Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Laura-Marie in Irland

Debs (Abschlussball) in Irland

Irish Debs

Nach 11 oder 12 Jahren Schule ist es soweit, es findet eine ganz besondere Veranstaltung statt. Nein, ich meine nicht den Abiball, sondern die Debs. Das irische Pendant zum Abiball. Ich hatte das große Glück zwei Jahre nach einem Auslandsjahr nach Irland zurückzukehren und an den Debs teilzunehmen. Wie das war und welche Unterschiede sich gezeigt haben, erzähle ich dir jetzt. 

Meine Schule hatte ein kleines Schulkomitee, welche die Organisation der Feierlichkeiten übernommen hatte. Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen, bei der Planung des Abiballs, ist der Aufwand in Irland dennoch deutlich geringer, da es üblich ist, dass die ausgewählte Location oftmals viel bei der Dekoration mithilft, so dass das Thema für das Komitee eher in den Hintergrund rückt. 

1 Tag vor den Debs

Wir holten für meine Freundin das Kleid von der Schneiderin ab und besorgten für sie Self-Tan. Tatsächlich verbrachten wir dann auch den kompletten Abend damit ihr einen gleichmäßigen braunen Tan zu zaubern. 

Zum Tag der Debs

Während ich erst gegen 14:30 Uhr anfing mich fertig zu machen, fuhren wir vorher schon gegen 10 Uhr zu dem Friseur meiner Freundin und gleich darauf zu einem Termin, um ihr Make-Up machen zu lassen. Gegen 16:30 Uhr waren wir beide fertig und standen im vollen Glamour im Hausflur ihrer Familie. Kurze Zeit darauf kamen 2 weitere Freundinnen und die dazugehörigen Dates. 

Zusammen mit den Eltern aller Parteien wurde auf uns angestoßen, unsere Dates überreichten uns unsere Blumensträuße für unsere Handgelenke und es wurden 1,5 Stunden Bilder von uns gemacht. Danach wurden wir in den Ort unserer Schule gefahren, wo wir uns mit allen anderen trafen, um in den Bus einzusteigen, der uns zur Debs-Location fahren sollte. Bevor wir allerdings einsteigen konnten, wurden tatsächlich auch nochmal 45 Minuten lang Bilder von uns gemacht, dieses Mal nur mit anderen Mitschülern.

Nach einer 25-minütigen Busfahrt und am Zielort angekommen, wurden wir wieder mit einem Gläschen Sekt begrüßt und gingen in eine Art Pub. Es war sehr rustikal, aber total cool eingerichtet. Wir verbrachten dort einige Zeit und wurden dann hochgebeten, um etwas zu essen. Auf einmal standen wir in einem unglaublichen Saal, komplett in Gold und mit wunderschönen Wandverzierungen geschmückt. Es war atemberaubend. Wir aßen alle etwas und auf der Bühne vor uns stellte das Debs-Komitee die Ergebnisse einer Jahrgangs-Umfrage vor. Unter anderem wurden King und Queen gekrönt. Mir kam es irgendwie vor als wäre ich bei einem kleineren Prom. 

Fertig mit dem Essen ging ich davon aus, dass wir wieder zurück in das Pub gehen würden, aber ich lag falsch. Ich fand mich auf einmal in einem Club wieder (Ja, das war alles im selben Gebäude). Alles war dunkel, nur die Lichter der Tanzfläche zeigten, was sich vor mir aufbaute. In der Mitte des Raumes war eine große Tanzfläche, davon umgeben kleine Einbuchtungen in den Wänden, wo man sich hinsetzt konnte. Links davon befand sich eine riesige Bar und ein Fotoautomat, um Erinnerungen zu schaffen und festzuhalten. Wenn man die Treppe hochging, kam man in einen Bereich, wo man sich in ruhigerer Lage hinsetzen konnte, um zu reden oder sich das Geschehen auf der Tanzfläche von oben anzugucken. 

Wir tanzten die Nacht durch, machten viele Bilder und ich konnte mich nach zwei Jahren endlich mal wieder mit allen ehemaligen Mitschülern unterhalten, die ich schon so lange nicht mehr gesehen hatte. 

Irgendwann war es 4 Uhr. Ich war tot müde und wartete eigentlich nur noch auf den Bus, der uns wieder nach Hause fahren sollte. Auf einmal kamen die Türsteher und baten uns das Haus zu verlassen, ich war unglaublich glücklich, da ich hoffte endlich ins Bett fallen zu können, aber es kam ganz anders. 

Wir wurden wieder in den Saal geführt, wo wir am Abend zuvor gegessen hatten. Im Gegensatz dazu, merkte man, dass es vielen ähnlich wie mir ging und sie auch einfach nur müde waren und nach Hause wollten. Ich fragte mich also, was wir hier wollten, aber diese Frage klärte sich schnell als mehrere Personen auf großen Tabletts irisches Frühstück in den Raum trugen. Jap, es gab tatsächlich um 4 Uhr morgens Frühstück. Mein Hunger war nicht all zu groß, weshalb ich mein Essen mit allen teilte. 30 Minuten später war es endlich soweit und ich konnte in den lang ersehnten Bus steigen. 5:30 Uhr fiel ich ins Bett. Müde, glücklich und vollgefressen mit neuen Erinnerungen. 

 

Die Unterschiede: 

  • Keine Eltern und Lehrer bei den Debs, außer für die Bilder am Anfang
  • Man kam und ging mit den Bussen, keiner wurde früher von seinen Eltern abgeholt
  • Nur wenig Einflüsse der tatsächlichen Schulzeit, mehr Feiern, dass man es geschafft hat 
  • Deutlich größere Location mit viel mehr „Party“ als ich es bei meinem Abschlussball kannte
  • Frühstück zu dem ungewöhnlichsten Zeitpunkt
  • Wenig individuelle Gestaltung, ganz im Gegensatz zu meinem Abiball
  • Deutlich höhere Kosten! Meine Karte hat 85 Euro gekostet
  • Man geht nicht allein hin, sondern hat ein Date
  • Damen bekommen ein Handgelenkssträußchen