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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura-Marie in Irland

Der erste Schultag

Gerade während des Auslandsjahres ist Schule ein großes Thema, denn sie ist der potenzielle Ort, um Freunde kennenzulernen. Einem kommen viele beängstigende Fragen in den Kopf: „Werde ich Freunde finden?“ oder „Was ist, wenn ich niemanden verstehe?“ Ich hatte diese Sorgen auch, doch es hat sich schnell gezeigt, dass sie total unbegründet waren. Im Folgenden werde ich meinen ersten Schultag nochmal Revue passieren lassen, um dir deine Angst zu nehmen.

Abgeholt wurden meine Gastschwester Giulia und ich direkt vor der Haustür von einem Bus. Nach einer 30-minütigen Busfahrt standen wir dann also da: vor unserer neuen Schule. Anders als alle anderen gingen wir nicht direkt in unser zukünftiges Klassenzimmer, denn das gab es noch gar nicht. Stattdessen trafen sich alle neuen Austauschschüler in der Bibliothek, dort wurden wir begrüßt und über die verschiedenen Jahrgänge aufgeklärt. Im Anschluss darauf durften wir den Jahrgang wählen, welchen wir für die nächste Zeit besuchen wollten - Ich entschied mich für das Transition Year.

Nach unserer Wahl wurde jeder Austauschschüler in den jeweiligen Klassenraum gebracht. Hierbei begegnete mir schon der erste große Unterschied zu Deutschland: Nach dem Erklingen der Schulklingel beginnt nicht direkt der Unterricht, sondern eine Art 10-minütige Klassenleiterstunde im Klassenraum.

Nun befand ich mich in dieser Situation, die ich mir im Vorhinein immer wieder vorgestellt hatte - ich stand das erste Mal vor meiner neuen Klasse. Kaum sagte ich meinen Namen und stellte mich kurz vor, waren die 10 Minuten schon wieder vorbei. Nach einer kurzen Unterhaltung mit meiner Klassenlehrerin bemerkte ich, dass eins ihrer Unterrichtsfächer Deutsch ist, meine erste Sorge war besiegt. Es war quasi unmöglich für mich, dass ich mich wirklich missverstanden fühlen würde, denn es würde immer einen geben, der mich versteht.

Nach dem Gespräch begab ich mich auf die Suche nach dem nächsten Klassenraum. Als ich den Raum verließ, standen da aber auf einmal 2 Mädchen vor der Tür - Aoife und Hannah.

Sie stellten sich mir vor, brachten mich zum nächsten Unterricht und verbrachten den restlichen Tag mit mir.

In der Frühstückspause traf ich dann auf alle weiteren Freunde von Hannah und Aoife, wir verstanden uns alle super und ich habe mich aufgenommen gefühlt. Da Deutsch auf meiner Schule unterrichtet wurde, kamen sogar manche sehr übereifrig auf mich zu und versuchten, sich mit mir in meiner Heimatsprache zu unterhalten. Klar, war ich eigentlich da, um eine andere Sprache zu festigen. Dennoch brachte mir das eine Art Vertrautheit, die ich gerade am Anfang gut gebrauchen konnte.

Später erfuhr ich, dass Aoife in der Mittagspause im „Süßigkeiten-Shop“ unserer Schule arbeitete, also begleitete ich sie und traf wieder auf ein paar der Mädels von der Frühstückspause. Es tat gut, dass ich Menschen um mich hatte, die mir helfen konnten, wenn ich Fragen hatte, und die mich einfach in ihren Freundeskreis einschleusten. Es war schon fast wie Zuhause.

Als die Schule vorbei war, fuhr ich wieder nach Hause. Ich war froh, denn ich wusste, dass ich am nächsten Tag jemanden hatte, mit dem ich Zeit verbringen konnte. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass sich meine Ängste nicht bewahrheiteten. Ich verstand die meisten und selbst wenn meine Grammatik nicht zu 100% richtig war, wurde ich dafür nicht ausgeschlossen oder ausgelacht. So schwierig der erste Schultag auch erscheint, er ist es nicht.