Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Finnja in den USA

Ein Jahr Zuhause – Eingewöhnung nach dem Auslandsjahr

Ein Jahr ist es jetzt schon her, dass ich wegen Corona eher nach Hause fliegen musste. Auch wenn ich super traurig war, Events wie Prom oder die Graduation nicht miterleben zu können, habe ich mich mega gefreut, meine Familie und Freunde zu wieder zu sehen und am Anfang war das auch echt schön. Doch irgendwann fängt auch der Alltag mehr oder weniger an, das Auslandsjahr rückt für andere in den Hintergrund und man merkt, dass man eben doch ein Jahr verpasst hat. Auf dem Vorbereitungsseminar wird einem immer gesagt, dass man in eine Art Loch fällt und ich konnte mir das nie wirklich vorstellen, bis ich es selbst erlebt habe. Deswegen möchte ich dir heute ein paar Tipps geben, wie du nach deinem Auslandsjahr wieder aus diesem Loch raus kommst.

 

1 Es ist in Ordnung traurig zu sein

Ich habe mich häufig schlecht gefühlt, dass ich traurig war und wieder zurück nach Amerika wollte, weil ich Angst hatte, dass meine Eltern und Freunde sich vor den Kopf gestoßen fühlen könnten. Letztendlich wissen die aber auch, dass du dort nun mal mehrere Monate gelebt hast und dort natürlich auch Freunde gefunden hast, die du nicht mehr sehen kannst. Du warst schließlich ja auch ein bisschen traurig, deine Freunde zu Hause längere Zeit nicht zu sehen. Deswegen ist es total okay auch mal traurig zu sein und Zeit für sich zu brauchen und diese Zeit sollte man sich auch nehmen.

 

2 Lenke dich irgendwie ab

Zugegebenermaßen ist das in Zeiten von Corona etwas schwieriger, aber trotzdem gibt es Aktivitäten, die man auch jetzt noch machen kann. Verabrede dich zum Beispiel mit Freunden zum Spazieren gehen oder Essen holen. Vielleicht kannst du auch für deine Familie ein Rezept kochen, dass du während deines Auslandsjahres gelernt hast. dadurch hast du beide Welten, die deines Auslandsjahres und zu Hause, miteinander verbunden. Je mehr du dich ablenkst und je mehr schöne Momente du hier erlebst, desto weniger denkst du an die schöne Zeit in deinem Auslandsjahr.

 

 

3 Unternimm Dinge, die du während deines Auslandsjahres vermisst hast

Sobald man wieder nach Hause kommt, denkt man nur noch an die positiven Sachen im Auslandsjahr und es entwickelt sich die Illusion, dass alles zu der Zeit perfekt war. Wenn du aber genau nachdenkst, fallen dir bestimmt ein paar Sachen ein, die du an zu Hause vermisst hast; es muss ja auch nichts Großes sein. Ich habe während meiner Zeit in Amerika zum Beispiel meinen Hund (ihr habe ich ein Baseballschläger Spielzeug mitgebracht) und den Apfelkuchen meiner Oma ziemlich vermisst (Ich habe zwar auch versucht den nachzubacken, aber sind wir mal ehrlich: Bei Oma schmeckt alles irgendwie besser). Als ich dann wieder in Deutschland war, habe ich meine Oma gebeten, den für mich zu backen und habe mich gleich ein bisschen besser gefühlt. 

 

 

4 Tausch dich mit anderen aus

Häufig hilft es auch über sein Auslandsjahr zu reden und von seinen Erlebnissen zu erzählen. Tatsächlich ist es aber so, dass Familie und Freunde, die nicht das gleiche erlebt haben, nach einiger Zeit auch irgendwann genervt sind. Deswegen ist es super hilfreich, sich mit anderen Austauschschülern auszutauschen. Vielleicht befinden die sich ja auch in einer ähnlichen Situation oder haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich muss ganz ehrlich sagen, mit anderen Austauschschülern, kann man auch drei Tage durchgängig über das Auslandsjahr reden und die sind nie genervt davon. Beim Vorbereitungstreffen und bei der New York Orientation habe ich zum Beispiel viele andere Austauschschüler kennengelernt, mit denen ich mich immer noch super verstehe und auch den Kontakt halte.

 

5 Kontakt halten (oder auch nicht)

Beim letzten Punkt, musst du selbst ein bisschen gucken was dir eher hilft. Bei mir war es so, dass meine größte Angst vor dem nach Hause fliegen war, den Kontakt mit meinen amerikanischen Freunden zu verlieren. Deswegen hat es mir sehr geholfen, viel mit denen zu Facetimen oder zu schreiben, als ich wieder in Deutschland war. So wusste ich, dass ich weiterhin Teil ihres Lebens bin und sie mich nicht einfach vergessen. Auf der anderen Seite kann es aber auch sein, dass es dich nur noch unglücklicher macht, über ihr Leben zu hören, da du so mitbekommst, was du gerade verpasst und traurig wirst, dass du nicht dabei sein kannst. In so einem Fall wäre es am besten, dieses Problem offen anzusprechen und deinen Freunden zu sagen, dass du sie unendlich vermisst und deswegen ein bisschen Abstand brauchst.

 

Abschließend möchte ich dir noch mit auf den Weg geben, dass dein Auslandsjahr zwar immer ein Teil deines Lebens sein wird, aber auch Zeiten kommen werden, in denen du dein Leben zu Hause wieder normal Leben wirst. Wenn du also gerade in diesem Loch bist, dann lass den Kopf nicht hängen, denn es werden auch wieder Zeiten kommen, in denen du das Gefühl hast, nie weg gewesen zu sein.