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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Lea in Neuseeland

Heimweh

Heimweh ist oft einer der Faktoren, der besonders abschreckend ist, zukünftigen Austauschschülern Angst macht oder sogar Schüler davon abhält, ein Auslandsjahr zu machen. Vor und nach dem Bewerben zum Auslandsjahr kommen Zweifel auf wie: „Schaffe ich das wirklich?“, „Was mache ich denn, wenn es mir nicht so gut geht?“ oder „Was mache ich, wenn ich Probleme mit meiner Gastfamilie oder meinen Freunden habe?“

All diese Fragen führen irgendwann zum Heimweh. Aber warum ist Heimweh so abschreckend? Und was lässt sich dagegen tun?

Uns allen wurde vom bevorstehenden Kulturschock während des Auslandjahres erzählt. Erst die pure Begeisterung für das neue Land und die neuen Leute, während der Einführungsphase. Und dann ein massives Tief, bei dem man die Welt um sich herum nicht mehr sehen möchte, und sich am liebsten in seinem Zimmer verkriecht, oder direkt nach Hause fliegen will.

Natürlich schreckt sowas im ersten Moment erstmal ab. Aber es ist wichtig, dass man darüber ausführlich aufgeklärt wird. Heimweh ist ganz normal, und kein Weltuntergang.

Fangen wir von vorne an. Für jemanden, der noch nie längere Zeit weit weg von zu Hause, den Eltern und dem vertrauten Umfeld gelebt hat, ist diese Art von Heimweh ein ganz neues Erlebnis. Für manche ist es schlimmer, für andere weniger. Das kommt ganz auf die Person an. Jedoch ist es nicht zu unterschätzen. Man sollte wissen, wie man handelt, und wie man nicht handelt, wenn man Heimweh bekommt, und etwas gerade nicht so rund läuft.

Für Leute, die wie ich, sehr, sehr wenig im Auslandsjahr mit ihren Eltern kommunizieren, bietet es sich an, mal die Eltern anzurufen, und sich mit ihnen auszusprechen und ihnen zu erklären, dass man sie vermisst. Mir zumindest haben solche Gespräche sehr viel gebracht, da ich nicht gerade mein Umfeld, oder mein eigenes Bett vermisst habe, sondern gerade diese Gespräche. Nachdem ich meine Eltern angerufen habe (das sollte man wirklich nicht zu oft machen, aber bei mir kam es wirklich nur alle paar Monate vor), ging es mir eigentlich immer besser, und ich bin besser gelaunt an meine Situation und die Leute herangegangen.

Die nächste Option ist für die Leute, die in genau der gegenteiligen Situation stecken. Wenn man zu viel mit seinen Eltern redet und telefoniert, kann das Heimweh dadurch verstärkt werden. Durch den ständigen Kontakt nach Hause kann man unter Umständen nicht richtig im neuen zu Hause ankommen und man schottet sich ab, findet keinen richtigen Anschluss etc. In solchen Situationen ist es sehr wichtig, abends vielleicht mal nicht die Eltern anzurufen, und stattdessen etwas mit der Gastfamilie, oder mit Freunden zu unternehmen. Natürlich wird nicht von jetzt auf gleich alles besser. Und die Eltern werden trotzdem noch vermisst. Aber glaubt mir, nach und nach gewöhnt ihr euch daran, nicht mehr so viel mit den Eltern zu reden, und mehr mit den lokalen Freunden zu unternehmen. Nach und nach findet man wieder mehr Spaß am Auslandsjahr, man schließt oft langanhaltende Freundschaften und fühlt sich mehr wie „zu Hause“.

Nun ja, die nächste Option ist natürlich das Aussitzen. Wobei das nicht wirklich eine Option ist, denn das Heimweh geht nicht von heute auf morgen weg. Aber es ist wichtig zu wissen, dass alles seine Zeit braucht. Man darf sich nicht dadurch demotivieren lassen, dass man so wenige Fortschritte macht, und sich trotz so vieler Bemühungen immer noch nicht einfinden kann. Deswegen: Das Heimweh aussitzen und sich mit vielen, vielen Unternehmungen ablenken.

Das war jetzt kein professioneller, psychologischer Ratgeber gegen Heimweh, jedoch beruhen diese Methoden auf meiner Erfahrung und ich hoffe, dass sie vielleicht jemandem weiterhelfen können.