Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Philipp in Schweden

Eine gelernte Sprache nicht vergessen – Tipps für die Zeit nach dem Ausland

Hej och välkommen! Ich heiße Philipp, war für dreieinhalb Monate in Schweden im Ausland und habe dort Schwedisch gelernt, obwohl ich vorher mit der Sprache kaum bis gar keinen Kontakt hatte. Jetzt bin ich seit gut einem halben Jahr wieder zu Hause und merke leider, wie ich schon lange nicht mehr auf dem Sprachlevel bin, wie ich es am Ende meines dortigen Auslandsaufenthaltes war. Trotzdem versuche ich natürlich, so viel wie möglich zu behalten und meine Schwedischkenntnisse zu pflegen, da ich auch sehr stolz darauf bin und es meiner Meinung nach schade wäre, schon so viel wieder zu vergessen. Deshalb möchte ich Euch heute ein paar Tipps geben, die mir persönlich geholfen haben und auch immer noch helfen, in der Sprache zu bleiben und meine Kenntnisse immer wieder aufzufrischen, obwohl ich in meinem alltäglichen Leben nicht mehr viel damit zu tun habe.

Als wichtigsten Tipp möchte ich Euch ans Herz legen, auf ganz viele Arten mit der Sprache in Kontakt zu bleiben. Für mich bedeutet das z. B., auf Schwedisch zu lesen, aber vor allem auch Schwedisch zu hören: Ich schaue hin und wieder gern mal einen schwedischen Film, höre Podcasts oder gucke mir Youtube-Videos auf schwedisch an. Auch wenn ich mal das Gefühl habe, dass ich gerade mal nicht mehr so fit bin, merke ich doch oft wieder, dass sich der passive Wortschatz, also das komplette (Hör- und Lese-)Verständnis immer noch durchsetzt und ich sehr viel mehr verstehe, als ich vermute. Des Weiteren kann ich Euch nur empfehlen, im Gegensatz zum passiven Hören oder Lesen auch aktiv zu sprechen. Ruft eure Gastfamilie oder Freunde an, sprecht mit ihnen, tauscht Euch über Neuigkeiten aus etc. So bleibt Ihre außerdem mit ihnen in Kontakt und haltet gleichzeitig Eure Sprachkenntnisse warm.

Was für mich ebenfalls oft eine Herausforderung darstellt, ist der Kontakt mit zwei Fremdsprachen gleichzeitig. So belege ich in der Schule einen Französisch-Leistungskurs und muss dementsprechend auch hin und wieder französische Lektüre lesen. Dabei hatte ich schon öfter das Gefühl, ich würde Französisch und Schwedisch vermischen oder durcheinanderbringen. Um dem vorzubeugen, versuche ich, die beiden Sprachen möglichst auseinanderzuhalten. Konkret bedeutet das, dass ich es vermeide, direkt nach den Französischhausaufgaben einen schwedischen Podcast zu hören oder umgekehrt. Oder ich beschäftige mich an einem Tag mit der einen Sprache und an einem anderen mit der jeweils anderen. So habe ich das Gefühl, dass ich weniger im Kopf durcheinandermixe und die beiden Sprachen besser trennen kann. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es Euch genauso geht – probiert ruhig mal aus, die Sprachen nicht am gleichen Tag zu behandeln!

Dies sind die wichtigsten Punkte, die mir bisher geholfen haben, mein Schwedisch bestmöglich zu behalten. Natürlich wird man leider nicht auf dem gleichen Niveau bleiben (geschweige denn sich verbessern), wenn man nicht mehr täglich in der Zielsprache kommuniziert. Ich gebe zu, mir blutet auch jedes Mal ein bisschen das Herz, wenn ich schwedisch spreche und z. B. deutlich länger brauche, um eine Vokabel zu finden oder teilweise Ausdrücke ganz vergessen habe, die ich eigentlich mal sicher beherrschte. Aber ich würde sagen, seht es eher als positive Motivation: Sprecht wieder in der Sprache, übt, ruft Eure Gastfamilien an oder besucht sie sogar! :D

Falls Ihr irgendwelche Fragen zum Thema Ausland, Schweden, Sprache oder generell habt, schreibt mich gerne an! Ansonsten würde ich mich auf schwedisch verabschieden:

Hej då, vi hörs!