Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Theresa in Australien

Warum überhaupt ein Auslandsjahr?

Warum? – Das ist die grundlegendste Frage, die sich jeder stellen muss, der vorhat, einige Zeit im Ausland zu verbringen. Warum willst du das machen? Warum genau jetzt? Hast du dir das auch gut überlegt? Das sind nur einige der Anmerkungen, mit denen die meisten im Zuge ihrer Planung irgendwann konfrontiert werden. Der erste und wichtigste Schritt ist es, sich selbst über solche Fragen klar zu werden, um sich nicht von den Zweifeln anderer abbringen zu lassen.

Es gibt viele gute Gründe für einen Auslandsaufenthalt, seien es das Erlernen von Selbstständigkeit und einer neuen Sprache, das Kennenlernen einer fremden Kultur oder einfach die Lust am Abenteuer. Aber viel wichtiger als all diese guten Gründe für andere aufzählen zu können, ist es, sich seiner eigenen Motivation bewusst zu werden. Es genügt nicht, nur zu wiederholen was man von anderen gehört hat. Es mag zwar stimmen, dass heutzutage immer mehr junge Leute während ihrer Schulzeit ins Ausland gehen, aber das ist noch lange kein Grund, es selbst zu tun.

Die eigentliche Voraussetzung für ein Auslandsjahr ist die eigene Motivation. Nur, wenn man selbst ein Ziel vor Augen hat, lassen sich all die großen und kleinen Hindernisse bei der Planung und Durchführung eines Auslandjahres erfolgreich überwinden. Das gilt genauso für die Finanzierung des Programms wie für das Leben in der Gastfamilie. Mit einem festen Willen lassen sich oft Steine aus dem Weg räumen, die einem sonst viel zu groß und schwer erscheinen.

Akzeptiere ich es zum Beispiel sofort, wenn meine Eltern ein Auslandsjahr als zu teuer einschätzen? Oder bleibe ich hartnäckig, informiere mich über alternative Programme und bewerbe mich auf Stipendien? Niemand sagt, es wäre leicht, ein Auslandsaufenthalt auf die Beine zu stellen. Im Gegenteil, meist erweist sich die Planung schon als eine Art Probe für sich, an der viele scheitern, weil ihnen das Jahr im Ausland dann doch nicht wichtig genug ist. Das ist auch ok, nicht für jeden ist ein Auslandsjahr der beste Weg. Aber die richtige Motivation kann manchmal Wunder bewirken.

Das gilt natürlich auch während der Zeit im Ausland. Wenn man Heimweh bekommt, wenn doch nicht alles wie geplant läuft und man sich in der neuen Umgebung einfach nicht wohlfühlt, ist es meistens schwer, sich an all die guten Gründe für das Auslandsjahr zu erinnern. Jeder Gastschüler wird früher oder später mal mit einem oder mehren dieser Probleme konfrontiert werden. Für den einen ist es schwerer als für den anderen, das hängt oft auch von den äußeren Umständen ab. Aber für alle gilt: Es ist schwer, sich im Voraus auf solche Probleme vorzubereiten, weil die Situation einfach zu unbekannt ist. Trotzdem ist es auch hier wichtig, daran zu glauben, dass man das richtige tut.

Heimweh kann ziemlich schlimm sein, dass wird wohl jeder ehemalige Gastschüler bestätigen können, dennoch hilft es zu wissen, dass man es nicht ohne Grund erträgt. Ich persönlich fand es in solchen Situationen am hilfreichsten, mich auf den Moment zu konzentrieren, mich nicht zu sehr runterziehen zu lassen und einfach weiterzumachen, immer in der Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Und das tut es meistens auch. Man kann aber nur die Chancen sehen, die man auch sehen will.

Die Frage nach dem Warum? Spielt also eine wichtige Rolle sowohl für die Planung, als auch für die Durchführung eines Auslandsjahres. Eines ist an ihr noch besonders: Manchmal kann man sie erst dann wirklich beantworten, wenn alles hinter einem liegt, wenn man mit den Erinnerungen an all das Gute und Schlechte der letzten Monate wieder zu Hause sitzt und erneut über die Frage nachdenkt: Warum? Warum habe ich das gemacht? Was hat es mir gebracht? Jeder findet darauf eine andere Antwort. Die einen sind froh, dass sie wieder zu Hause sind, die anderen würden am Liebsten gleich wieder zurück. Egal wie viele gute oder schlechte Erfahrungen man gemacht hat, jeder nimmt daraus etwas für sich mit.

Für mich ist das Wichtigste: Ich weiß jetzt, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann. Allein um diese Erfahrung zu machen, hat sich mein Auslandsjahr für mich gelohnt. Aber das ist natürlich nicht alles. Auf mein ganz persönliches Warum? habe ich viele Antworten gefunden und jede davon hat mich ein kleines Stückchen weitergebracht, darin, mich selbst besser zu verstehen.

Es lohnt sich also wirklich darüber nachzudenken, warum man eigentlich ins Ausland will. Wer sich immer wieder mit dieser Frage beschäftigt, dem wird es einfacher fallen, seinen Traum wirklich in die Tat umzusetzen. Und dem bleiben vielleicht auch ein paar Enttäuschungen erspart.