Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Warum Kommunikation im Auslandsjahr wichtig ist

Dass Kommunikation wichtig ist, weiß vermutlich jeder. Und das gerade, wenn man im Ausland ist, und eine neue Sprache lernt. Jedoch geht es in diesem Artikel nicht um das Sprechen allein, sondern auch um den Mut, Sachen, die einen stören oder Unwohlsein hervorrufen, anzusprechen. Denn was ich in meinem Auslandsjahr gelernt habe, ist, dass fehlende Kommunikation im Auslandsjahr oft zu einem (eigentlich vermeidbaren!) Problem werden kann.

Ein gutes Beispiel wäre die Anfangszeit mit meiner Gastschwester. Ich fühlte mich anfangs unwohl, wenn wir miteinander sprachen, da sie oft sehr laut und temperamentvoll mit mir sprach. Sonst war alles okay und wir verstanden uns auch gut, aber dennoch fühlte ich mich in ihrer Gegenwart nicht immer ganz so wohl. Ein einfaches und ehrliches Gespräch hätte die Situation wahrscheinlich direkt aufgeklärt. Nur wollte ich keine schlechte Stimmung verbreiten und nicht schon nach 2 Wochen bei meiner Gastfamilie irgendeinen Streit verursachen. Also blieb ich erst einmal stumm.

Doch nach einiger Zeit bemerkte meine Gastschwester, dass ich mich ihr gegenüber anders verhielt und sprach mich darauf an. Es kostete mich schon ein wenig Mut, jedoch erklärte ich ihr mein Problem und sie verstand mich und erklärte mir, dass es nichts gegen mich sei, sondern einfach ihr normaler Umgangston. Trotzdem bemühte sie sich von da an, ruhiger zu sprechen und so war nach einem kurzen und ehrlichen Gespräch, die Sache vom Tisch. Natürlich kamen immer mal wieder Probleme zwischen uns auf, was aber ganz normal ist, wenn man sich ein Zimmer teilt. Nur sprachen wir es sofort und ehrlich an, was viel Streit vermied und auch ein starkes Band zwischen uns schuf, da wir wussten, wir konnten ehrlich zueinander sein.

Meine erste Gastmutter tat dies nur leider nicht. Sie sprach uns nicht direkt an, wenn wir etwas sagten, was sie störte, oder wenn wir etwas taten, von dem sie nicht viel hielt. Denn anstatt damit direkt zu uns zu kommen, sprach sie sofort mit unserem Koordinator, was die Beziehung zwischen uns allen immer schwächer werden ließ und letztendlich zu meiner Entscheidung führte, diese Gastfamilie zu verlassen.

In meiner zweiten Gastfamilie liefen die Sachen um einiges besser. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass ihr früher Gastschüler ebenfalls die Familie wechselte und so wussten wir alle, dass Kommunikation verdammt wichtig ist. Also sprachen sie mich an, wenn meine Textnachrichten unfreundlich klangen, und ich sprach sie an, wenn ich fand, dass ein Scherz manchmal zu weit ging und ich mich unwohl fühlte. Diese ehrlichen Gespräche und auch das Gefühl über alles reden zu können, stärkte die Beziehung extrem und wir hatten eine unbeschwerte und unvergessliche Zeit zusammen. Bis heute haben wir eine sehr enge Bindung und ich weiß, ich kann mit allem, was mir auf dem Herzen liegt, zu ihnen kommen. Und das, obwohl ich schon lange wieder in Deutschland bin.

Ich weiß, dass es gerade auf einer anderen Sprache und in einer neuen Umgebung schwer sein kann, direkt Sachen anzusprechen, die einen beschäftigen. Gerade, wenn man dabei ist, neue Leute kennenzulernen.

Aber dies ist eine Eigenschaft, die zum Leben dazugehört und Einen auch über sich hinauswachsen lässt.

Kommunikation hilft so gut wie immer weiter. Man muss sich nur trauen, Probleme, die einen beschäftigen, anzusprechen und für ein ehrliches Gespräch offen sein. Denn nur so werden Probleme vermieden, man fühlt sich wohler und man hat eine wesentlich bessere Beziehung zur Gastfamilie, wenn beide Seiten wissen, dass sie ehrlich zueinander sein können. Und wenn ich so auf mein Auslandsjahr zurückblicke, wird mir immer wieder klar, dass ohne die richtige Kommunikation, mein Auslandsjahr nicht einmal halb so gut geworden wäre :)