Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura-Marie in Irland

Stereotypen in Irland - Was ist wirklich dran? Teil 2

Das ist der zweite Teil über irische Vorurteile 

17. März 

Der St. Patrick’s Day ist weltweit bekannt für seine Parade, die nicht nur in Irland stattfindet, sondern auch in Amerika und vielen anderen Ländern dieser Welt. Es ist der Gedenktag des heiligen Patrick und wird am 17. März, seinem Todestag, von der römisch-katholischen Kirche sowie der anglikanischen Church of Ireland, gefeiert. Der heilige Patrick brachte das Christentum auf die grüne Insel, erklärte anhand des dreiblättrigen Kleeblatts die Dreifaltigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist) und verscheuchte die Schlangenplage aus Irland, so heißt es zumindest.

 Aus diesem Grund ist er der bedeutendste Schutzpatron Irlands. An sich ist der 17. März seit 1.500 Jahren ein religiöser Festtag, offiziell wird er aber erst seit 1903 gefeiert, zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht so, wie ich ihn kennengelernt habe. Ursprünglich wurde der St. Patrick’s Day nämlich sehr ruhig und religiös gefeiert, da am gleichen Tag die Fastenzeit beginnt und alle Pubs zu hatten.

1960 erlaubte ein Gesetz jedoch den Pubs an diesem Tag zu öffnen und dieses Gesetz machte den St. Patrick‘s Day zu dem, was er noch heute ist. An diesem Tag wird nicht nur Grün getragen (ansonsten wird man gezwickt) und auch vieles grün gefärbt (Flüsse, Denkmäler, Essen, etc.), sondern es wird auch sehr sehr viel getrunken. Während die unterschiedlichsten Nationalitäten extra anreisen, um bei der St. Patrick’s Day-Parade in Dublin dabei zu sein, treffen sich die Iren ab 16 Uhr in den Pubs. 

Weltweit werden dem heiligen Patrick „zu ehren“ am 17. März rund 13 Millionen Pints Guinness getrunken, das bedeutet circa 150 Pints PRO SEKUNDE. (1 Pint sind ungefähr 500ml). PROST! 

Irische Nettigkeit

Iren sind bekannt für ihre unglaubliche Freundlichkeit und den besonderen Humor. Du wirst als das genommen was du bist und nicht zu selten, wurde ich als „Darling“ bezeichnet. Es ist eine unglaubliche Geselligkeit, die dir in Irland begegnen wird und das fand ich total angenehm. Egal wo ich war, ich konnte relativ schnell Anschluss finden, nicht zuletzt, weil ich angesprochen wurde. 

Meine Gastschwester und ich standen zum Beispiel einmal in einem Laden und wurden dann von einem netten Mann angesprochen, der anhand unseres Akzentes nach unserer Herkunft fragte. Ich sagte, dass ich aus Deutschland komme und kurz darauf erfuhr ich, dass er auch lange Zeit in Deutschland lebte. Ich fand es herrlich, dass die Menschen so offen mit uns umgegangen sind und keine Scheu hatten mit fremden Menschen in Kontakt zu treten. 

Man versteht doch nichts! 

Schon vor meinem Austausch hatte ich großen Respekt vor dem irischen Akzent. Ich hatte Angst kaum ein Wort zu verstehen, da man immer wieder hörte, dass es wohl doch sehr schwer sein würde. Als ich in Irland ankam, merkte ich, dass das gar nicht stimmte.

Natürlich gibt es ein paar Besonderheiten, da Geaelic ein fester Bestandteil der irischen Sprache ist (zum Beispiel bei Namen), das „th“ zum „t“ wird, viele Regionen die unterschiedlichsten Akzente haben oder es Wörter gibt, die nirgendwo sonst verwendet werden. Als ich da aber gewisse Dinge verstand, wurde für mich vieles einfacher. Es gab trotzdem weiterhin kleine Herausforderungen für mich, zum Beispiel meinen Freund Harry. Sein Vater arbeitet als Bauer, spannend dabei ist, dass viele Bauern tatsächlich sowas wie ihre „eigene Sprache“ haben und daher eigene Wörter benutzen. Harry und ich waren in einer Gruppe für Haushaltslehre und hatten ziemlich oft unsere Verständigungsprobleme, aber selbst das wurde irgendwann für uns beide zum Spaß und war nicht weiter schlimm. 

Du wirst in deiner Zeit in Irland auf jeden Fall oft genug gefragt werden “Hey, how’re ye? What’s the craic?” oder hören, dass irgendwas „grand“ ist. Mittlerweile liebe ich diese Wörter, verwende sie selbst sehr oft und fühle mich dadurch immer wieder mit Irland verbunden. 

Schlussendlich kann man sagen, dass Irland ein ganz besonderes und unverwechselbares Land ist. Bei dem manche Vorurteile absolut zutreffen und manche gar nicht, aber so ist es ja bei uns und vielen anderen Ländern auch. Aus diesem Grund solltest du selbst deine Erfahrungen machen!