Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Larissa in Schottland

2017 in Schottland - Ich komme!

Die Vorbereitungen für Weihnachten liefen schon früh auf Hochtouren und mit dem Adventskalender, der mir von meinem Gastbruder Lewis geschenkt wurde, wurden die Tage vor Weihnachten heruntergezählt. Lewis hat einen kleinen Elfen namens Legolas. Jeden Tag sitzt er an einem anderen Platz und beobachtet ihn und berichtet Santa, ob Lewis artig war oder nicht. Am ersten Tag im Dezember dekorierten die Mackays und ich die Wohnung, die Weihnachtskarten wurden an den Wänden im Wohnzimmer aufgehangen, der Baum aufgestellt und geschmückt, der Mistelzweig hinter der Tür befestigt und Lichter im Haus und um das Haus herum drapiert. Auch ich habe meinen kleinen Kartentisch in meinem Zimmer und die Geschenke wurden in einer kleinen Nische versteckt. Das Haus war erfüllt von Vorfreude und dem Gesang von Michael Bublé. Abends ging ich mit Vicky, meiner Hausschwester, auf den Weihnachtsmarkt in Edinburgh und zusammen genossen wird den Abend. Rund um das Scot´s Monument war ein Riesenrad aufgebaut und ein hoher Tower. Der Weihnachtsmarkt erstreckte sich den ganzen Park hinab und bis zum National Museum auf der anderen Seite. Ganz Winter Wonderland war erleuchtet. Die Stände auf dem Weihnachtsmarkt erinnerten mich sehr an Deutschland, es roch sogar nach Tannenzweigen und Glühwein. Jedoch sind die Preise weitaus höher. Eine Bratwurst mit Brötchen kostet 5 Pfund! Aus diesem Grund genossen Vicky und ich auch nur die Atmosphäre und sangen lautstark die Weihnachtslieder mit, die überall zu hören waren, während wir über den Weihnachtsmarkt schlenderten. Es war ein schöner Abend und interessant mitanzusehen, wie viele Menschen in ausgelassener Stimmung Unsummen hergeben, um eine Bratwurst zu kaufen oder auf eines der Fahrgeschäfte zu gehen. Doch Vicky und ich haben das gute Wetter genossen und schöne Fotos gemacht. Zusammen mit meiner Gastfamilie war ich auch beim Lichteranzünden in Bonnyrigg. Die Hauptstraße, die sich mittig durch die Kleinstadt zieht, war mit Lichtern ausgestattet. Rundherum wurde ein kleines Straßenfest veranstaltet, dessen Höhepunkt das Anschalten der Lichter war. Auf den Häusern erschienen Lichterketten und der Spruch „Merry Christmas and a Happy New Year.“ Da fühlte ich mich richtig weihnachtlich.

Meine Kirche hat mich gefragt, ob ich an einem Sonntag in einem Weihnachtsgottesdienst spielen könnte, natürlich habe ich mich über die Einladung gefreut und zugesagt, also habe ich in dem musikalischem Gottesdienst ein paar Weihnachtslieder auf meiner Querflöte gespielt und eine Freundin von mir hat Klavier gespielt. Dies hat sehr viel Spaß gemacht, insbesondere, da die Akustik in der Kirche sehr gut war. In der Schule habe ich zudem bei dem Weihnachtskonzert mitgewirkt. Alle Orchester der Schule haben eine großartige Show auf die Beine gestellt und es war schön, ein Teil davon sein zu dürfen. In diesem Monat stand der Schwerpunkt auf Weihnachten, auch in der Schule haben das Musik- und Dramadepartment auf das Weihnachtsmusical hingearbeitet. Die letzte Woche vor den Ferien fanden viele Proben statt und auch die Aufführungen waren ein voller Erfolg, ich hatte sehr viel Spaß. Es ist schön, mit seinen Freunden seine Interessen ausleben zu können. Auch mit meinen Freundinnen aus dem Lunch- Raum haben wir eine Weihnachtsfeier gefeiert. Doch einer der  Höhepunkt meines Monats war mein erster Ceilidh. Live Musik und geduldige Lehrer, die dir auch gerne einmal einen hilfreichen Schubs in die richtige Position gegeben haben, haben mir die stolze schottische Kultur sehr viel näher gebracht. Es war ein wundervoller Abend.


Mit meiner Gastfamilie habe ich auch noch einmal den Weihnachtsmarkt besucht, Lewis hatte Spaß und wir haben die Zeit genossen. Es war schön wieder einmal einen Tag in der Familie zu haben und sich als ein Familienmitglied fühlen zu können. Gegen Abend haben wir dann das Lichterspiel in George Street angeschaut. Dort gab es eine lange Allee von Lichterketten, die dann synchron zur Musik aufleuchteten oder erloschen.

Am 21.12. hatte meine Gastmutter Geburtstag. Jacqui ist an ihrem 50. Geburtstag in die Stadt gefahren und abends mit ihrer Familie essen gefahren. Ich konnte leider nicht dabei sein, da ich an dem Abend eine Aufführung hatte. Am letzten Schultag waren den ganzen Tag lang Schulversammlungen und ich habe in meinem Orchester die Versammlungen begleitet. Nach der Schule hat sich jeder ein schönes Weihnachtsfest gewünscht und sich glücklich in die Ferien verabschiedet.

Den 24.12. haben meine Gastfamilie und ich damit verbracht, das Haus zu putzen und aufzuräumen, was bedeutet, dass das Speisezimmer in den Wintergarten verlegt wird. Die lange Speisetafel wird mit Stühlen aus dem ganzen Haus ausgestattet und das gute Geschirr aus dem Schrank geholt. Meine Gastschwester Vicky und ich standen den ganzen Tag mit meiner Gastmutter in der Küche und bereiteten die Zutaten für den ersten Weihnachtstag zu und hörten dabei Weihnachtslieder. Am Nachmittag fuhren wir als Familie in ein nahes Gartencenter und besuchten Santa Claus, der freudig von meinem Gastbruder erwartet wurde - das ist die alljährliche Tradition der Mackays. Abends haben wir ein mehrgängiges Menü gegessen und schauten uns den Film „Miracle on 34th Street an.“ Um Mitternacht besuchten meine Gastschwester und ich den Heiligabend Gottesdienst und hatten einen schönen ruhigen Abend.

Ich habe mir meinen Wecker vorsorglich auf 6:00 Uhr für den Morgen des 25.12. gestellt, was auch berechtigt war, denn um sieben Uhr kam mein kleiner Gastbruder und hat sehr aufgeregt an meine Tür geklopft und mir meine schon geöffneten Santa-Socken hingehalten. Lewis wollte unbedingt nach unten ins Wohnzimmer und hat uns gedrängt endlich aufzustehen. Familie Mackay hat eine Tradition: Dem Alter nach gehen sie die Treppe hinab zum Wohnzimmer, also haben wir uns der Reihe nach aufgestellt und meine Gastmutter ist als Älteste zuerst hinabgestiegen. Im Flur hatte mein Gastbruder abends einen Tisch mit Gebäck, einer Karotte für Rudolph und Whiskey für Santa aufgestellt. Die Karotte war halb aufgegessen, genauso das Gebäck, nur der Whiskey war ganz verschwunden. Dass Whiskey statt Milch verwendet wurde, hat wieder einmal bewiesen, dass ich mich in Schottland befinde. Also haben wir das Wohnzimmer betreten und das ganze Wohnzimmer war vollgestopft mit Kisten und Tüten mit Geschenken. Lewis hat sich dann auch gleich ans Auspacken gemacht und viele Star Wars und Pokémon Artikel erhalten. Meine Gastfamilie mit den beiden schon erwachsenen Töchtern hat sich vom Sofa aus das strahlende Gesicht von Lewis angeschaut. Meiner Gastschwester und meinem Gasteltern haben die Geschenke sehr gefallen und auch ich habe viele Socken und Pyjamas bekommen, wie ich es mir gewünscht hatte, insbesondere, da einer der Hunde immer auf meinen Socken herumgekaut hatte. In einer kleinen Unterbrechung des Geschenkeauspackens frühstücken wir im Schlafanzug an der großen Tafel im Wintergarten. Es gibt Rührei, Würstchen und Bacon. Danach fingen meine Gastmutter und ihre Töchter an in der Küche zu helfen, während Vicky und ich in meinem Zimmer die Geschenke unserer Familie auspackten. Ab drei Uhr kamen die Großeltern. Zusammen saßen wir im Wohnzimmer und Lewis packte deren Geschenke aus. Die Hunde waren sehr aufgedreht und rannten durch das Haus, während sich elf Menschen unterhielten. Es war laut und chaotisch, jedoch herrschte eine ausgelassene Stimmung. An der Festtafel gab es dann verschiedene Vorspeisenangebote, die von meinem Gastbruder als guter Gastgeber aufgenommen und in die Küche getragen wurden. Die Hauptspeise war Schinken mit Kartoffeln und Gemüse und einem weißlichen Fleisch, das wie Hühnchen schmeckt. Danach wurden verschiedene Nachspeisen serviert und ich fragte mich, wo der Truthahn bleibt. Auf meine Frage hin brach meine Gastmutter in schallendes Gelächter aus. Das weißliche Fleisch war bereits der Truthahn und ich dachte, dass ein ganzer Truthahn auf den Tisch käme und noch angeschnitten werden müsste. Nach dem Essen haben wir mehrere kleine Spiele gespielt, unter anderem ein Spiel, wo man ein kleines Rad drehen muss, bis man Sahne ins Gesicht geschleudert bekommt. Es war ein sehr schöner Abend, auch wenn es an manchen Stellen kleinere Streitereien gab. Spät am Abend haben meine Gastfamilie und die beiden ältesten Töchter das Spiel „Cards against Humanity“ gespielt. Um zwei Uhr bin ich schlafen gegangen. Das Weihnachten in Schottland war sehr witzig und es war eine einmalige Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Am Boxing Day haben wir uns als Familie einen ruhigen Tag gemacht und es hat sogar morgens geschneit, auch wenn der Schnee nicht liegen geblieben ist. Auf dem Sofa liegend haben wir „The Sound of Music“ angeschaut und abends die Reste des Festessens von Weihnachten gegessen.

Den Rest des Monats habe ich mich mit Freunden getroffen und mir einen schönen Mädelsabend mit meiner Gastschwester und „Actually Love“ gemacht. Zudem habe ich in Edinburgh die „National Portrait Gallery“ besucht, den Botanischen Garten und mir abends die Aufbauarbeiten des „Hogmanay“ und „Torch Light Procession“ angeschaut. Edinburgh war sehr schön beleuchtet und viele Menschen waren unterwegs.



An Silvester haben Vicky und ich uns bei einer Freundin getroffen und dort mit unserer Lunch-Gruppe ins neue Jahr hineingefeiert. Es gab Pizza, Musik und viel Lachen. Kurz vor Mitternacht haben wir den Fernseher angeschaltet und uns den Countdown angeschaut und uns im neuen Jahr in eine Gruppenumarmung begeben. Dann haben wir uns das Feuerwerk angesehen und zu Auld Lang Syne getanzt und gesungen. Meine Vorsätze für 2017? Ich werde die nächsten sechs Monate genießen mit meinen Freundinnen und meiner neu gewonnenen Familie. Ich habe mich in den letzten vier Monaten sehr verändert, was mir auch noch einmal vor Augen geführt wurde, durch den Brief, den ich mir selbst auf dem Vorbereitungstreffen von DFSR geschrieben habe und der mir zugeschickt wurde. Ich bin Schottin. Mein Spruch, wenn ich nach meiner Nationalität gefragt werde: „Ich habe meinen deutschen Personalausweis durchgeschnitten und muss jetzt für immer hier bleiben.“ 2017 in Schottland - Ich komme!


 

Larissa berichtet über ihr Austauschjahr in Großbritannien. Hast du auch Lust auf einen Auslandsaufenthalt in Großbritannien? Wir beraten dich gerne!

Beratungstermin vereinbaren