Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Emily in Kanada

Mein Auslandshalbjahr in Sooke/Vancouver Island/Kanada

Oft wurde ich gefragt, was so besonders daran sei, ins Ausland zu gehen. Das Leben dort wäre ja nicht anders als hier in Deutschland: Schule, Hausaufgaben, Hobbys, Freunde treffen. 

Doch was bedeutet es wirklich, seine Heimat, Freunde und Familie für fünf Monate zu verlassen, um achttausend Kilometer entfernt ein neues Leben zu führen? Diese Frage stellte ich mir im Sommer bei meinem Abflug nach Kanada. Ich hatte monatelang auf diesen Tag hin gefiebert, Packlisten geschrieben, meinen Koffer Probe gepackt und wieder aus- und umgepackt und die Tage bis zu meinem Abflug gezählt. Und dennoch kam mir am Flughafen alles nicht real vor, es war wie ein Traum, den man nicht so richtig greifen konnte. Doch ich war wild entschlossen, diesen Traum zu leben und ich habe es seitdem nicht bereut. 

Eines der Highlights meines Auslandsjahres war meine Gastfamilie. Meine beiden Gastmütter nahmen mich sehr herzlich in ihre Familie auf, unternahmen Ausflüge mit mir und zeigten mir dabei den Canadian way of life aus erster Hand. Wir besuchten Hockey- und Basketballspiele, wanderten an der Südküste von Vancouver Island, kochten und aßen gemeinsam, gingen ins Theater und Kino und feierten Weihnachten und Silvester zusammen, was wirklich ein einmaliges Erlebnis war.

In Kanada spielt sich für Kinder ein Großteil des Lebens in der Schule ab. Was hier für den einen oder anderen vielleicht erst einmal abschreckend klingt, entpuppt sich jedoch als eine gute Möglichkeit, Freunde zu treffen und an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen. Mit meinem Volleyballteam trainierte ich bis zu fünf Mal pro Woche und nahm samstags an Turnieren teil. Durch dieses große Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl lernte ich meine besten Freunde kennen.  Darüber hinaus spielte ich Querflöte im Jugendorchester, mit dem wir zu Weihnachten ein großes Schulkonzert gaben. Außerdem führte unsere Schule verschiedene ehrenamtliche Aktionen durch wie zum Beispiel einen Bottle and Food-Drive. Dabei fuhren wir an einem Wochenende durch die Stadt, klingelten an Haustüren und sammelten Essen und leere Flaschen. Das Essen wurde der Essensausgabe für einkommensschwache Menschen gespendet, für die Flaschen erhielten wir Geld von einer Recyclingfirma, welches ebenfalls gespendet wurde. 

Besonders beeindruckt hat mich auch die Offenheit und Gastfreundschaft der Kanadier. Sei es das nette Gespräch an der Supermarktkasse oder im Café, die Einladungen meiner Freunde in ihr kanadisches Zuhause oder der Skiurlaub mit Freunden meiner Gastfamilie, um nur ein paar Beispiele zu nennen. 

Was bedeutet es also, seine Heimat, Freunde und Familie für fünf Monate zu verlassen? Es bedeutet, eine neue Familie zu finden und gleichzeitig auch die eigene Familie in Deutschland zu vermissen, es bedeutet, zwei Länder zu haben, die man seine Heimat nennt und Freundschaften auf der ganzen Welt zu schließen. Und es bedeutet, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.