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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Laura-Marie in Irland

Auswirkungen

Was macht ein Auslandsjahr aus dir?

Bevor ich nach Irland gegangen bin, war ich wahrscheinlich ein Teenie wie jeder andere. Ich steckte mitten in der Pubertät, lies meine Launen raus, wie ich wollte und natürlich ergab sich dadurch auch der ein oder andere Streit mit meiner Familie oder auch mit meinen Freunden.

Man denkt sich eigentlich nur wenig in diesem Alter, was das eigene Verhalten bei anderen auslösen könnte und akzeptiert die daraus resultierenden Folgen einfach, denn was soll schon passieren. Eigentlich würde man meinen, dass ein Auslandsjahr an dieser Situation nichts ändern würde, aber das ist der Fall.

Meilenweit entfernt von dem eigentlichen Leben wird man raus geworfen aus den üblichen Geschehnissen und muss sich Wohl oder Übel anpassen - auch wenn das ein wenig hart klingt.

Denn sind wir mal ehrlich, es passiert schon öfter, dass man ab und zu mal die Augen verdreht, wenn einen die eigenen Eltern auffordern, beim Müll raus bringen zu helfen oder den vollen Geschirrspüler auszuräumen. Auch wenn man mal unfreundlich zu Mitschülern ist, ist das am nächsten Tag scheinbar egal.

Im Ausland wird es aber dazu kommen, dass man sein Verhalten doch öfter reflektiert. Zwar ist man nur „kurz“ dort, aber die Person, die ihr dort darstellt, repräsentiert nicht nur das eigene Land, sondern auch wer man als Mensch eigentlich ist.

Es ist überhaupt eine riesige Herausforderung, den ersten Schritt zu gehen, dass man sich für ein Auslandsjahr entscheidet, doch wenn daraus eins der besten Jahre des Lebens werden soll, muss man sich auch für Neues öffnen und vorher nie dagewesene Verbote akzeptieren.

Neue Familie, neue Freunde, neue Gegend, neues Essen, neue Kultur, neue Verhaltensweisen.

Als ich schlussendlich aus Irland wieder kam, war ich jemand anderes, ohne es selbst zu merken. Ich wurde als Person viel ausgeglichener und war mehr daran besinnt, mein eigenes Verhalten zu ändern. Während ich in meiner pubertären Sturm und Drang“-Zeit mich kaum darum kümmerte, was ich sagte oder wie ich mich verhielt.

Plötzlich räumte ich gern den Geschirrspüler aus und half bei der Hausarbeit, denn schließlich musste ich es auch in Irland und merkte, dass das eigentlich gar nicht soooo schlimm ist.

Ich schätzte meine Familie viel mehr und merkte auch, wer meine richtigen Freunde waren, denn es selektiert sich schnell, wer sich nach 6 Monaten in einem anderen Land immer noch für dich interessiert oder wer bloß den anfänglichen Rausch der Euphorie mitmachte.

Außerdem engagierte ich mich schulisch viel mehr. Meine Erfahrungen an einer anderen Schule halfen mir dabei, neue Ideen in meine Schule zu bringen, wodurch ich später sogar Mitglied des Landesschülerrates wurde, weil es mich so sehr interessierte, in den Austausch mit anderen Schulen zu kommen und etwas bewegen zu können.

Ich wuchs an der neuen Herausforderung und formte mich zu einem Menschen mit vielen neuen Meinungen und vor allem neuen Hobbys und Freunden.

Aber um ehrlich zu sein merkte ich am Anfang selbst nicht, dass das alles an Irland lag.

Erst als mir meine beste Freundin auf einer Klassenfahrt Monate nach meiner Ankunft sagt, dass ich ein richtiges „Arschloch“ war vor meinem Irlandsaufenthalt, merkte ich, wer ich war und zu wem ich geworden bin.

Der Augenschein, dass einem solch ein Auslandsjahr also nur im Englischunterricht helfen würde, ist also nur eine Seite des kompletten Buches.

Denn wie schon Julius Weber sagte: „Reisen sind das beste Mittel zur Selbstbildung.“