Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sophie in Norwegen

Kulturschock 2.0

Es wird immer wieder davon geredet, dass man irgendwann während des Auslandsjahres einen Kulturschock erleben wird. Doch man sollte auch die Heimreise und die Rückkehr nach Deutschland nicht unterschätzen. Wie auch beim Kulturschock im Ausland erleben manche ihn stärker, manche eher weniger und andere auch gar nicht. Ich selber habe wahrscheinlich einen eher leichteren Kulturschock 2.0 erlebt. Doch trotzdem möchte ich euch an meiner Erfahrung teilhaben lassen. 


Ich bin während des ersten
Lockdowns zurückgekehrt, wodurch ich zuerst auch Zuhause sehr isoliert gelebt habe. Ich konnte mich langsam wieder in meine Familie einleben und mich so langsam wieder in den Alltag hier in Deutschland und auch in unserer Familie einfinden. Jedoch muss ich auch dazu sagen, dass meine Eltern viel im Homeoffice gearbeitet haben und es der ,,normale‘ Alltag ja doch nicht wirklich war. Aber wir haben sehr viel zusammen gemacht und besonders gemeinsame Zeit beim Abendessen oder draußen im Garten habe ich richtig genossen und noch mehr zu schätzen gelernt als vorm Auslandsjahr. 


Das
Erste was mir aufgefallen war, als ich ein paar Tage zuhause war, war, dass ich jede freie Minute draußen verbracht habe. Wir hatten letztes Jahr im April schon richtig warme Temperaturen und die Sonne hat die ganze Zeit geschienen, in Norwegen hat es das ganze Jahr so gut wie nur geregnet. Auch hatte ich immer zu ganz ‚,komischen‘ Zeiten Hunger. Ich hatte immer in der Zeit Hunger, wenn wir noch ein paar Tage zuvor in Norwegen etwas gegessen hatten. Dadurch waren die ersten Nachmittage immer ein bisschen schwierig, denn mittags hatte ich immer keinen Hunger, dafür aber so zwischen drei und fünf, da wir zu der Zeit in Norwegen Mittag gegessen hatten. 


Dann musste ich auch
nach einiger Zeit feststellen, dass meine kleine Schwester viel selbstständiger geworden ist oder einfach nur älter geworden ist. 


Als man sich dann wieder so langsam mit ein paar mehr Leuten treffen durfte und wir auch mal wieder Besuch bekommen haben,
fand ich es zwischendurch schwierig den Gesprächen zu folgen. Nicht weil es langweilig war, sondern weil oftmals über Sachen geredet wurde, die während des Jahres passiert sind, als ich nicht da war. Meist kamen dann Sprüche wie „ach, da warst du ja nicht da“. 

Doch so schlimm wie es sich anhört ist es eigentlich gar nicht. Denn ich habe auch festgestellt, dass ich mich auch verändert habe. Es gibt Dinge die ich nicht mehr so interessant finde, andere Themen dafür umso spannender. Und so habe ich mich dann auch neu orientiert. Mir in der Schule im nächsten Schuljahr noch weitere Freunde gesucht, außer denen, die ich schon kannte, um einfach auch noch mal ein paar andere Personen kennen zu lernen. Welche, die mich nicht von vorher kennen, sondern mit meinen neuen Eigenschaften. 


Was mir persönlich auch gut geholfen hat, war, darüber zu reden. Ich habe mit einigen meiner alten Freunde und auch mit meiner Familie darüber geredet, wie ich mich dabei fühle, sodass
sie auch mitbekamen, was in mir vorging.