weight Room für die Sportklassen zur Verfügung stellen. Genocide Studies lässt sich am besten mit Geschichts- oder Sozialkunde Unterricht in Deutschland vergleichen und ist ein wirklich spannendes Fach, das allerdings mit mentaler Belastung einhergeht. Wer sich für dieses Fach entscheidet sollte sich darüber im klaren sein, dass einem tagtäglich Geschichten und teilweise auch Bilder vor Augen geführt werden, die schrecklich und schwer zu verarbeiten sein können. Auch wenn unser Lehrer uns Pausen in dem emotionalen Unterrichtsstoff gibt und es auch um Wege geht, Ungerechtigkeiten in der Welt zu bekämpfen, so kann der Unterricht einen doch schon ziemlich mitnehmen. Trotzdem bin ich sehr froh dieses Semester Genocide Studies zu haben, denn das Fach ist unglaublich wichtig und Augen öffnend und es gibt den Schülern wichtige Botschaften mit um gute Menschen zu werden. In Freude auf den bald beginnenden Frühling und die Ferien verabschiede ich mich, bis zum nächsten Monat!

See you soon! Eure Molly

Rubrik: „Noch nicht gewusst?“ …Essen, Fastfood & Tim Hortons

Wie man es aus vielen Hollywood Filmen kennt, gibt es in ganz Nordamerika viele Fastfood Läden und Take Outs wie McDrive Thru, Starbucks oder in speziell in Kanada Tim Hortons sind hier sehr beliebt. Zu behaupten kanadische Teenager gehen pro Woche um die ein- bis viermal zu Tim‘s, Starbucks und Co wäre definitiv nicht untertrieben. Auch Erwachsene stoppen gerne im Drive Thru um sich einen morgendlichen Kaffee oder etwas für unterwegs zu holen.

Tim Hortons ist eine sehr populäre kanadische Kette, die ähnlich wie Starbucks verschiedene Kaffees und Getränke, sowie schnelle Imbisse und Backwaren anbietet. Grade in den Lunch Breaks kaufen viele Schüler sich dort ihr Mittagessen, etwas zu trinken oder einfach nur einen Donut für zwischendurch. Generell scheint Essen von Fast Food Geschäften in Nordamerika sehr viel beliebter zu sein als in Deutschland, man sieht definitiv viel mehr Fast Food Diner als normale Restaurants. In den Grocery Stores gibt es etwa die gleiche Auswahl wie in deutschen Supermärkten, allerdings sind ausländische Waren, beispielsweise asiatische Produkte hier vielfältiger vertreten. Tatsächlich sind auch einige deutsche Marken in den Supermarkt Regalen vertreten, wenn man also das deutsche Essen mal total vermissen würde, könnte man in den normalen Grocery Stores einige heimatliche Produkte finden.

Wie mir und vielen anderen Austauschschülern aus Deutschland schon relativ früh aufgefallen ist, gibt es in Kanada ganz im Gegensatz zu Deutschland, kaum gutes Bäckerei Brot. Brot findet man hier zwar in verschiedensten Formen, als Frühstücksbagel, plastikverpacktes und vorgeschnittenes Supermarkt Brot oder als typisch nordamerikanisches Toast, allerdings gibt es keine oder kaum Bäckereien, bei denen man frische Brötchen oder Brot einkaufen könnte. Für Sushi Liebhaber hier allerdings gute Nachrichten: Sushi ist in den Supermärkten hier sehr viel günstiger als in Deutschland und asiatische Restaurants tummeln sich an jeder Ecke in der Stadt.

Molly

Molly

Vancouver Island, Kanada

Molly verbringt ihr Auslandshalbjahr 2022 auf Vancouver Island, Kanada. Hier kannst du sie bei ihren Abenteuern während des Schüleraustausches begleiten.

Eine einmalige Erfahrung

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