Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Molly in Kanada

Thanksgiving, Halloween und ein Gastfamilienwechsel

Hello everyone! 

Es ist unglaublich, wie schnell sich schon wieder das Ende des Monats anbahnt und es Zeit wird, euch einen Einblick in mein Leben hier in Kanada zu geben! 

 

 

Diesen Monat ist wirklich sehr viel passiert und ich freue mich euch davon zu erzählen!

Um mal einen kleinen Teaser zu geben: Wer etwas über Thanksgiving, Halloween, Spirit Weeks an High Schools und über das Thema Gastfamilienwechsel etwas erfahren möchte, ist hier genau richtig!

Der Oktober begann mit einer ganz traditionellen Erfahrung, die keinem Austauschschüler im nordamerikanischen Herbst fehlen darf: dem Thanksgiving Feiertag. Thanksgiving findet in Kanada immer Anfang Oktober statt, früher als in Amerika. Obwohl der Feiertag am Montag, den 11. Oktober stattfand, haben die meisten Familien meiner Freunde schon am Wochenende Thanksgiving Dinner veranstaltet! Leider hat meine letzte Gastfamilie Thanksgiving überhaupt nicht gefeiert, was hier sehr unüblich ist, doch ich wurde zu meiner großen Freude von einer kanadischen Freundin zu einem großen Thanksgiving Dinner mitsamt ihrer ganzen Familie eingeladen. 

 

 

Gefeiert haben wir in einem Pavillon auf dem wunderschönen Waldgrundstück ihrer Familie und alles war mit Kürbissen und Erntedankgaben geschmückt. 

Thanksgiving bedeutet für Kanadier: ein herbstliches Fest und Abendessen mit viiiiel Essen und am besten mit der ganzen Familie und Freunden. 

Bei meiner Freundin war das nicht anders: Viele ihrer Verwandte kamen zu dem Dinner, es gab leckeres Essen, Musik, gute Stimmung - und von allem reichlich!

 

Nun komme ich zu einem eher nicht so vergnüglichen Thema und zwar dem Gastfamilienwechsel, den ich in den vergangenen Wochen gemacht habe. 

Dem vorausgehend möchte ich sagen, dass die allermeisten Gastfamilien unglaublich nett sind und ihren Gastschüler mit Freude in ihrer Familie aufnehmen. Ich möchte  niemandem Angst vor dem Leben in einer neuen Familie machen, in den allermeisten Fällen klappt es sehr gut und  die meisten Austauschschüler fühlen sich sehr wohl bei ihren Gastfamilien. Falls es jedoch nicht so gut funktioniert, gibt es immer Hilfe von den Koordinatoren vor Ort. 

In meiner Rubrik „Noch nicht gewusst?“ werde ich in diesem Beitrag auch noch mehr auf dieses Thema eingehen!

Da ich mich in meiner ersten Gastfamilie leider nicht sehr wohl gefühlt habe, da mich meine letzten Gasteltern nicht wirklich gut in die Familie inkludiert haben, ich die meiste Zeit alleine Zuhause war und mich beispielsweise auch nie auf ihre Trips mitgenommen haben, habe ich nach einem Monat des Ausprobierens beschlossen, mit der Koordinatorin in meiner Schule über meine Situation zu sprechen. Nachdem wir miteinander gesprochen hatten, haben wir beide zugestimmt, dass es besser wäre, wenn ich meine Gastfamilie wechsle, da ich für das ganze Jahr hier leben werde und die Organisation natürlich möchte, dass es den Schülern gut geht!  

 

Also habe ich dann am 21. Oktober wieder meinen Koffer gepackt und bin am nächsten Tag mit der Koordinatorin zu meiner neuen Gastfamilie gefahren, die ich vorher schon über einen FaceTime-Anruf kennengelernt hatte. Meine neue Familie wohnt nicht weit von meiner Schule entfernt und tatsächlich wohne ich jetzt sogar näher an vielen Freunden. 

In meiner neuen Gastfamilie bin ich jetzt auch kein Einzelkind mehr, sondern habe als Geschwister einen jüngeren Gastbruder und eine andere internationale Schülerin, meine japanische Gastschwester, die bis März hier in Kanada bleibt. Morgens laufen wir immer zusammen zur Schule, denn wir gehen alle auf dieselbe High School. 

Meine neuen Gasteltern sind unglaublich nett und generell fühle ich mich viel mehr willkommen und wohler als in meiner ersten Gastfamilie. Wir haben direkt am ersten Abend zusammen gekocht und einen Film geschaut, am Wochenende haben wir dann Kürbisse geschnitzt, da „Pumpkin carving“ eine große Halloween Tradition in Kanada ist. Außerdem haben wir das Ice Hockey Spiel meines Gastbruders besucht und sind zusammen einkaufen gegangen. 

Auch wenn ich erst knapp mehr als eine Woche bei meiner Gastfamilie wohne, weiß ich jetzt schon, dass es nicht besser sein könnte, da ich mich sehr wohl hier fühle und wir uns alle sehr gut verstehen und mögen!

 

 

In der letzten Oktoberwoche hatten wir Spirit Week an meiner High School, das heißt, es gab jeden Tag ein anderes Motto, zu dem sich alle passend angezogen haben. Mein Leadership Kurs hat die ganze Woche geplant und organisiert, wir haben Plakate aufgehängt und auch den Kostümwettbewerb am Ende der Woche veranstaltet. Da am Montag keine Schule war, hat die Spirit Week am Dienstag gestartet, mit dem Motto Twin Tuesday, bei dem alle Schüler sich identisch mit einer anderen Person angezogen haben. Danach folgten One Colour Wednesday (gekleidet in nur einer Farbe), Throw Back Thursday (Outfits wie in früheren Jahrzehnten) und Freaky Friday, an dem alle Leute, sogar die Lehrer, ihre Halloween Kostüme in die Schule angezogen haben.  

 

 

 

 

Am Wochenende war dann alles in Halloween Spirit getaucht und wie alle meine kanadischen Freunde mir schon seit Wochen begeistert versprochen hatten, gab es am Samstag einige Halloween Partys bei Kanadiern, zu denen alle Gäste  verkleidet gekommen sind. Am richtigen Halloweentag, Sonntag dem 31. Oktober, habe ich mich mit zwei anderen Austauschschülerinnen getroffen und bin gemeinsam mit den beiden, meinem jüngeren Gastbruder und meiner japanischen Gastschwester, die diese Tradition aus Japan noch gar nicht kannte, zum „Trick or Treating“ um die Häuser gezogen! Abgesehen davon, dass man sich nicht wie in Deutschland nur als gruselige Wesen, sondern schlichtweg in jedwedem Kostüm verkleiden kann, ist Halloween ist genauso wie in Deutschland, der einzige Unterschied sind die vielen Feuerwerke, die am Abend gezündet werden. Als wir durch die Straßen gelaufen sind, hat es sich für uns deutsche Austauschschüler wegen den vielen Feuerwerken ein bisschen wie am Neujahrsabend angefühlt.

Nach der Süßigkeitenjagd haben wir es uns dann bei mir zuhause mit Chips und Popcorn auf dem Sofa bequem gemacht und mit meiner Familie zusammen ganz Halloween-mäßig Horrorfilme angeschaut.   

 

 

 

Ich freue mich nun schon auf den November und die beginnende Winterzeit in Kanada! 

Habt eine gute Zeit und bis bald!

 

See you soon!

Eure Molly

 

 

Rubrik: Noch nicht gewusst?

Gastfamilienwechsel - Ein Thema über das vorher nicht allzu viel geredet wurde? 

 

(Die Dinge und Vorgänge, die ich beschreibe, beinhalten meine Perspektive, bzw. geben wieder was ich erlebt habe oder von anderen „Wechslern“ hier in Nanaimo erfahren habe)

 

Obwohl die meisten Austauschschüler sich sehr wohl bei ihrer neuen Familie fühlen, gibt es leider immer auch Ausnahmen, bei denen die Situation nicht so passt und in denen ein Gastfamilienwechsel die bessere Lösung ist. 

Die Gastfamilie zu wechseln ist natürlich keine einfache Entscheidung, da man sich darüber klar werden muss, dass jeder Austauschschüler sich mal unwohl im neuen Zuhause fühlt und ein Leben bei anderen Menschen immer Herausforderungen birgt. Aber manchmal funktioniert es einfach auch nicht. 

Ich denke, wann es an der Zeit ist mit den Koordinatoren vor Ort zu reden, muss jeder selbst entscheiden, ich habe über einen Monat bei meiner ersten Gastfamilie gewohnt, es also eine Zeit lang noch ausprobiert, bevor ich mich entschieden habe, mit unserer Koordinatorin zu sprechen. Andere Gastschüler, die ebenfalls gewechselt sind, haben schon nach zwei oder drei Wochen das Gespräch und Hilfe für einen Wechsel gesucht. Da die Koordinatoren immer einen Tag der Woche in der Schule verbringen, kann man als Gastschüler ganz unverbindlich Themen ansprechen, die einem auf dem Herzen liegen. Bei Problemen in oder mit der Gastfamilie kann man also jederzeit nach Rat und Hilfe suchen. 

 

Oft wird dann ein folgendes Treffen vorgeschlagen, bei dem man sich noch eingehender außerhalb der Schule unterhalten kann. Dieses ist ebenfalls unverbindlich und muss keine Folgen oder Auswirkungen auf euer Leben haben, dass heißt, es ist auf jeden Fall vertraulich. Wenn ein Gastfamilienwechsel gewünscht ist, solltet ihr erklären, warum ihr nicht bei der jetzigen Familie leben möchtet, was ihr gerne anders hättet, ich wurde beispielsweise auch nach einer idealen Wunsch-Situation gefragt. Steht danach der Gastfamilienwechsel fest, wird nach einer neuen, passenderen Familie gesucht. Erst wenn diese gefunden ist, es also schon einen guten „Plan“ gibt, wird der alten Gastfamilie über das Vorhaben mitgeteilt. Das könnt ihr machen, müsst ihr aber nicht, da normalerweise die Koordinatoren solche „problematischen“ Gespräche übernehmen, entweder mit oder ohne euch. Nach der Information der alten Gastfamilie bleiben der neuen und alten Gastfamilie zwei Wochen Zeit sich auf den Umzug vorzubereiten (es sei denn schwierige Umstände machen den Umzug unaufschiebbar). Das bedeutet, man muss noch zwei Wochen lang mit der alten Gastfamilie leben, während sie wissen, dass man sie verlassen will. Das kann eine harte Zeit sein und ist auch sicherlich nicht das Angenehmste, allerdings sollte man sich klarmachen, dass diese Zeit vorübergeht und nur der unangenehme Zwischenshcritt zu einer neuen Lebenssituation ist. Am Tag des Umzugs kommt der Koordinator, holt euch ab, nimmt das Gepäck mit und bringt euch zur neuen Gastfamilie, die ihr vielleicht vorher schon mal nachmittags zum Gespräch oder (in meinem Fall) über FaceTime getroffen habt. 

Mein Tipp ist, probiert es erstmal aus, euch in der neuen Lebenssituation im Ausland zurecht zu finden, da nicht alles Ungewohnte oder Fremde gleich ein Grund zum Wechseln sein muss. 

 

Fall es aber der Fall sein sollte, dass ihr euch entscheidet zu gehen, dann kann ich sagen, dass ich von allen Schülern, die ihre Gastfamilie gewechselt haben, weiß, dass es ihnen danach sehr viel besser ging und sie sich sehr wohl bei der neuen Familie fühlen - mich eingeschlossen. Deswegen rate ich euch, wenn ihr euch wirklich nicht wohl fühlt, allen Mut zusammen zunehmen und etwas zu sagen, auch wenn dass wirklich unangenehm sein kann, sich aber von alleine nichts ändern wird. Manchmal hilft ein Familienwechsel viel weiter und schließlich solltet ihr euch in eurem Auslandsjahr auch wohl fühlen.