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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura-Marie in Irland

Stereotypen in Irland - Was ist wirklich dran?

Teil 1 

Jedes Land was es auf der Welt gibt, bringt wahrscheinlich ein paar stereotypische Vorurteile mit sich. So ist es bei uns Lederhosen tragenden Deutschen die Liebe zum Bier, bei Mexikanern der ständige Sombrero auf dem Kopf und bei den Italienern die Liebe zu Nudeln, Pizza und wilden Gesten. Teilweise sind es Vorurteile, manchmal aber auch nicht. Was Menschen typischer Weise im Kopf haben, wenn sie an Irland denken und was davon tatsächlich stimmt, erfährst du hier. 

Regen

Irland ist nicht besonders für sein tropisches Wetter bekannt, viel mehr für seinen tagelangen Regen und die milden Durchschnittstemperaturen, aber stimmt das auch? Vorbereitet wie ich war, nahm ich Regenschirm und Regenjacke für mein Auslandsjahr mit und wurde bitter enttäuscht. Tatsächlich hat es in den 6 Monaten, die ich da war, nur insgesamt 5 Tage geregnet und das war vielmehr eine leichte Brise, die nicht einmal richtig auf dem Boden ankam. Es gibt natürlich Regionen an der West- und Südküste, wo es deutlich mehr Regnet als in Monaghan, trotzdem war ich überrascht. Ich schätze, dass ich einfach nur ein gutes Jahr erwischt habe, dennoch kann ich nicht behaupten, dass ein Leben ohne Regenschirm in Irland nicht funktionieren würde. Im Übrigen gibt es Monate, wo es 19 durchschnittliche Regentage gibt, verrückt, oder? 

Rote Haare, Sommersprossen und helle Haut

Viele Menschen glauben, dass Irland die meisten rothaarigen Menschen leben, stimmt das? 

Klar, meistens ist es so, dass wenn man an eine klassisch irische Person denkt, man meistens jemanden im Kopf hat, mit leuchtend roten Haaren, Sommersprossen und einer blassen Haut. Nach meinen Erfahrungen kann ich dem aber nur teilweise zustimmen, denn in meiner Schule gab es genau einen Lehrer mit irisch-roten Haaren, dieser kam aber aus Südafrika und nicht aus Irland, wie ich es erwartete. Irland glänzt zwar mit satten 10% an rothaariger Bevölkerung, was im Vergleich recht hoch ist, da durchschnittlich nur 1-2% der Weltbevölkerung rote Haare haben, trotzdem führt weiterhin Schottland mit 14% Rotschöpfen. Beides ist wahrscheinlich zurückzuführen auf die keltischen Vorfahren und die abgeschottete Lage beider Länder.  

Was die helle Haut und die Sommersprossen angeht, kann ich allerdings nur zustimmen. Selbstbräuner kann man bestimmt in jedem irischen Haushalt finden und wird nach meinen Erfahrungen auch gern beim Abiball, bzw. den Debs verwendet, um einen sonnengeküssten Teint zu erzeugen. 

Mythologie und grünes Glück 

Mythen und Legenden sind ein fester Bestandteil der irischen Geschichte. Die Insel ist bekannt für seine Feen, Elfen, Kobolde und vierblättrigen Kleeblätter. Es heißt, dass die Person, die ein vierblättriges Kleeblatt findet, von nun an mehr Glück haben soll, aber auch das in die Augen reiben eines Kleeblattes, wenn man auf der Insel Rethalin ist, soll einem eine versteckte Feeninsel zwischen der irischen Küste und Rethalin offenbaren. Unglaublich, oder? 

Apropos Feen! Man wird es nicht schaffen die irische Kultur kennenzulernen, ohne in einen Feenwald zu gehen, selbst ich hatte einen in meiner Nähe. Der Sage nach leben die Feen in Bäumen oder auch in den Gemäuern von alten Ruinen. Dort genießen sie ungestört ihr Leben, aber das ist noch nicht alles. Ich habe tatsächlich davon gelesen, dass es schon vorkam, dass Bauprojekte abgebrochen wurden, um den Feen nicht in die Quere zu kommen. 

Sie könnten zum Beispiel gerade bei einem Kobold sein, denn dieser ist nach der Mythologie der Schuhmacher der Feen. Aus diesem Grund haben Kobolde die bekannten, riesigen Goldschätze, die man aber nur finden kann, wenn man das Ende des Regenbogens findet oder einen Kobold fängt. 

Falls du es noch nicht wusstest: Das Wahrzeichen der Iren ist die Harfe. Sie gilt als das Instrument der Götter, Feen und Fabelwesen. Sie soll verschiedene Zauber hervorrufen und steht seit einigen Jahren als Symbol für Irlands Identität und strahlt die Stärke und den Willen der Iren aus. Nicht zuletzt ist das einer der Gründe, warum seit 2009 die Samuel Beckett Bridge in Dublin steht. 

Eins steht fest, die irische Mythologie ist gespickt von fantastischen und lebhaften Geschichten und auch, wenn nicht jeder daran glaubt, ist es ein fester Bestandteil des Landes. Falls ich dein Interesse geweckt haben sollte, würde ich dir empfehlen, auf jeden Fall noch einmal nachzulesen und selbst zu recherchieren, denn das Thema ist superspannend!