Kürbisse in den USA
13:10 15. November 2022

Heimweh in Minnesota

Hey Leute! Ich bin’s wieder, Lilly.

Eigentlich wollte ich euch von meinen bisherigen Erfahrungen hier in Amerika erzählen. Also so die ganzen spannenden, typisch amerikanischen Sachen, die ich bereits erlebt habe, schließlich bin ich jetzt schon circa zwei Monate hier in Minnesota. Aber in den letzten Tagen ging es bei mir eher ein bisschen abwärts, oder besser gesagt, die letzten Tage waren echt eine Achterbahnfahrt meiner Gefühle hahhaha ☺. Deswegen dachte ich mir, ich erzähle euch davon auch ein bisschen.

Also im Allgemeinen ist hier alles echt toll. Ich fühle mich echt wohl hier, liebe meine Gastfamilie und auch die Schule ist echt gut. Manchmal nerven die etwas längeren Projekte oder die täglichen Tests, aber so schlimm sind die auch nicht. Schule macht wirklich echt Spaß hier. Und mittlerweile mache ich auch öfters was mit Freunden außerhalb der Schule, wir übernachten am Wochenende oder waren auch bei einem Apple Orchard, also ein Gelände auf dem Äpfel angebaut werden und daraus machen die im Herbst hier dann so ein Familienerlebnis, mit verschiedenen Aktivitäten und Food Trucks.

Doch leider merke ich auch mit der Zeit, dass es dann doch schon ganz schön anders ist als in Deutschland. Es herrscht eine ganz andere Mentalität hier. Manchmal fühlt es sich einfach zu anders an, sodass ich mich ein bisschen fehl am Platz fühle. Dadurch wurde meine Laune in den letzten Tagen auch immer schlechter, bis ich vor zwei Tagen einen kompletten Mental-Break-Down hatte. Ich habe mich nicht mehr wohl gefühlt in der Freundesgruppe, und habe meine Freunde zuhause vermisst. Ich hatte echt Sehnsucht nach ein bisschen Normalität, also habe ich meine Schwester angerufen. Ich weiß, eigentlich sollte man gerade nicht zuhause anrufen, wenn man Heimweh hat und ich kann auch nicht sagen, dass es sehr gegen das Heimweh geholfen hat. Ich musste mehr weinen, als ich sie und meine Mom gesehen habe. Aber dann habe ich mit meiner Schwester alles durchgesprochen, sie hat mir meine Möglichkeiten aufgezählt und dann hat sich alles schon wieder etwas leichter angefühlt. Mein Vorteil hier ist, dass sie selbst Austauschschülerin war, also spricht sie ein bisschen aus Erfahrung hahhah ☺.

Naja aber das ganze heißt jetzt nicht, dass ich euch rate, immer zuhause anzurufen, wenn es euch schlecht geht, weil das wirklich nicht immer klappt. Es gab auch oft genug schon Male, an denen ich meine Familie angerufen habe und es mir dadurch schlechter ging. Und im Endeffekt habe ich dann meinen Tag gerettet, indem ich mir Zeit für mich genommen, Weihnachtsfilme geguckt und Süßigkeiten gegessen habe. Und ich sage nicht, dass das die beste Lösung für alle ist. Jeder ist unterschiedlich. Ich brauche manchmal einfach ein bisschen Zeit für mich und das war anscheinend auch genau das richtige. Vor allem weil ich mir mein Zimmer auch mit meiner Gastschwester teile.

Am Tag davor zum Bespiel, hatte ich auch Heimweh, bin dann aber zu einer Freundin nach Hause gefahren, wir haben mit ihren Baby Katzen gespielt und dann sind noch weitere Freunde dazugekommen und wir hatten echt einen tollen, entspannten Tag. Dann hab ich sie gefragt, ob ich übernachten könnte und dann haben wir zusammen Weihnachtsfilme geschaut. So war ich also gut abgelenkt von meinem Heimweh und mir ging es echt besser. Beides kann also helfen. Sich Zeit alleine zu nehmen oder etwas mit Freunden zu unternehmen. Man muss einfach ausprobieren, was für einen das Beste ist.

Katze in Minnesota

Es ist nun mal anders als in Deutschland. Aber genau deswegen bin ich ja hier, um etwas anderes zu erleben und neue Leute und Mentalitäten kennenzulernen. Es ist klar, dass nicht alles einfach in einem Auslandsjahr ist und dass man natürlich auch mal schlechte Zeiten hat. Und selbst während diesen schlechten Tagen, hatte ich schöne Erlebnisse. Mir wurde gesagt, dass auch diese schlechten Tage wichtig sind und ich mich nächstes Jahr noch an sie erinnern werde und auch stolz sein werde, das durchgestanden zu haben und ich denke das stimmt.

Das war also ein etwas negativerer Beitrag, aber ich dachte vielleicht wäre es gut auch etwas über schlechtere Zeiten während des Auslandsjahres zu hören. Falls ihr selbst gerade weg von eurer Familie seid, könnt ihr das, denke ich, ganz gut verstehen und falls ihr überlegt ein Auslandsjahr zu machen, sollte euch das definitiv nicht davon abhalten. Denn nur so wächst man und „es ist auch klar, dass du hier mal schlechte Tage hast, denn die hast du ja auch zuhause“ (meine Schwester ☺).

Eure Lilly

Lilly

Lilly

Minnesota, USA

Lilly verbringt ihr Auslandsjahr 2022/23 in Minnesota, USA. Hier kannst du sie bei ihren Abenteuern während des Schüleraustausches begleiten.

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