Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Mia in den USA

Weihnachten

Ich persönlich habe die Weihnachtszeit in den USA sehr genossen.

Meine Gastfamilie hat mich bei allen Traditionen mit einbezogen und ihr Bestes gegeben, dass das Weihnachtsfest ganz besonders wird. Ein großes Highlight in meiner Gastfamilie war, dass zu Weihnachten die ganze Familie Anwesenheitspflicht hat, sodass meine älteren Gastgeschwister alle wieder Zuhause gewohnt haben. Ich wurde zum Glück mit offenen Armen empfangen und in der Gruppe aufgenommen. Für die nächsten zwei Wochen stand also ein Trip nach Chicago, Schlittschuhlaufen, Schneeballschlachten und Weihnachtslichter besichtigen an. Diese Dekorationen an den Häusern sind so beliebt, dass vereinzelte Familien die Lichter an ihrem Haus mit eigenen Radiostationen anschließen und eine ganze Lichtshow in ihrem Garten veranstalten.

Vor allem mein Gastvater ist begeistert von diesen Shows und hat uns an manchen Abenden Stundenlang durch die Gegend gefahren, damit wir die Lichter zusammen bewundern konnten. Die Lieblingsbeschäftigung meiner Gastmutter hingegen war das backen. Sie ging so weit, dass sie mich aus dem Unterricht entschuldigte, damit ich mit ihr, meiner Gastschwester und der Großmutter zusammen traditionell Plätzchen backen konnte. Ich selbst habe versucht auch ein wenig von meinen Traditionen zu integrieren und dabei typische Vanillekipferl ins Familienbackbuch hinzugefügt, meine Gastfamilie war ein großer Fan. Eine weitere Tradition die mein Gastbruder unbedingt mit mir machen Wollte, ist das sogenannte “Polar Bearing”. Ich wusste zuvor nicht, was genau das ist, habe aber trotzdem zugestimmt. Anscheinend ist die Definition, dass man wie Polarbären ins eiskalte Wasser springt. Wir sind also zum Lake Michigan gefahren und wie, nach seinen Worten, “wahre Michigans”, im Dezember ins Wasser gesprungen. Ein weiteres interessantes Erlebnis war das Aussuchen eines Tannenbaums. Dafür sind meine Gasteltern und ich weiter aufs Land hinausgefahren, hin zu einem riesigen Wald, in welchem man seinen eigenen Tannenbaum fällen konnte. Anschließend sind wir dann mit unserem Baum wieder zurückgefahren und haben das Haus geschmückt.

Meine Gastmutter hat es zur Tradition gemacht jedem ihrer Kinder zu Weihnachten ein personalisiertes Ornament für den Weihnachtsbaum zu schenken. Es war interessant durch all die Erinnerungen meiner Gastfamilie schauen zu können und all die damit verbundenen Geschichten zu hören. Zu Weihnachten habe ich letztendlich auch eins geschenkt bekommen. Es ist definitiv meine liebste Weihnachtstradition geworden.

Das vermutlich lustigste Weihnachtserlebnis hingegen war das Krippenspiel von unserer Kirche. Ich habe ein typisches Krippenspiel erwartet, aufgeführt von Kindern, wie ich persönlich es von Deutschland kenne. Die Freundin meiner Gastmutter hat es jedoch in dem Jahr organisiert und mich gefragt, ob ich nicht die Maria spielen wolle. Ich habe dankend abgelehnt und mich anschließend entschieden einen der Hirten mit ihrem Sohn und einem anderen Austauschschüler zu spielen. Wir sollten dann draußen hinter der Kirche mit unseren Kostümen warten, während sie die Tiere holen würde. Ich hatte nicht erwartet, dass sie echte Schafe besorgen würde, aber am Ende hatte jeder von uns ein kleines Schaf an der Leine auf das wir aufpassen sollten, während der Pfarrer draußen im Schnee den Gottesdienst hielt. Ich war milde gesagt sehr überrascht und wurde dafür von meiner Gastschwester ausgelacht, aber die Erinnerung war es definitiv wert. Zu Weihnachten gab es dann schließlich am Morgen die Bescherung und danach den Besuch der restlichen Familie mit einem großen Weihnachtsessen und vielen Brettspielen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich meine eigene Familie während der Zeit nur sehr wenig vermisst habe, viel weniger als ich eigentlich gedacht habe. Aber es war einfach zu viel los und ich war von so vielen herzlichen Menschen umgeben, dass ich kaum Zeit hatte, überhaupt über Deutschland nachzudenken. Es war ein wunderbares Fest und ich würde es definitiv wiederholen, falls ich dazu die Chance bekäme.