Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Philipp in Schweden

Mittsommer

Wenn man von Schweden hört, ist Mittsommer sicherlich eine der Traditionen, die weit bekannt und für Schweden extrem typisch ist. Ich hatte das Glück, dass ich zu Mittsommer gerade noch dort war und dieses einzigartige Fest mitfeiern durfte, bevor ich nur zwei Tage später abreisen musste. Und obwohl es leider durch Corona nicht möglich war, das Mittsommerfest wie üblich zu feiern, war es trotzdem ein wunderschönes Erlebnis für mich, an welches ich mich nach wie vor gerne zurückerinnere. 

 

Mittsommer ist so ziemlich das größte Fest in Schweden – jeder kennt es, jeder feiert es. Am Wochenende nach der Sommersonnenwende wird der Midsommarafton (Mittsommerabend) am Freitag und der Midsommardagen (Mittsommertag) am Samstag traditionell im Dorf und hauptsächlich im Familienkreis gefeiert.

Unter normalen Bedingungen wäre ein Mittsommerwochenende so abgelaufen, dass sich alle am Midsommarafton im Dorf träfen und dort eine Art Maibaum, nämlich die mit Blumen geschmückte Mittsommerstange aufrichteten. Mit viel Tanz und Gesang würde dann wie seit Jahrhunderten jährlich gefeiert. Anschließend dreht sich alles um Speisen und Getränke – doch dazu später mehr. :D

 

Aufgrund von Corona konnten wir diese Mittsommerbräuche leider nicht alle durchführen. Obwohl die Schweden im Vergleich zu uns sehr locker mit der Pandemie umgegangen sind, es also wenig Kontaktbeschränkungen etc. gab, ging während meiner Zeit dort eben leider doch nicht alles, wie es davor möglich war. Das große Zusammentreffen im Dorf fällt darunter, das heißt Mittsommer feierten wir tatsächlich nur mit wenigen Freunden und der Familie. 

 

Am Freitag wurde das Haus geschmückt, indem wir Birkenäste schnitten und neben bzw. an die Haustür banden. Für beide Feiertage wurde die schwedische Flagge im Garten gehisst, was man meist nur an Flaggtagen wie eben Mittsommer tut. Meine Gastschwester und -mutter flochten Mittsommerkronen, also Blumenkränze aus Rosen, die ebenfalls sehr typisch für dieses Fest sind. Außerdem wurde schon das große Abendessen vorbereitet, was das Highlight des Tages darstellte. Bevor es dazu kam, waren wir allerdings noch bei Familienfreunden eingeladen, um dort gemeinsam Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Dies war das Midsommarfika, das heißt das traditionelle schwedische Fika, nur noch einmal festlicher. In deren kleiner Ferienhütte ein bisschen ab vom Ort, einer sogenannten Stuga, aßen wir also unter anderem sehr leckere Heringstorte, aber auch süßen Kuchen und tranken Kaffee. 

Abends, als wir wieder zu Hause waren, kam mein Gastopa noch vorbei und nun war das Festmahl eröffnet: Es gab verschiedene Arten von Hering und Lachs, eine Art Käsekuchen, Kartoffeln und Gratin, verschiedene Salate, Fleisch und schlussendlich Erdbeertorte. Nach gefühlt einem ganzen Tag nur Essen und Trinken war ich natürlich abends sehr erschöpft und fiel glücklich und satt in mein Bett. 

Am nächsten Tag war ich mit meiner Koordinatorin unterwegs, und zwar auf einen Ausflug mit ihrer Familie, bei dem wir Angeln waren. Angeln hat mir extrem Spaß gemacht und ich lernte dabei auch, meinen ersten Fisch allein auszunehmen. Den Abend verbrachte ich dann wieder mit meiner Familie indem wir unter anderem in einem der Seen vor Ort Baden gingen. 

 

Insgesamt ist Mittsommer ein wirklich schönes Fest, was ich sehr genossen habe und gerne wieder erleben möchte. Leider konnte ich es durch Corona nicht in seiner vollen Größe erleben, jedoch war es mit eines der tollsten Erlebnisse, die ich während meines Auslandsaufenthaltes hatte. Um die Mitternachtssonne, die alten Traditionen und die leckere schwedische Küche zu erleben, kann ich Euch nur empfehlen, ein Mittsommerfest in Schweden zu verbringen! :)