Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Timo in British Columbia

Weihnachten, Silvester und das Ende vom ersten Semester

Weihnachten, Silvester und die Weihnachtsferien:
Jetzt bin ich schon fast 5 Monate hier in Kelowna und es ist so viel passiert: Am Tag vor Weihnachten waren wir abends bei einer befreundeten Familie. Wir hatten gutes Essen und haben viel gespielt. Das Schönste für mich ist, dass mich meine Gasteltern wie ihr eigenes Kind behandeln. Ich gehöre einfach dazu und darf überall mit hinkommen. Am 24. Dezember waren meine Geschwister und ich morgens draußen und haben im Schnee getobt. Abends haben wir mit der Familie die Weihnachtsgeschichte gelesen und die Stockings mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken gefüllt. Die Geschenke gibt es in Kanada erst am 25. Dezember morgens.

Bei mir in der Familie war es so, dass die Stockings ausgepackt werden dürfen, wenn man wach wird und ins Wohnzimmer kommt. Mein kleiner Gastbruder war natürlich als erster wach und hatte seine Stockings schon lange ausgepackt als mein ältester Gastbruder endlich aufgestanden ist. Die anderen Geschenke haben wir nach dem Frühstück zusammen ausgepackt. Mein Gastvater hat immer ein Geschenk genommen und es einem von uns gegeben und dann haben alle zugeguckt, wie es ausgepackt wird, dies dauert bei 7 Personen zwar auch mal gut 2 Stunden, macht aber super viel Spaß und man merkt gar nicht, wie die Zeit verfliegt. Zum Abendessen gab es traditionell Truthahn.

Der Ausblick aus dem Wohnzimmerfenster Richtung See:

Nach Weihnachten waren wir mit der ganzen Familie Skilaufen in Big White. Vor Corona ist meine Gastfamilie oft freitags nach der Schule zum Night-Skilaufen gefahren. Das gibt es in diesem Jahr leider nicht und so haben wir uns alle riesig gefreut: Einen Tag Skifahren. Ich war zum ersten Mal Downhill-Skifahren. Mein Gastvater hat es mir erklärt und nach ein bisschen Üben habe ich es ganz gut hinbekommen. Es war ein super lustiger Tag mit der ganzen Familie und Skifahren ist eine super Erfahrung, die man in Kanada auf jeden Fall einmal gemacht haben sollte, wenn man die Chance dazu hat.

Am 30. Dezember sind wir nach Vernon gefahren und haben die Schwester von meinem Gastvater besucht. Sie hat auch Kinder in meinem Alter und so war es eine gute Möglichkeit mit anderen ins Gespräch zu kommen und viele neue lustige Sachen zu machen. Am 31. kam die Familie zu uns und wir haben Silvester zusammen gefeiert. Das bedeutet, man hat Buffet, spielt viele Spiele und hat Spaß. Um Mitternacht wird angestoßen. Ein Teil der Familie ist noch zwei weitere Tage bei uns geblieben. Wir haben viel gespielt, waren Rodeln und ich habe an einem Abend mit meiner Gastschwester und ihrer Cousine 2 Stunden lang Fotos gemacht. Ich habe hier schon sehr viele neue Spiele gelernt, von denen ich einige auf jeden Fall mit nach Deutschland bringen werde.

Eigentlich waren die Ferien dann auch schon vorbei, aber da auch hier in Kanada die Infektionszahlen sprunghaft nach oben gingen, wurde für ganz British Columbia beschlossen, die Winterferien um eine Woche zu verlängern. In Deutschland hätte ich mich über eine Woche längere Ferien gefreut, aber hier macht mir die Schule total viel Spaß und so war ich ein bisschen traurig. Außerdem habe ich meinem Gastvater morgens fleißig beim Schneeschieben in der Einfahrt geholfen. Zum Glück gibt es hier eine Schneefräse, die Einfahrt ist etwas größer. Teilweise hatten wir bis zu 25 cm Neuschnee.

Die Schule geht weiter:
Eine Sache ist hier in Kanada anders als in Deutschland, die Schule ist mehr oder weniger von Beginn an durchgeplant. Es fällt auch nie Unterricht aus. Wenn ein Lehrer krank ist, gibt es einen Ersatzlehrer, der den Unterricht vertritt. Dadurch hat man in einigen Fächern gemerkt, dass man eine Woche weniger Schule hat. Mein Theater Production Lehrer hat zum Beispiel drei Schüler aus seiner Klasse, unter anderem mich, angeschrieben, um zu fragen, ob wir ihm an einem Tag in den Ferien mit dem Set für Mamma Mia helfen können, weil wir dieses sonst eventuell nicht mehr fertigbekommen. So durfte ich den letzten Ferientag schon in der Schule verbringen und hatte sehr viel Spaß mit zwei Lehrern und zwei Schülern 6 Stunden lang zu bauen.

In der Schule stand aber auch das Ende von Semester 1 an. Das heißt nicht nur, dass schon die Hälfte meiner Zeit hier in Kanada um ist, sondern auch die Final Exams näher rückten. Zum Glück hatte ich nur in Physik ein Final Exam und in Comparative Cultures ein Final Assignment. Für Comparative Cultures haben wir im Unterricht sehr viel Zeit bekommen, sodass ich zum Glück dafür nichts zu Hause machen musste. Für Physik dagegen habe ich zu Hause sehr viel gelernt, denn im Final Exam kommen alle Themen, die man über das Jahr gemacht hat, noch einmal dran. Und wenn man jetzt denkt, ach Final Exam, 60 Multiple Choice Questions, das ist doch nicht schwer. Doch ist es. Denn man muss sich dafür sehr stark konzentrieren, weil der Großteil etwas kompliziertere Rechenaufgaben sind und dies wird in einem 2,5 Stunden Exam irgendwann etwas anstrengend. Abgesehen davon zählt das Final Exam kaum 50%, das macht in etwa 7% Unterschied in der Endnote. Im 2. Semester werde ich 4 neue Fächer haben und so hatte ich Ende Januar zum letzten Mal Physik 12, Foods, Comparative Cultures 12 (CC12) und Theater Production. Unsere CC12 Lehrerin hat sich von mir und meinen Freunden verabschiedet und meinte, dass wir auf jeden Fall unsere Pausen gerne weiter bei ihr im Raum verbringen dürfen. Außerdem hat sie der Klasse angeboten, ihr ein Feedback zu geben.

Am Samstag vor dem Final Exam habe ich mich noch mit einem International Student aus Italien Downtown getroffen. Wir waren auf dem Vancouver Trip zufällig in einem Zimmer und haben eine gute Freundschaft geschlossen. Er musste Ende Januar schon nach Hause fliegen, weil er nur für 5 Monate hier war. So haben wir uns trotz der -2° C getroffen. Wir haben einen super Bäcker gefunden, bei dem es richtig leckeres Brot gab, nebenbei haben wir uns über die Zeit hier unterhalten. Wir sind auch einmal im Park entlanggelaufen und sogar 10m auf die Brücke gegangen, von der man im Sommer einen tollen Blick auf den Okanagan See hat. Ende Januar war es grau und sehr windig und kalt. Jetzt ist schon die Hälfte meiner Zeit in Kanada vorbei, aber ich freue mich auf die neuen Fächer im 2. Semester, über die ich im nächsten Bericht schreiben werde.