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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura-Marie in Irland

Back in Germany

Nach 6 Monaten war es soweit: Gefüllt mit unglaublich vielen Erinnerungen und Tränen in den Augen war ich wieder auf dem Weg nach Hause. Ich erinnere mich noch zu gut daran, wie ich auf meinem Koffer saß und meine Gastschwester Giulia mir helfen musste ihn zu zubekommen oder wie ich mich mit einem deutschsprachigen Mädchen auf Deutsch am Flughafen in Dublin unterhielt und wir schon nach kürzester Zeit wieder auf Englisch zurück wechselten. Doch wie war es dann, als ich wieder Zuhause war? Hier mein kurzer Einblick: 

Ich stieg aus dem Flugzeug aus, wartete auf mein Gepäck und fand mich in den Armen meiner Liebsten wieder. Mein Freund, meine Eltern und gute Freunde meiner Familie standen mit Blumensträußen vor mir, vor allem meine Mama hatte Tränen in den Augen und war so froh ihre Tochter wieder bei sich zu haben. Als wir aus dem Flughafen rausgingen, blieb mein Stiefvater komischerweise stehen, was mich verwirrte und ich fing an um mich zu gucken. Und da standen sie auf einmal, meine drei besten Freunde mit einem Schild in der Hand. Sie wollten sich nochmal kurz die Füße vertreten und genau in diesem Augenblick, wurden sie eher von mir überrascht als ich von ihnen. Wir sprangen uns an und freuten uns endlich wieder vereint zu sein. Zusammen fuhren wir alle in ein Restaurant und genossen nach 6 Monaten endlich wieder das Gefühl der familiären Gemeinsamkeit und hatten einen wunderschönen Abend, wo ich selbstverständlich allen von meiner Zeit berichtete. 

Mir viel sofort auf, dass es mir nicht leicht viel so schnell und fließend deutsch zu sprechen, wie ich es gewohnt war. Das witzigste war, dass ich zwar deutsch sprach, sich mein Satzbau aber eher anhörte wie eine schlechte Google Übersetzung. Meine deutschen Wörter wurden in den Satzbau von englischen Sätzen eingefügt und auf Wünsche, wie „Hab einen schönen Tag!“ habe ich selbst nach 2 Wochen noch mit „Ich will“ geantwortet, statt mit „Den werde ich haben, danke!“. 

Zurück auf meinem Gymnasium fragten mich auch viele Lehrer und Mitschüler nach meinen Auslandsjahr, holten sich Empfehlungen ein und merkten an, dass ich glücklicher als zuvor war. Meine Noten in Englisch wurden deutlich besser, wodurch ich anderen im Unterricht helfen konnte und ich fing sogar an, meiner Schule beim Projekt „Schule gegen Rassismus, Schule mit Courage“ zu helfen und hielt jährlich Workshops zu Irland und dessen Vorurteile. Einerseits freute ich mich dadurch nicht nur ein Teil des Projektes zu sein, sondern konnte auch immer wieder meine Erfahrungen kommunizieren und Vorurteile abbauen. 

Privat merkte ich, dass das Band zwischen mir und meiner Familie deutlich dicker war und wir uns anders verstanden. Ich merkte, dass mich meine Zeit in Irland auch intellektuell sehr gefördert hat, was zu neuen spannenden Gesprächen anregte und ich genoss die Zeit mit meiner Familie noch mehr.  Ähnlich war es bei meinen Freundschaften, denn man merkt in 6 Monaten Ausland sehr schnell, wer sich auch noch nach 3 Monaten meldet und sich nach einem erkundigte. Davon abgesehen war eine große Angst von mir, dass sich in den 6 Monaten alles verändern würde was ich kannte, tatsächlich war das aber gar nicht der Fall. Ich wurde kurz gebrieft und bekam trotz später Rückkehr noch eine Moderationsrolle bei einem Schauspielprojekt, was von meinem Jahrgang während meiner Abwesenheit organisiert wurde. Es fühlte sich sofort wieder so an als wäre ich nie weg gewesen. Jedoch ist eine gute Freundin von mir noch heute der festen Überzeugung das ich bei einer Klassenfahrt nach Leipzig dabei war, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt irgendwo in Cavan in der Schule saß - damit müsst ihr rechnen. :D 

Mein Austauschjahr wirkt bis heute nach und selbst 4 Jahre später schätze ich die Vorteile, die es mir bringt. Ich habe noch heute viele irische Freund*innen und liebe die Sprache mehr denn je.