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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Emily in Kanada

Das Schulsystem in Kanada

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euer Auslandsjahr in Kanada zu verbringen, ist ein Highlight dieser Zeit der Besuch einer traditionellen High School vor Ort. Doch im Vergleich zu dem deutschen Schulsystem gibt es einige Unterschiede zu einer kanadischen High School. 

Bei dem Kanada-Programm ist es üblich, sich den Schuldistrikt und eine Schule darin selbst auszusuchen. Ich habe mich erst relativ spät für mein Auslandsjahr beworben, sodass manche Schulen schon nicht mehr für deutsche Austauschschüler geöffnet waren. Ich konnte mich also zwischen zwei anstatt drei Schulen in meinem ausgewählten Schuldistrikt entscheiden.

Bereits einige Monate vor meinem Abflug konnte ich meine Fächer wählen. Dieser Fächerwunsch kann allerdings nicht immer realisiert werden, da die Schulen, sowohl in Kanada als auch in Deutschland, bestimmte Fächer vorgeben, die von den Austauchschülern zu belegen sind. Von meiner Schule in Deutschland musste ich Mathe belegen, von der kanadischen Schule aus müssen alle Austauchschüler meistens in einen Englischkurs gehen. So blöd das jetzt auch klingen mag, kann ich jedem diese beiden Fächer nur empfehlen. 

In Deutschland war ich in Mathe immer gut, aber ich musste viel dafür lernen. In Kanada belegte ich den Kurs Precalculus 11, also eigentlich den Universitätsvorbereitungskurs der Klasse 11, und wir behandelten dort unter anderem Stoff der Klasse 8 und 9 in Deutschland. Ich bin einfach so mitgelaufen, habe sehr gute Noten bekommen und musste kaum dafür lernen. Der eigentliche Vorteil war jedoch, dass ich trotzdem rechnen musste. Als ich zum zweiten Halbjahr zurück nach Deutschland in meinen Mathekurs kam, hatte ich also nicht fünf Monate nichts gerechnet. Das hat die Eingewöhnung meiner Meinung nach erleichtert. 

Während meiner Zeit in Kanada belegte ich vier Kurse. Mathe 11, Englisch 11, Drama 11 und Spanisch 11, mit welchen ich sehr zufrieden war. Das kanadische Schulsystem ist so aufgebaut, dass jeder Tag in fünf Unterrichtsblöcke unterteilt ist. Jeder Kurs wird ungefähr 70 Minuten lang unterrichtet, einmal pro Woche hat man jeden Kurs doppelt. An meiner Schule beginnt der Unterrichtstag um 8:47 Uhr und endet um 15:17 Uhr, zwischendurch gibt es nach der dritten Stunde eine 20-minütige Pause und nach der vierten Stunde für eine Stunde Mittagspause. 

Nach der Schule besucht man noch sogenannte extracurricular activities wie beispielsweise Basketball, Volleyball, Fußball, Hockey, die Debattier-AG oder Chor und Big Band. Ich kann nur jedem empfehlen, sich in möglichst viele dieser Angebote einzuwählen, denn so habe ich viele meiner kanadischen Freunde kennengelernt. Außerdem würde ich Kurse belegen, die es in Deutschland nicht gibt, denn nur so lernt man auch mal neue Seiten der kanadischen Schule kennen. Wichtig ist allerdings auch, dass ihr euch nicht nur zurücklehnt, sondern euch auch selbst fordert. Ich bin zum Beispiel nach zwei Monaten in den Muttersprachlerkurs Englisch gekommen, in welchem ich die einzige Austauschschülerin war. Dort haben wir Macbeth von Shakespeare gelesen, und mussten viele Aufsätze in unserer Freizeit schreiben. Doch durch diesen Kurs hat sich meine englische Grammatik und mein Ausdrucksvermögen wirklich sehr verbessert und ich konnte einen viel intensiveren Blick auf die englische Sprache werfen. Also probiert einfach ganz viel aus und seid offen, denn nur so könnt ihr das meiste aus eurem Aufenthalt in eurem Gastland herausholen.