Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Alexa in Australien

Feiertage und Traditionen

Weihnachten

Mein Weihnachten in Australien war natürlich außergewöhnlich!

Zum Großteil lag das daran, dass es in meinem Örtchen an Weihnachten um die 28° Celsius warm war. Es war für mich sehr verwirrend, kurz vor Weihnachten bei 28° Celsius in kurzer Hose, Top und Flip Flops im Auto zu sitzen und ,,Last Christmas” von Wham! zu hören. Es war komisch, einen Weihnachtsbaum mit schneeähnlicher Dekoration zu schmücken, obwohl man draußen mit Shorts herumlief. Dazu wird Weihnachten in Australien am 25.12. gefeiert und nicht – wie bei uns – am 24.12.

Auch wenn mein Weihnachten für mich wirklich verwirrend war, war es doch toll. Meine Gastfamilie ist groß, weswegen Jahr für Jahr gewichtelt wird und jeder nur ein Geschenk besorgen muss. Ansonsten würde es mit 30 Mitgliedern auch sehr teuer werden. Die Kinder sind die einzige Ausnahme und sie bekommen so gut wie von jedem Verwandten ein Geschenk.

Der Tag startete mit einem ausgiebigen Frühstück bei den Eltern meines Gastvaters. Dort gab es dann schon kleine Geschenke für die Kinder. Das Mittagessen wird jedes Jahr von einem anderen Familienmitglied vorbereitet, dort treffen sich dann alle und bringen die Wichtelgeschenke mit. Nach einem (wieder mal) ausgiebigen Essen wurden die Geschenke verteilt und später machte sich jede Partei langsam auf den Nachhauseweg. Zum Abendessen traf sich dann die engere Familie meiner Gasteltern (mein Gastbruder mit Familie, meine beiden Gastschwestern und die Eltern und Geschwister meiner Gastmutter) bei uns zu Hause und Bescherung und weiteres Essen folgten. Alles in allem herrschte an Weihnachten ein großes Gefühl der Verbundenheit.

Sonntags-Essen

Da meine Gastfamilie so groß ist und es allen sehr wichtig ist, dass man sich gegenseitig gut kennt und regelmäßigen Kontakt pflegt, gibt es jeden Sonntag ein Familienabendessen bei den Eltern meines Gastvaters. Das Essen wird von der Mutter meines Gastvaters mit ein wenig Hilfe von weiteren Familienmitgliedern frisch zubereitet und sollte jemand in der Woche Geburtstag gehabt haben, gibt es auch noch frischen Kuchen.

Alle treffen sich gegen 18 Uhr, manchmal früher, manchmal später. Während das Essen noch kochte, saßen wir im Sommer draußen auf dem Rasen und spielten Gemeinschaftsspiele, im Winter wurden in der großen Garage, die als Esszimmer diente, Filme geschaut oder Billard gespielt.

Gegen halb acht Uhr gab es dann in der Regel das üppige Essen. Da meine Familie so groß war, mussten wir uns in zwei Gruppen aufteilen, da ansonsten die Stühle nicht ausgereicht hätten. Die Jüngeren aßen meist zuerst und kümmerten sich dann gemeinsam um den Abwasch, während die Älteren noch aßen.

Diese Tradition ist persönlich meine Lieblingstradition, auch wenn sie nicht wirklich mit Australien an sich zu tun hat.

Silvester

Es war sehr schön, Silvester mit warmen Temperaturen und am Strand zu feiern. Jedoch unterscheidet sich das australische Silvester nicht wirklich vom deutschen (zumindest nicht von dem, was ich unter deutschem Silvester verstehe). Ich verbrachte es bei der Familie meines damaligen Freundes und sie verbringt Silvester auf einem Campingplatz in Strandnähe.

Wir starteten mit einem ausgiebigen Abendessen, danach folgten Spiele wie ,,Ich hab noch nie…” oder UNO und es gab Donuts als Nachtisch. Um ungefähr 23 Uhr gingen wir alle an den Strand und um 24 Uhr wurden viele Raketen und andere Feuerwerkskörper gezündet. Bevor ich gegen zwei Uhr ins Bett ging, schrieb ich meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland und bemerkte erst im Nachhinein, dass es dort erst vier Uhr nachmittags war.

Australia Day

Der Australia Day war eine meiner Lieblingstraditionen mit meiner Gastfamilie. Der Feiertag steht in Australien für den ersten Europäer, der am 26. Januar 1788 zum ersten Mal die britische Flagge hisste und somit als erster Europäer den australischen Kontinent betrat.

Der Tag startet für uns um vier Uhr morgens, als sich die ganze Familie bei den Eltern meines Gastvaters traf und erst einmal Kaffee trank. Gegen sieben Uhr wurde ausgiebig gefrühstückt, danach fuhr jeder nach Hause und schlief für zwei bis drei Stunden. Wir aßen zu Hause zu Mittag und trafen uns dann zum Abendessen mit engeren Verwandten am See unseres kleinen Örtchens. Das Abendessen wurde nicht an Tischen angeboten, sondern auf dem Ladebereich eines Trucks, wir aßen es sitzend auf dem Truck. Sobald es dunkel wurde, wurde ein für das Städtchen großes Feuerwerk gestartet, das in den Farben der australischen Flagge gehalten war.