Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Molly in Kanada

Dezember auf Vancouver Island

Hello everyone!

 

Merry Christmas and Happy New Year 2022!

Ich hatte mich schon die ganze Zeit auf den Dezember in Kanada gefreut, da Weihnachten, Neujahr und auch ein Skitrip mit dem internationalen Programm nach Whistler auf dem Plan standen. Eines kann ich jetzt schonmal sagen: Dieser Monat hat unglaublich viel Spaß gemacht und war einer der erlebreichsten meines bisherigen Auslandsjahres.

 

Schon in der ersten Woche im Dezember hat es angefangen hier zu schneien. Über Nacht war plötzlich alles mit Schnee bedeckt und auch wenn man denken würde, dass es für Kanadier normal ist verschneite Winter zu haben, gibt es hier auf Vancouver Island normalerweise nicht so früh im Dezember. Es hat dann auch noch zwei weitere Wochen geregnet, bevor es kurz vor Weihnachten wieder anfing zu schneien - und gar nicht mehr aufhören wollte. Bis Neujahr hat es fast jeden Tag geschneit und die Räumungsdienste kamen mit dem Räumen der vereisten und zugeschneiten Straßen überhaupt nicht mehr hinterher. Meine Gastfamilie hat mir mehrfach erzählt, dass es gar nicht so gewöhnlich ist so viel Schnee auf Vancouver Island zu bekommen, aber für uns Austauschschüler war es natürlich der perfekte kanadische Winter. Es war wirklich unfassbar schön, weiße Weihnachten und verschneite Winter Holidays in Kanada zu erleben. 

 

 

 

Am ersten Dezember Wochenende hat meine Gastfamilie abends einen Ausflug in Milner´s Gardens gemacht, ein großes Grundstück in einer Nachbarstadt, das in der Weihnachtszeit immer mit tausenden von Lichtern und Dekorationen geschmückt ist. Zusammen mit einer Freundin von mir sind wir durch den dunklen Park gelaufen und haben die mit weihnachtlichen Lichterketten geschmückten Bäume bewundert. 

Auch viele Häuser in unserer Nachbarschaft sind über und über mit Lichterketten und Weihnachtsschmuck behängt, von den aufblasbaren Weihnachtsfiguren, sowie glitzernden oder leuchtenden Dekorationen in den Vorgärten mal ganz abgesehen. 

 

Ein definitives Highlight in meinem bisherigen Auslandsjahr war der Anfang Dezember stattfindende Trip nach Whistler. Zusammen mit vielen anderen internationalen Schülern aus unserer Stadt bin ich für drei Tage zum Skifahren in das Whistler Ski Resort gefahren und habe im Skidorf Whistler gewohnt. Wir durften zwei Tage auf Black Comb und Whistler Mountain gemeinsam mit Ski Instruktoren in Gruppen von morgens bis nachmittags Ski- und Snowboard fahren. Es hat während der drei Tage unglaublich viel geschneit und das Dorf war für all die Skitouristen über und über weihnachtlich geschmückt, weswegen wir uns gefühlt haben wie im Winter Wunderland. Da ich die letzten zwei Jahre wegen Corona nicht Skifahren gehen konnte, war es toll mal wieder auf der Piste zu sein und gemeinsam mit allen anderen Austauschschüler den ganzen Tag lang Ski zu fahren. Auch zusammen mit meinen Freundinnen im Hotelzimmer zu wohnen, durch das verschneite Skidorf zu laufen, den an Straßenecken aufgestellten Carol Singern zuzuhören und abends den Hot Tub zu genießen, während Schnee auf unsere Köpfe fiel, war einfach wunderschön. 

 

 

 

 

In der letzten Ferienwoche war bei uns an der Schule eine Holiday Spirit Week, die passend zu Christmas einen Ugly Xmas Sweater Day, weihnachtlich geschmückte Hallways und Klassenzimmertür Dekorationen beinhaltet hat. Passend zu Weihnachten gab es in der letzten Woche einen gemeinsamen kostenlosen Turkey Lunch für alle Stufen. Am allerletzten Schultag hat unsere Cafeteria morgens ein Pancake Breakfast organisiert und alle Schüler sind in ihren Pyjamas zur Schule gekommen. Einen PJ´s Day am letzten Tag vor den Winter Holidays zu haben ist eine weit verbreitete Tradition an kanadischen Schulen. 

 

Anfang der Winterferien habe ich gemeinsam mit einer Freundin einen Ausflug zum Neck Point gemacht, einem Aussichtspunkt am Nordende der Stadt, von wo aus man einen wunderschönen Ausblick über den Pazifischen Ozean hat. Schon auf dem Weg eine Robbe in der Bucht schwimmen gesehen und von der Aussichtsplattform konnte man in der Ferne die Fontänen von vorbeischwimmenden Walen beobachten. Der Blick über den Ozean war wie immer atemberaubend. 

Es war interessant, dass am näher am Meer und tiefer gelegenen Neck Point überhaupt kein Schnee auf dem Boden lag, während bei dem Haus meiner Gastfamilie über 20 Zentimeter Schnee auf der Straße lagen, die jede Nacht mehr wurden. Da Nanaimo länglich an der Pazifikküste liegt kommt es beispielsweise bei Schneefall immer darauf an, wo genau man sich in der Stadt befindet, da das Wetter hier je nach Höhe des Standortes und Nähe zum Meer sehr variiert. 

 

 

 

Weihnachten findet in Nordamerika natürlich am Morgen des 25. Dezember statt und meine japanische Gastschwester und ich waren sehr darauf gespannt Weihnachten morgens zu feiern. Da Weihnachten in Japan außerdem nicht so sehr gefeiert wird wie in westlichen Ländern, war es für meine Gastschwester ein erstmaliges Erlebnis so reich beschenkt zu werden und den Weihnachtstag zu feiern. Am 24. Dezember habe ich meinem Gastvater den ganzen Nachmittag geholfen, das Essen für Christmas Eve (24. Dezember) und Christmas Day (25. Dezember) vorzubereiten. Der 24. war im Gegensatz zu Deutschland relativ unspektakulär, wir haben abends Appetizer und Pizza gegessen und durften als Familie gemeinsam ein einziges vorzeitiges Geschenk auspacken, was ein Spiel war, dass wir am Abend zusammen gespielt haben. Am nächsten Morgen, dem Weihnachtsmorgen, hat es stark geschneit und wir hatten wahrhaftig malerische weiße Weihnachten.

 

Zum Frühstück haben wir gebruncht und selbst gemachtes French Toast gegessen, bevor wir uns ins Wohnzimmer an den Weihnachtsbaum gesetzt haben. Reihum wurden Geschenke ausgetauscht und alle wurden reichlich beschenkt. Neben vielen weiteren Geschenken haben meine Gasteltern der ganzen Familie einen dreitägigen Trip nach Tofino geschenkt, einer Stadt an der Westküste Vancouver Islands, die für ihre wunderschönen Strände und großartigen Möglichkeiten zum Surfen (auch im Winter) bekannt ist. Leider konnte der Trip aufgrund des starken, andauernden Schneefalls auf der ganzen Insel bisher noch nicht wie geplant stattfinden, aber wir werden ihn hoffentlich etwas später im Jahr bei besserem Wetter unternehmen. Nach der Bescherung habe ich mit meiner Familie in Deutschland telefoniert und ihnen meine Geschenke gezeigt. Am Nachmittag haben meine Gastschwester und ich einen Spaziergang durch den Schnee im nahegelegenen Park unternommen und am Abend gab es ein festliches Weihnachtsessen. Es war ein ganz anderes Gefühl Weihnachten am Morgen statt wie in Deutschland am Abend zu feiern und natürlich war es auch deswegen sehr anders, da ich es nicht zuhause bei meiner eigenen Familie, sondern hier bei meiner Gastfamilie gefeiert habe, aber ich fand es einen unglaublich schönen weihnachtlichen Tag habe nichts vermisst und hätte es mir schöner nicht vorstellen können.

 

 

Im Gegensatz zu Weihnachten wurde das Neue Jahr hier nicht so stark gefeiert wie man es aus Deustchland vielleicht gewohnt sein wird. Am New Year´s Eve sind meine Gasteltern mit mir, einer Freundin und meinem Gastbruder bowlen gegangen und haben danach selbstgemachte Cocktails getrunken. Als es fast zwölf war sind meine Freundin, die ebenfalls deutsch ist, und ich nach draußen gegangen, um gegen 12 Uhr die Feuerwerke anzuschauen. Allerdings haben wir schnell gemerkt, dass es zumindest in meiner Straße augenscheinlich keine einzigen Nachbarn Feuerwerk machen würden und auch als wir etwas später ein paar Straßen weitergegangen sind, um von einem Hügel aus über Nanaimo zu schauen, haben wir lediglich ein einzelnes Feuerwerk in weiter Ferne erblicken können. Meine Gasteltern sind auch direkt nach Mitternacht schlafen gegangen und waren erstaunt, dass wir dachten, man könnte noch eine Viertelstunde nach Beginn des neuen Jahres Feuerwerke sehen. Das neue Jahr hat für mich also etwas ruhiger begonnen, aber ich habe mir mit meiner Freundin trotzdem einen schönen Abend gemacht. 

 

Mit viel Schnee auf den Straßen und aufgrund von Covid-19 verlängerten Winterferien beginnt nun der Januar und damit der letzte Monat für alle Austauschschüler, die nur für ein Semester hier bleiben. Das bedeutet, dass leider auch viele meiner Freunde schon bald zurück nach Deutschland fliegen. 

 

See you soon!

Eure Molly

 

 

Rubrik: „Noch nicht gewusst?“

…Weihnachten in der Ferne

 

Auch in Kanada feiern wie in Deutschland die meisten Menschen Weihnachten. Das hängt gar nicht unbedingt mit Religion zusammen, die meisten Menschen hier sind nicht christlich, aber Weihnachten ist trotzdem ein fester Bestandteil der Winterzeit. Unsere Schule hat schon Ende November alle Flure und Türen festlich geschmückt und es wurde ein Weihnachtsbaum aufgestellt, an den die Schüler Zettel mit ihren Weihnachtswünschen hängen konnten. Neben einer Winter Spirit Week kurz vor den Ferien, sollten Weihnachtshits die morgens über die Lautsprecher des Offices gespielt wurden, die festliche Stimmung in der ganzen Schule verbreiten. Um trotzdem religionsneutral zu bleiben und Schulmitglieder, die anderen Religionen angehören nicht anzugreifen, wurde in meiner Schule das Wort Christmas in Bezug auf alle Dekorationen und Aktivitäten vermieden und es wurde einfach nur „festive“ „Winter“ oder „Holiday Spirit“ gesagt. Aber nicht nur in unserer Schule, auch an vielen weiteren Häusern und Gebäuden war schon Anfang Dezembers seeeehr viel Dekoration für die festliche Zeit des Jahres zu sehen… bunte, blinkende Lichterketten, glitzernde Metallrentiere und riesige aufblasbare Santa Clauses (manchmal mitsamt Schlitten und Rentiergespann) machen da nur den Anfang.

 

Auch meine Familie hat fünf große Boxen voller Weihnachtsdekoration aus dem Keller geholt und wir haben als ganze Familie das Haus geschmückt. Als es dann wirklich Weihnachten wurde und der 25. Dezember vor der Tür stand, haben wir den ganzen Tag davor Vorbereitungen für das Weihnachtsfrühstück und Abendessen getroffen und war somit den 24. Dezember ganz im Gegensatz zum gewohnten Feiern des Heiligabends eher mit Kochen beschäftigt. Am Abend vor Weihnachten, dem Christmas Eve, ist es in Kanada bei den meisten Familien Tradition, dass ein Geschenk ausgepackt werden darf, schon vor der richtigen Bescherung am Morgen. Bei uns haben wir am Christmas Eve ein gemeinsames Familiengeschenk ausgepackt und am nächsten Morgen gab es dann die persönlichen Geschenke. Der Weihnachtsmorgen kann je nach Alter der Kinder und Tradition in der Familie schon sehr früh oder eher entspannt mit spätem Frühstück verlaufen. Zusammen mit meinen beiden Gastgeschwistern sind wir drei Teenager im Haus, was heißt wir waren alle nicht schon um 7 Uhr morgens wach, bei vielen meiner Freunde mit jungen Gastgeschwistern war die Bescherung allerdings schon früh morgens, weil die Kinder nicht lange warten wollten. Bei vielen Familien gibt es ein besonderes Frühstück oder Brunch am Weihnachtstag und nach der Bescherung werden die Geschenke ausprobiert, Spiele zusammen gespielt, geredet oder ein Spaziergang im Schnee gemacht. Am Abend gibt es ähnlich wie in vielen deutschen Familien ein großes Abendessen mit vielen Köstlichkeiten. Meine Gastfamilie hat den Abend mit einem Film ausklingen lassen. 

 

Ich dachte vor Weihnachten, dass ich meine Familie zuhause sehr vermissen würde, da man gewöhnlich die Festtage ja mit seiner Familie verbringt. Allerdings muss ich sagen, dass ich Christmas mit Gastfamilie sehr genossen habe und ich zwar mit meiner Familie sowohl für ihre abendliche Bescherung in Deutschland als auch nach meiner morgendlichen Bescherung telefoniert habe, aber zu meiner eigenen Überraschung gar kein großes Heimweh verspürt habe.