Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Lisa in den USA

How to: Gastfamilienwechsel – meine Erfahrung

Der Gastfamilienwechsel ist wahrscheinlich einer der größten Albträume eines Austauschschülers. Allerdings ist er nicht so schlimm, wie es klingt und kann die Rettung eines vielleicht nicht so gut gestarteten Auslandsjahres sein. Ich selbst musste meine Gastfamilie zwei Mal wechseln. Einmal wegen Problemen mit der Gastfamilie, die gegen die Programmregeln waren, und einmal, weil die Familie mich schlichtweg nicht wollte. Das waren keine schönen Erfahrungen, aber es war jedes Mal die richtige Entscheidung. Auch viele meiner internationalen Freunde mussten ähnliche Erfahrungen machen und bei allen hat sich dadurch das Blatt zum Besseren gewendet.

Ganz wichtig ist es zu wissen, dass man selbst von sich aus entscheiden und sagen darf Es passt einfach nicht. Ich fühl mich nicht wohl. Ich will wechseln!. Natürlich musst du einen Grund angeben und wenn dieser nicht plausibel erscheint, wird man auch schnell abgewimmelt, aber im Prinzip darfst du jeder Zeit wechseln, nur nicht beliebig oft. Wechselt man öfter, weil man sich nicht wohl fühlt oder weil die Familie einen nicht will, wird davon ausgegangen, dass es am Austauschschüler liegt, und kann dafür nach Hause geschickt werden. Trotzdem solltest du keine Angst davor haben! Gesunder Menschenverstand und Kompromisse können viele Probleme lösen und wenn nicht, hast du dennoch das Recht „Nein“ zu einer Familie zu sagen.

Bei mir lief der ganze Prozess ein bisschen chaotisch ab. Ich kam zunächst bei einer scheinbar alleinstehenden Fotografin unter und war davon eigentlich sehr begeistert. Allerdings kam mir die Lady schon vor der Ankunft ein bisschen komisch vor und ich fragte mich, wie viel sie wohl mit ihrem Beruf verdient. Ich sagte mir selbst, dass sie wahrscheinlich einfach sehr aufgeregt ist und die Organisationen ja niemanden nehmen, der große finanzielle Probleme hat. But jokes on me, in meinem Fall wurde da wirklich ein Fehler gemacht, auf den ich in diesem Artikel nicht näher eingehen möchte. An diesem Punkt, an dem mir die Gastmutter ein bisschen seltsam vorkam, hätte ich schon die Bremse ziehen können und wechseln können, obwohl ich noch gar nicht dort war. Du kannst Gastfamilien ablehnen – musst aber selbstverständlich auch einen vernünftigen Grund liefern. Sorge um die finanzielle Lage der Gastfamilie wäre ein guter Grund gewesen. Doch hätte hätte Fahrradkette, so war es bei mir nicht. Meine Gastmutter ging am ersten Tag bankrott, es war kein Wasser mehr im Haus und ich mit den Nerven am Ende.

Ich wusste zunächst nicht, mit wem ich darüber reden sollte und was ich generell jetzt tun sollte. Ich wand mich als erstes an einen Returnee, den ich beim Vorbereitungstreffen kennengelernt hatte, der mich ein wenig beruhigte und mir sagte ich solle meine Koordinatorin kontaktieren. Gesagt getan. Ich kontaktierte außerdem DFSR, da es ja gegen die Regeln ist, bei einer Gastfamilie ohne Geld untergebracht zu werden. Erst danach, als ich ein Ja für den Wechsel hatte, erzählte ich meinen Eltern davon. Einerseits um ihnen nicht unnötig Sorgen zu machen und andererseits hätten sie eh nicht viel ausrichten können. Damit will ich nicht sagen, dass du nicht mit deinen Eltern reden solltest, aber es wäre definitiv der Punkt, an dem du für dich selbst Verantwortung übernehmen solltest, denn du selbst bist dein engster Verbündeter während dem Auslandsjahr. Es dauerte eine ganze Woche bis eine neue Gastfamilie für mich gefunden war und in dieser Zeit sagte ich der Gastmutter, die sich dann doch als verheiratet herausstellte, kein Sterbenswörtchen davon. Das übernahm am Abend vor meiner Abreise meine Koordinatorin für mich, wofür ich sehr dankbar war. Am nächsten Tag wurde ich von einer anderen Koordinatorin abgeholt und zu meiner neuen, aber leider auch nur temporären, Gastfamilie gefahren. Der zweite Wechsel lief nochmal ganz anders ab.

Im Fazit will ich eigentlich nur sagen, es ist zwar unangenehm, aber nicht schlimm zu wechseln. Es braucht auf jeden Fall ein bisschen Mut, aber kann dir wirklich den Arsch retten. Das hat es mir und einigen meiner Freunde zumindest

Hast du trotzdem noch Fragen oder Sorgen? Ich beantworte sie dir gerne!
LG Lisa