Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Kiara in den USA

Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen

Wenn man zum ersten Mal an die Highschool kommt, kann die große Masse an Menschen im ersten Moment ein bisschen überfordernd sein. Alle sprechen eine Sprache, die man zwar versteht, aber noch nicht so sicher sprechen kann und man hat keine Ahnung wie die Mentalität von amerikanischen Schülern so ist. Darum war ich am Anfang ratlos, wie ich am besten auf die Leute zugehen soll. Die ersten Leute habe ich dann aber schon im Unterricht kennen gelernt und mich direkt mit ihnen verabredet zusammen Lunch zu essen. So konnte ich die Situation vermeiden allein in der Cafeteria zu stehen und nicht zu wissen an welchen Tisch ich mich setzen kann. Im Laufe der ersten Woche habe ich vor allem durch den Unterricht weitere Leute kennen gelernt. Nach zwei Wochen an der Highschool habe ich mich dann entschlossen dem Cross Country Team beizutreten, wodurch ich auch nochmal viele neue Menschen getroffen habe. In dieser Anfangszeit habe ich gemerkt, dass es zwar relativ einfach ist neue Leute kennen zu lernen, aber daraus Freundschaften entstehen zu lassen, die auch außerhalb der Schule bestehen, weitaus schwerer ist. Ich habe festgestellt, dass es am einfachsten war wirklich gute Freunde zu finden, wenn ich die ersten Treffen selbst initiiert habe und dafür gesorgt habe, dass diese auch wirklich stattfanden. Nach einiger Zeit haben die Leute dann auch selbst angefangen nachzufragen, ob man sich mal privat treffen kann. Am Anfang bin ich oft mit Freunden in die Mall gefahren oder essen gegangen bis wir dann irgendwann angefangen haben immer mehr verschiedene Aktivitäten zu unternehmen.                                                                                                                                                      

Eine Sache, auf die man sich definitiv vorbereiten sollte, ist, dass viele Amerikaner sehr unzuverlässig sind. So ist es mir beispielsweise einige Male passiert, dass ich ein Treffen als abgemacht angesehen habe, während der Amerikaner darüber nur so geredet hatte, aber kein Interesse hatte das Treffen auch umzusetzen. Das hat mich am Anfang sehr verletzt, bis ich realisiert habe, dass das nicht persönlich gemeint ist, sondern einfach in der Mentalität der Amerikaner so verankert ist.                                                                                      

Ich habe in meiner Zeit in Amerika gelernt, wie ich offen auf Leute zu gehen kann und in ein Gespräch kommen kann. Dabei ist es natürlich ein Pluspunkt, wenn man ein Austauschschüler ist, da Amerikaner sehr interessiert an ausländischen Menschen sind und so immer direkt ein gutes Gesprächsthema vorhanden war. Wenn einem gar kein Gesprächseinstieg einfällt, ist es auch immer eine gute Möglichkeit, die Leute nach dem Weg zum Klassenzimmer zu fragen oder andere schulbezogene Fragen zu stellen. Ich habe am Anfange auch Fragen gestellt, auf die ich die Antwort eigentlich schon längst wusste, nur um ein Gespräch anzufangen. In der Hinsicht sollte man wirklich offen sein und einfach alles ausprobieren. Und wenn man nicht auf Anhieb enge Freunde findet, sondern nur lockere Bekanntschaften macht, darf man sich nicht unterkriegen lassen. Freundschaften müssen sich schließlich entwickeln und entstehen nicht von einer Sekunde auf die andere. Ich würde sagen bei mir hat es bestimmt zwei Monate gedauert, bis ich eine Person gefunden hatte, die ich wirklich als enge Freundin gesehen habe. 

Ein Punkt, den ich nicht auslassen möchte, ist, wie es mit den Freundschaften weitergeht, nachdem man zurück nach Hause geflogen ist. Hier habe ich schnell gesehen, wer ernsthaftes Interesse daran hat, weiterhin mit mir befreundet zu bleiben und wer nicht. Mittlerweile habe ich ungefähr vier enge Freunde aus Amerika mit denen ich fast täglich schreibe und auch immer wieder Facetime. So lässt sich der Kontakt gut halten und ich bin mir sicher, dass ich diese Leute auch besuchen werde, sobald Corona es zulässt.