Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Philipp in Schweden

5 Unterschiede im Schulsystem

Hej och välkommen!

Ich heiße Philipp und war 2021 als Austauschschüler für dreieinhalb Monate im schwedischen Lappland. Obwohl Schweden gar nicht so weit weg liegt und man immer meint, durch Ikea oder Pippi Langstrumpf die schwedische Kultur einigermaßen zu kennen, erwarten einen doch immer wieder lustige und interessante Überraschungen, sobald man dort ist. Gerade in der Schule, in der man als Austauschschüler ja viel Zeit seines Aufenthalts verbringt, finden sich viele Unterschiede zum deutschen Schulsystem. Um Euch einen besseren Einblick in das schwedische Schulsystem zu gewähren, möchte ich in diesem Text meine Top 5 größten Unterschieden zwischen der schwedischen und der deutschen Schule aufzählen.

  • Das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern:

    In Schweden sind die sozialen Hierarchien allgemein ein bisschen aufgelockerter und weniger streng als hier bei uns. So gibt es auf Schwedisch keine Sie-Form und Fremde auf der Straße oder auch Politiker duzen sich untereinander. Das Ganze findet man dann eben auch in der Schule wieder: Alle Lehrkräfte werden von den Schülern mit Du angesprochen. Insgesamt ist die Beziehung sehr locker und der Lehrer wird eher wie ein Freund angesehen, der den Schülern beim Lernen hilft. Es werden viel eher mal Scherze gemacht und in der Mittagspause sitzt man auch gerne mit den Lehrern an einem Tisch in der Mensa und erzählt sehr entspannt miteinander, was ich persönlich sehr genossen habe, weil ich das aus meiner deutschen Schule überhaupt nicht so kenne.

  • Das System an sich:

    Wie in Deutschland auch, existiert in Schweden eine Vorschule, die sogenannte förskola. Danach besuchen alle Kinder neun Jahre lang die Grundschule, schwedisch grundskolan, nach welcher sie theoretisch mit der Schulausbildung fertig sind. Die meisten Jugendlichen besuchen aber hiernach das Gymnasium, schwedisch gymnasiet, um bessere Möglichkeiten haben, danach zu studieren. Das schwedische Gymnasium ist bereits sehr praktisch angelegt, nach Schwerpunkten bzw. Profilen differenziert und so schon sehr berufsorientierend gestaltet.

    Grundskolan:



    Gymnasiet:


  • Ferien:

    Die Schweden haben deutlich mehr Ferien als wir in Deutschland. Mit einer Woche Ski-/Sportferien im Winter, einer Woche Osterferien, ganzen zehn Wochen Sommerferien, einer Woche Herbst- und zwei Wochen Weihnachtsferien haben die Schweden insgesamt 15 Wochen pro Jahr frei. Besonders die langen Sommerferien genießen sie sehr, viele Jugendliche arbeiten vier bis sechs Wochen und haben immer noch ausreichend Zeit, sich lange zu erholen, bevor sie ins nächste Schuljahr starten.

  • Vieles ist kostenlos:

    Da die Schweden allgemein vergleichsweise hohe Steuern zahlen, ist so gut wie das komplette Bildungssystem kostenfrei. Das komplette Schulmaterial, sprich Laptops, Bücher, Hefte, sogar Zettel und Stifte bekommen Schüler von der Schule gestellt und das Mittagessen ist auch kostenlos. Ich war am Anfang ziemlich verwundert, wie manche Schüler wirklich nur mit einer Dose Redbull und nichts anderem in die Schule kamen. :D

  • Weniger Schule und Hausaufgaben:

    Wenn ich meinen Stundenplan aus Deutschland mit dem meiner Gastbrüder verglichen habe, waren diese dort erst einmal schockiert: so viel Schule hätte ich in Deutschland?? Sie selbst hatten weniger Stunden, mussten nicht so früh aufstehen und der komplette Unterricht war auf irgendeine Art sehr viel entspannter. Hausaufgaben gab es auch sehr wenig – höchstens ein, zwei Videos, die man sich zu Hause mal anschauen sollte. Die Schüler dort waren also nicht so abgeneigt und genervt von der Schule, wie ich es teilweise von meiner Schule kenne.

    Fun Fact: An meiner Schule im nordischen Lappland haben die Schüler extrem viel Milch getrunken. Zu Mahlzeiten, so wie man Wasser trinkt, einfach ein Glas Milch. In der Mensa der Schule gab es sogar einen Wasser- und einen Milchautomaten und beide wurden etwa gleich viel genutzt! Dies kam mir ziemlich witzig vor, weil ich mir meine deutsche Mensa nicht mit einem dieser Milchautomaten vorstellen konnte, die dort total normal waren. :D