Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Nourian in South Hazelton

Eine neue Gastfamilie

Oktober 2015
Ankunft bei meiner Gastfamilie
Als ich in Terrace aus dem Flugzeug stieg, wuchs auch meine Anspannung. Endlich würde ich meine Gastfamilie treffen! Wir liefen in einer Gruppe von sieben Schülern zum Flughafen, während unsere Blicke schon auf der Suche nach unseren Gastfamilien waren. Im Flughafengebäude angekommen erkannte ich dann sofort mein Gastbruder Christoffer und meine Gastmutter Cheryl, die mich herzlich begrüßten. Als ich dann endlich meinen Koffer hatte, begaben wir uns zum Auto.  Cheryl hat uns dann erst einmal zum Walmart in Terrace gefahren, um mit uns ein paar Sachen einzukaufen und uns danach zu einem Burger bei McDonalds eingeladen. Anschließend ging es auch schon weiter Richtung Hazelton.
Zuhause angekommen hat Cheryl uns unser Zimmer gezeigt. Es war relativ geräumig mit zwei Betten, zwei Schränken und einem mit Souvenirs vollgepackten Schreibtisch. 
Chris, Cheryl und ich hatten dann am Morgen eine lange Unterhaltung darüber, wie der Alltag in der Familie abläuft. Sie hat uns erklärt, dass alle Tiere auf der Farm täglich gefüttert werden müssen und wir regelmäßig Gemüse im Garten ernten müssen. In den zwei Wochen bevor die Schule begann, hatten Chris und ich dann Zeit, uns in die Familie einzuleben. Wir halfen viel bei der Ernte und im Stall und konnten auch die Umgebung der Farm erkunden. Von der Natur und der Landschaft hier bin ich begeistert und nach nur zwei Tagen habe ich meinen ersten Bären gesehen.
Am ersten Schultag war ich dann etwas enttäuscht, weil ich in eine andere Klasse kam als Chris. Aber mir wurde schnell klar, dass ich keinen Grund hatte, nervös zu sein, da ich sehr gut und schnell in das Schulleben aufgenommen wurde und sehr nette Mitschüler hatte. Als der erste Schultag dann vorbei war, hat Cheryl uns nach Terrace gefahren, damit wir uns alles besorgen konnten, was wir so brauchten. Am nächsten Tag bin ich erst einmal zum Schul-Berater gegangen, um mir einen Stundenplan zu erstellen, an dem wir in den zwei darauffolgenden Wochen noch ein paar Veränderungen vorgenommen hatten. Ich habe jetzt Physical Education; Drama; Metalwork und Französisch.
Am besten gefällt mir hier in Hazelton bisher die Schule: Ich mag den Unterricht sehr, da die Mehrzahl der Lehrer hier um einiges lockerer ist als in Deutschland. Vor allem mag ich aber meine Mitschüler, die mir nicht das Gefühl geben, ein Fremder zu sein und mit denen ich sehr schnell begonnen habe, Freundschaften zu schließen. Gerne würde ich mehr Zeit mit diesen neuen Freunden verbringen, aber unsere Farm lag zwar in der Nähe der Schule, aber weiter weg vom Ort und ich musste jedes Mal mit dem Auto gefahren werden, wenn ich jemanden treffen wollte.
Deshalb war ich froh, dass an der Schule mehrere Sport-Aktivitäten angeboten wurden, die ich nach dem Unterricht besuchen konnte: Volleyball, Basketball und Schlittschuhlaufen. Meine Klassenkameraden haben mir den großen See hinter der Schule gezeigt und mir erzählt, dass man den ganzen Winter dort Eislaufen kann, worauf ich mich dann direkt auch schon riesig gefreut habe.
Mit meiner Gastfamilie habe ich mich in den ersten zwei Wochen bevor die Schule losging, gut verstanden. Besonders mein Gastvater Nick, der in Smithers arbeitete, während der Woche dort bei einem Freund wohnte und selten zu Hause war, behandelt mich sehr freundlich und ich habe in den ersten zwei Wochen viel Zeit mit meinen Gastgeschwistern verbracht. Aber um ehrlich zu sein: Ich war nicht sicher, ob diese Gastfamilie und ich wirklich gut zueinander passen. Weil ich mich zu Hause nicht richtig wohl fühlte, hatte dann an der Schule ein Gespräch mit Beth, meiner Betreuerin bei „Shecana“. Sie hatte viel Verständnis für meine Probleme und sprach auch mit mir auch über die Möglichkeit, meine Gastfamilie zu wechseln. Ich habe sie gebeten, mir etwas mehr Zeit zu geben, um mir selbst klar zu machen, was ich selbst will. Schon dann wusste ich aber: Mir gefällt es sehr in Hazelton und auf meiner Schule und ich will dort unbedingt bleiben.

November 2015
Neue Familie, Thanks Giving, Halloween, Elchjagd
Nach langem Überlegen war ich mir irgendwann sicher, dass meine Gastfamilie und ich nicht so gut miteinander harmonierten, wie es eigentlich sein sollte und ich beschloss, die Gastfamilie zu wechseln. Der Wechsel geschah schnell und ohne Probleme. Ich zog zu der Familie der für den Bereich Hazelton zuständigen Vertreterin von „Shecana“, Beth, die sich als eine sehr fürsorgliche und nette Familie erwies und sehr auf meine Bedürfnisse einging. Dieser Wechsel war anfangs nur temporär geplant, doch nach nur etwa drei Wochen wurde entschieden, dass ich dort bleibe, was ich sehr begrüßt habe.
Der letzte Monat war ein sehr ereignisreicher Monat hier in Kanada und ich habe sehr viel erlebt, angefangen mit „Thanksgiving“ über „Halloween“ bis hin zu einem „Homecoming Dance“ und einer Elchjagd.
Thanksgiving war so das erste Fest, das ich zusammen mit meiner neuen Gastfamilie erlebt habe. Wir sind zu einer befreundeten Familie gefahren und hatten ein sehr schönes Dinner. Anfangs saß ich mit einigen Erwachsenen in einer Sofaecke und sprach mit ihnen über das Fischen. Danach waren wir alle am Esstisch zusammengekommen und haben uns weiter unterhalten. Es war eine sehr schöne und neue Erfahrung für mich. Nach dem köstlichen Dinner haben wir alle zusammen Musik gemacht, was den Abend einen perfekten Abschluss gab!
Halloween war für mich der Höhepunkt des Monats! Wir fingen im „Drama Unterricht“ an, in die verrücktesten Kostüme zu schlüpfen, uns „Wunden“ zu schminken und Filme zu drehen! Am letzten Schultag vor Halloween kamen dann die meisten Schüler mit einem Kostüm zur Schule. Da ich kein eigenes Kostüm hatte, habe ich eines von der Schule geliehen. Es gab ein kunterbuntes Programm für alle Schüler aus allen Klassenstufen. Mal filterten wir Gummiwürmer aus Schokopudding heraus oder wir wickelten einen Klassenkameraden mit Klopapier ein. Danach gab es einen spannenden Kostümwettbewerb und sehr viele Süßigkeiten! An Halloween bin ich am Morgen zu einem Volleyballmatch der Junior Girls gegangen, um danach mit ein paar Freunden von Haus zu Haus zu ziehen, um der berühmten „Trick or Treat“-Tradition nachzugehen.
In der letzten Woche nahm ich von Mittwoch bis Freitag auf einer Elchjagd in der Wildnis teil, welche mir einen tiefen Blick in die Natur Kanadas und die K’san-Kultur ermöglichte. Am ersten Tag haben wir an einem See unsere Zelte aufgeschlagen, alles für die Jagd vorbereitet und noch einen kurzen Jagd-Trip auf eine Lichtung gemacht. Am zweiten Tag haben wir dann eine kleine Wanderung durch den Wald unternommen und sind Elchspuren gefolgt. Ich habe gelernt wie man anhand von Losung und Hufabdrücken Alter und Geschlecht eines Elches herausfindet, und zudem, wie man einen Elch ruft. Allerdings blieb auch dieser Tag erfolglos.
Am dritten Tag haben wir dann unsere Sachen gepackt während einer der beiden Lehrer nochmals zum Jagen gegangen ist. Als er dann zurück war und uns mitteilte, dass er erneut keinen Erfolg hatte, packten wir alles zusammen, um wieder nach Hause zu gehen. Für uns war der Jagdausflug auch ohne Beute kein Misserfolg, da wir vieles gelernt haben und eine tolle Zeit hatten. Als wir gerade etwa einen Kilometer mit dem Auto zurückgelegt hatten, sahen wir plötzlich doch noch einen Elch, der gemütlich die Straße überquerte. Wir sind blitzschnell aus dem Auto gesprungen und haben ihn mit einem Schuss in den Nacken erlegt. Anschließend sind wir dann in den Sumpf gestiegen, in welchem der tote Elch lag, haben ihn ausgenommen und in Einzelteilen zum Auto getragen. Das alles hat uns vier Stunden Schwerstarbeit in knietiefen Wasser gekostet bis wir dann endlich fertig waren. Ich muss zugeben, dass es mich an meine Grenzen getrieben hat. Gleichzeitig habe ich aber sehr vieles über diese Tiere und die Jagd gelernt.
Am selben Abend war dann auch schon der „Homecoming Dance“ und da ich keine Zeit hatte, nach Hause zu gehen, hat Beth - meine neue Gastmutter - mir meine guten Klamotten gebracht und ich habe in der Schule geduscht. Ich kam mir allerdings schon recht blöd vor, als ich erst einmal mit blutigen Klamotten durch das Schulgebäude vorbei an Schülern in Anzug bzw. Kleid gelaufen bin. Nachdem ich mich dann geduscht und umgezogen hatte, war ich auch schon bereit zum Tanzen. Ich hatte einen echt tollen Abend mit meinen Freunden!

Dezember 2015
Winteranfang
Der letzte Monat war im Vergleich zum Vormonat eher unspektakulär, aber trotzdem sehr schön. Es wurde - wer hätte es anders erwartet - deutlich kälter, was mir viele neue Aktivitäten eröffnete und mich darauf aufmerksam machte, dass es mir noch an warmen Klamotten mangelte. Ich habe viele neue Freunde gefunden und bin hin und wieder auf kleinere Parties gegangen. Da es nun sehr winterlich geworden war, konnte ich dann auch Schlittschuh laufen, was mir schon immer sehr viel Spaß gemacht hatte.
Am letzten Wochenende bin ich dann mit dem Skiclub unserer Schule nach Smithers zum Skilaufen gefahren. Es war zwar ziemlich neblig, aber der Schnee war perfekt. Ich bin mit einem Freund aus meiner Französichklasse auf den Pisten unterwegs gewesen und in der Mittagszeit mussten wir dann Ski-Unterricht nehmen. Der war allerdings ziemlich gut, da wir in Zweier-Gruppen unterrichtet wurden. Außerdem habe ich angefangen für das Junior-Boys Team der Hazelton Secondary School Basketball zu spielen.
Diesen Monat ist mein Gastbruder aus Vancouver zurück gekommen, was mich sehr gefreut hat. Nun hatte ich jemanden, mit dem ich vieles gemeinsam unternehmen konnte, z.B. Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen See. Außerdem brachte er mir bei, Klavier zu spielen, was mir ziemlich viel Spaß gemacht hat.
In der Schule lief es weiterhin gut: Ich hatte in Metal Works angefangen mit der CNC-Fräse zu arbeiten, was ich besonders gerne machte. In der Drama-Klasse arbeiteten wir zur der  Zeit an einem Stück mit dem Namen „Game of Tiaras“, welches viele verschiedene Filme, TV-Serien und Theaterstücke parodierte. In Französisch lesen wir gerade den kleinen Prinzen und im Sportunterricht stand Ringen auf dem Programm. Außerdem hatten wir mit Badminton angefangen, worin ich für die hiesigen Verhältnisse recht gut war, weil ich schon in Deutschland viel Badminton trainiert hatte.

Januar 2016
Feiertage und Feste
Im letzten Monat gab es so einige Höhepunkte, über welche ich in diesem Bericht erzählen werde. Angefangen mit dem „Winter Formal“ (Weihnachts-Tanz) gefolgt von unserem Trip nach Smithers, bis hin zu meinem Geburtstag, Weihnachten und Neujahr.
Der Weihnachts-Tanz, auch „Winter Formal“ genannt, war ein tolles Erlebnis für mich. Ich bin extra nach der Schule dageblieben, um beim Aufbau zu helfen. Tanzveranstaltungen hier in Kanada sind nicht vergleichbar mit Tanz in Deutschland. Statt klassischer Musik gibt es hier moderne Elektro-Musik. Und auch klassischen Tanz braucht man hier nicht zu erwarten, stattdessen gibt es Disco-Atmosphäre mit DJ, Lightshow und so weiter. Nach etwa eineinhalb Stunden Tanzen gab es dann das Dinner. Auf dem Tisch standen Truthahn, Kartoffelbrei und Gemüse mit Bratensoße.
Unser Ausflug nach Smithers fand an dem Wochenende nach dem Tanz statt. Dort bin ich erstmal shoppen gegangen, um mir ein paar Winterklamotten anzuschaffen. Danach besuchte ich ein Konzert der Band meines Gastbruders und am Ende des Tages sind wir ins Kino gegangen, in welchem wir „STAR WARS® 7 – the force awakens“ ansahen.
Zu Beginn der Winterferien war es dann soweit: Ich hatte Geburtstag. Um ehrlich zu sein hatte ich nicht wirklich Lust auf meinen Geburtstag, da ich kein großer Fan davon bin, dass sich ein ganzer Tag um mich dreht. Meine Gastfamilie hat darauf Rücksicht genommen und kein großes Ding aus meinem Geburtstag gemacht. Stattdessen sind mein Gastbruder und ich raus aufs Land gefahren, um auf eine Schlittenparty zu gehen. Ich hatte alles in allem einen wundervollen Tag.
Drei Tage später war dann auch schon Heiligabend. Am Morgen sind wir unsere kaum bewohnte Straße heruntergelaufen, um nach einem Weihnachtsbaum zu suchen. Als wir uns dann nach langen Diskussionen endlich für einen entschieden hatten, zog ich ihn zum Haus, wo wir ihn trocknen ließen und dann aufgestellt und geschmückt haben.
Am Abend sind wir zu Bekannten gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Stopp bei einer anderen befreundeten Familie gemacht, wo wir etwas getrunken und ein paar Snacks gefuttert haben. Dann ging es weiter zu unserem eigentlichen Ziel. Dort angekommen haben wir uns erstmal in der Sofaecke ein bisschen unterhalten. Etwa eine Stunde später gab es dann traditionell kanadisches „Christmas Dinner“, welches aus Schinken, Kartoffelbrei und Gemüse besteht. Danach begann die „Story-Time“: Die Bekannte meiner Gasteltern hat eine Geschichte geschrieben, bei welcher sie allerdings Adjektive, Ortsnamen, Zahlen, und so weiter, weggelassen hat. Diese mussten wir dann einfügen, allerdings noch bevor die Geschichte vorgelesen wird. Dadurch wurde aus der Story ein großer Spaß für uns alle. Die Geschichte endete allerdings mit dem demotivierenden Ausspruch: „We wish you a shitty Christmas and a stupid new year“, was uns alle aber nur zum Lachen brachte. Ich hatte bei der Familie außerdem die Möglichkeit, meine neuen Schlittschuhe auszuprobieren, da die Familie einen Teich hat, der zugefroren war. Sie wurden mir als Weihnachtsgeschenk von meinen Eltern in Deutschland, die ich gerade während der Feiertage sehr vermisst habe, zugeschickt.
Am nächsten Morgen war dann Weihnachten. Nach dem Frühstück haben wir die Geschenke geöffnet. Für mich gab es ein STAR WARS Poster- und Sticker-Heft. Gegen Mittag sahen wir uns dann alle zusammen einen Film an und am Abend spielten wir alle zusammen Karten. Es war ein toller Tag, wenn auch nicht so ereignisreich wie der Vortag.
An Silvester bin ich zum Haus eines Freunds gefahren, der eine Lagerfeuer-Party veranstaltete. Wir blieben von 21 Uhr bis 1 Uhr am Morgen draußen und feierten mit Raketen, Böllern und allem Drum und Dran. Am nächsten Morgen hat der Vater meines Freundes uns allen leckere Pancakes gebacken welche wir heißhungrig verschlangen.
 

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