Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Hannah in den USA

Abschied

Dies ist mein siebter und letzter Bericht. Ich bin nun nämlich schon seit knapp zwei Wochen wieder in Deutschland.

Meine letzten Wochen in den USA waren noch einmal richtig aufregend und auch ziemlich anstrengend.

Zuerst war alles noch ganz normal. Wir haben vom Football noch einige Spiele gehabt, und auch beim Hockey fand noch regelmäßig Training statt. Doch als Football dann zu  Ende war, habe ich doch langsam gemerkt, dass das Schuljahr und damit auch mein Auslandsjahr bald vorbei sein würden.

Die Footballsaison haben wir trotz einiger suspendierter und verletzter Spieler noch als Zweiter beendet. In den Playoffs sind wir auch nur knapp vor dem Finalspiel ausgeschieden. Aber nicht nur, weil wir relativ erfolgreich waren, hat mir das Footballspielen Spaß gemacht. Der Sport selbst war eine schöne Erfahrung und vor allem das Team hat dazu beigetragen, dass es so gut war. Ich habe durch Football echt eine Menge toller Menschen kennengelernt. Mit den meisten aus dem Team habe ich auch eine richtige Freundschaft entwickelt, die enger ist als "nur" Teammates zu sein.

Das Hockeytrainig fand bzw. findet auch den ganzen Sommer über noch statt.  Das war sehr schön, zum einen natürlich, weil mir Hockey einfach Spaß macht, aber vor allem, da ich so das Team auch noch etwas länger regelmäßig sehen konnte.

Ansonsten habe habe ich mit allen Freunden noch so viel Zeit wie möglich verbracht. Dabei haben wir teilweise auch noch ein bisschen Sightseeing gemacht oder wir sind zum Wandern in die Berge gefahren.

Obwohl es neben Schule, meinen Hobbies und Kofferpacken extrem stressig war, mich so oft mit Freunden zu treffen, bin ich echt froh, dass ich es gemacht habe. Es war so schön, mit allen nochmal was zu machen, da ich ja nicht weiß, wann oder sogar ob wir uns mal wiedersehen.

Das Gleiche gilt auch für meine Gastfamilie. Auch mit ihnen wollte ich noch so viel Zeit wie möglich verbringen. Das Highlight davon war ein Kurztrip nach Los Angeles/ Hollywood mit meiner Gastmutter und einer Gastschwester. Dort haben wir uns als erstes natürlich die Sterne und Betonabdrücke am "Walk of Fame" und die berühmten “HOLLYWOOD”-Buchstaben angeschaut. Damit sich wegen Corona keine Gruppen bilden, war der Platz mit den Abdrücken leider abgesperrt, aber man konnte sie durch die Absperrung immer noch sehen. Die anderen meinten, dass es in der kompletten Umgebung schöner war als sonst, da es viel weniger Touristen gab.

Außerdem waren wir in Santa Monica und Venice Beach. In Santa Monica am Strand war es richtig schön und auch auf dem Pier war es interessant. Man hatte einen super Ausblick über die komplette Bucht und das Meer. Als wir später noch an den Strand gegangen sind, wollten Tay und ich unbedingt schwimmen gehen, obwohl es noch Mai war. Meine Gastmutter hat uns erst für verrückt erklärt, dann aber doch gelassen. Das Wasser war eigentlich sogar ziemlich warm und man konnte schon gut drin schwimmen.

Venice Beach war nicht ganz so idyllisch wie Santa Monica, dort konnte man zwar einige Skater und Basketballer sehen, die echt gut waren. Unter den Leuten dort gab es aber auch viele, die nicht ganz nüchtern waren.

An einem anderen Tag waren wir in den Universal Studios. Da wir alle drei Potterheads sind, mussten wir natürlich zunächst nach “Hogsmeade” (Es heißt zwar Hogsmeade, einige der Shops sind aber z.B. aus der Winkelgasse). Dort ging es als erstes zu Ollivander's, Zauberstäbe kaufen. Mit den Zauberstäben konnte man dann tatsächlich zaubern, bzw. es gab einige Stationen in “Hogsmeade”, an denen man mit seinen Zauberstäben irgendwelche Effekte auslösen konnte. So konnte ich zum Beispiel an einem Haus mit dem Zauberspruch "inferio" einen Kamin zum Feuerspucken bringen.

Danach waren wir in den anderen Shops gucken und "einkaufen". Die Läden sahen aus wie die in den Harry Potter Filmen, z. B. gab es "Flourish & Blotts", wo man Zauberbücher kaufen konnte, bei "Madam Malkin's Robes for All Occasions" konnte man Zauberumhänge und Quidditch-Trikots bekommen und bei "Honeydukes" gab es Harry Potter Süßigkeiten. Außerdem haben wir überall wo es ging die Zauberstäbe benutzt.

Danach sind wir mit den beiden Harry Potter Attraktionen gefahren und haben uns anschließend alles andere im Park angesehen. Wenn die Wartezeiten nicht zu lang waren, sind wir auch mit anderen Karussells und Achterbahnen in anderen Parkabschnitten gefahren. So gab es in den Hollywood Studios eigene Motto-Bereiche für die "Simpsons", für "Jurassic Park", für "Pets" und so weiter.
An einer Hauswand befand sich eine bewegliche Figur von "Donkey" aus Shrek, mit der man sich richtig unterhalten konnte. Sie hat sich mit mir über mein Austauschjahr in den USA unterhalten und sogar ein paar Worte Deutsch gesprochen. Eigentlich wurden die Shrek-Attraktionen vor Jahren schon durch das Kung-Fu-Panda-Motto ersetzt. Donkeys Unterhaltungen sind aber so beliebt, dass er bleiben und weiter mit den Besuchern reden darf. Auch für mich gehörte die Unterhaltung mit ihm zu den Highlights des Tages.

 

Nach dem verlängerten Wochenende in Los Angeles stand in der Schule schon die Graduation Week vor der Tür.

Obwohl für den Jahrgang zu dem ich gehörte der Abschluss erst im nächsten Jahr ansteht, meinten meine Freunde, dass ich auch an den Feierlichkeiten teilnehmen müsse. Schließlich wären es ja für mich auch die letzten Tage an der High School und somit auch mein Abschluss. Auch wenn sie damit nicht ganz unrecht hatten, ließ sich die Schulleitung davon leider nicht überzeugen. Meine Freunde haben mich aber trotzdem bei einer riesigen Parade, bei der alle High-School-Absolventen mit ihren geschmückten Autos durch die Hauptstraßen der Stadt gefahren sind, auf einen ihrer Trucks "geschmuggelt" und mitgenommen.

An der großen Abschlussfeier, der Graduation Ceremony, durfte ich sogar offiziell teilnehmen, aber natürlich nur als Zuschauer - also ohne Doktorhut und Umhang. Obwohl die Reden in praller Sonne bei über 30 Grad echt super lang erschienen, war es trotzdem ein besonderes Erlebnis, dabei gewesen zu sein.

 

Am letzten offiziellen Schultag wurden die Yearbooks ausgegeben. Darin sind die Highlights und Aktionen des vergangenen Schuljahres mit vielen Bildern und Artikeln aufgeführt. Ich dachte erst, dass das schnell erledigt sei, es handelte sich aber um ein stundenlanges Event. Nach dem Abholen seines Yearbooks ging jeder auf den Hinterhof, wo schon hunderte Schüler auf ihre Freunde warteten, um sich in deren Yearbooks zu verewigen. Da sich dies auch in den vergangenen Jahren über Stunden hinzog, waren sogar extra Food Trucks bestellt worden, um die Schüler zu verköstigen. Vom frühen Nachmittag bis 9 Uhr abends waren dort einfach nur eine Menge Leute, die versucht haben, so viele Freunde wie möglich im Gedränge aufzuspüren, um sie ins Yearbook schreiben zu lassen und sich für den Sommer zu verabschieden.

Danach fingen die Sommerferien und damit auch meine letzte Woche an, in der meine Gastfamilie eine Abschiedsfeier für mich organisiert hatte. Während bei meiner Abschiedsfeier aus Deutschland alles amerikanisch geschmückt war, lautete das Motto dieser Party "Deutschland". Auch wenn einige schon verreist waren, konnte ich eine Menge Teamkollegen und Freunde auf dieser Feier begrüßen.

Obwohl die Party richtig schön war, war ich zugleich total traurig. Während und nach der Feier wurde mir erst wirklich bewusst, dass ich meine Gastfamilie und meine neu gewonnenen Freunde, wenn überhaupt, erstmal für eine ganze Weile nicht mehr wiedersehen würde.

 

Die paar Tage, die mir danach noch blieben, habe ich genutzt, mich mit Freunden zu treffen und meine Sachen zu Ende zu packen. An meinem letzten ganzen Tag in Utah habe ich mich am Morgen noch einmal mit meiner besten Freundin von dort getroffen, und am Abend waren wir noch einmal mit der ganzen Familie essen. Es war ein wirklich wunderschöner Abschlusstag. Nach dem Essen musste ich mich schon von den ersten meiner Gastgeschwister verabschieden. Sie wohnen nicht mehr alle zuhause, sodass ich sie am Morgen meiner Abreise nicht mehr sehen konnte.

Die nächste Nacht habe ich, wie auch schon vor dem Hinflug, kaum geschlafen. Ich war viel zu aufgeregt und vor allem traurig, dass ich das alles hinter mir lassen musste.

Die Gastgeschwister, die noch zuhause gewohnt haben, haben sich am anderen Morgen von mir verabschiedet. Meine Gasteltern und mein Gastbruder haben mich dann zum Flughafen gebracht. Kaum dort angekommen, musste ich schon einchecken und endgültig meine Rückreise antreten. Beim Zwischenstopp in Chicago hatte ich nochmal mit meiner Gastfamilie und einigen Freunden Kontakt und habe mich nochmal für die tolle Zeit, die sie mir bereitet haben, bedankt. Danach ging es dann im Flieger nach Frankfurt. Auf dem Flug wechselte meine Traurigkeit über den Abschied von meiner Gastfamilie und meinen neuen Freunden in Vorfreude auf mein Zuhause in Deutschland. Dabei habe ich dann gemerkt, wie sehr ich meine deutsche Familie, meine Freunde und alles andere vermisst habe.

Am Flughafen in Frankfurt haben mich meine Eltern und Geschwister mit einem tollen Banner begrüßt. Es war wirklich schön, sie nach so langer Zeit wiederzusehen und in die Arme zu nehmen. Damit ich nach dem langen Flug nicht gleich wieder drei Stunden im Auto sitzen musste, ist meine Familie mit mir zuerst nach Hochheim, einem malerischen Weinort bei Frankfurt, gefahren. Dort haben wir gegessen und einen Spaziergang durch die Weinberge gemacht, bevor es dann wirklich nach Hause ging.

 

Jetzt bin ich etwa eineinhalb Wochen wieder zuhause. Ein paar meiner Freunde haben mich schon besucht und sich von meinen Erlebnissen in den USA berichten lassen. Ich habe an der Probe des Musikvereins, in dem ich Posaune spiele, teilgenommen und auch mit meiner Hockeymannschaft habe ich schon wieder trainiert. Abgesehen davon, dass ich noch nicht wieder zur Schule gehen muss, hat mich der Alltag schnell wieder eingeholt.

Ich hatte - trotz der Corona-Einschränkungen - ein super Jahr in den USA und bin mit vielen neuen Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen zurückgekehrt. Meine Gastfamilie, meine High School und meine amerikanischen Freundinnen und Freunde werde ich wohl nie vergessen - die Zeit dort war einfach zu schön. Jedem, der irgendwie die Möglichkeit hat, ein High School Year in den USA zu verbringen, kann ich nur empfehlen, es auch zu machen. Er wird es nicht bereuen.

 

Du möchtest auch ein Auslandsjahr in den USA verbringen? Dan vereinbare jetzt einen kostenlosen Beratungstermin mit uns!

Beratungstermin vereinbaren