Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Emily in den USA

Freunde finden während des Auslandsjahres

Vor einem Auslandsjahr stellen sich viele die Frage, ob es leicht ist Freunde zu finden und was rund um das Thema auf einen zu kommt. Vielleicht gehörst du liebe/r Leser/in ja auch dazu. Deshalb möchte ich dir einen Einblick in mein Auslandjahr gewähren und hoffe, dass ich ein paar der Fragen, die du dir vielleicht stellst, beantworten kann. Auch wenn du dir keine Fragen stellst, sondern dich einfach nur für diesen Artikel interessierst, bringe ich dir meine Auslandszeit gerne ein bisschen näher.

Zuerst ein mal ein paar Fakten über mich.

Auch ich habe mir viele Fragen über das Thema „Freunde finden“ gestellt. Hier in Deutschland finde ich es nicht schwer, Freunde zu finden. Als ich in eine neue Klasse gekommen bin (was nach meinem Auslandsjahr der Fall war), habe ich schnell Menschen gefunden, mit denen ich mittlerweile gut befreundet bin. Zwar habe ich ein bisschen Zeit gebraucht, da ich anfangs eher immer die „stille Beobachterin“ bin, aber dann ging es sehr schnell und nun habe ich in meiner neuen Klasse einen kleinen Freundeskreis, in dem es mir sehr gut geht.

Da du ja jetzt ein bisschen mehr über mich weißt, werde ich dir nun von meinen Auslandserfahrungen erzählen.

An meinem ersten Tag an der amerikanischen High School wurde ich von vielen angesprochen. Sie hatten erst ein Jahr zuvor einen Austauschschüler aus Deutschland an der Schule und waren daran interessiert, ob ich ihn kenne oder wollten wissen ob die Geschichten stimmen, die sie von ihm erzählt bekommen haben. In manchen Kursen war es aber auch super schwer sich zu unterhalten, da manche Lehrer wegen Corona strenge Abstandsregeln hatten. In den nächsten paar Wochen bin ich auf viele verschiedene Leute zugegangen, aber nie auf zu viele auf einmal, um alles ein bisschen besser kennenzulernen. Richtige Freunde hatte ich nach ein paar Wochen deshalb noch nicht und ich wurde, was ein bisschen hart klingt, mit der Zeit uninteressant, da alle schon ihre Freundeskreise hatten.

Nachdem ich drei Wochen in der Schule war, kam meine Gastschwester in den USA an und ging mit mir zur Schule. Sie hatte eine sehr starke Persönlichkeit und wenn man sie mit mir vergleicht, eine viel stärkere Ausstrahlung. Für sie war es also viel leichter, Freunde zu finden, als für mich und sie war nach einer Woche mit dem Großteil der Schüler/innen in unserem Alter befreundet (hier ist es glaube ich angebracht zu erwähnen, dass meine Schule sehr klein war, es war also nicht schwer, nach kurzer Zeit zumindest alle zu kennen).

Das machte es mir nicht unbedingt leichter, mich Menschen anzunähern, was allerdings mehr ein Ich-Problem war, da ich ein bisschen eingeschüchtert war und meiner Gastschwester nicht in die Quere kommen oder ihr Freunde wegnehmen wollte.

Ich habe einige Monate später mit meiner Gastschwester genau darüber gesprochen. Sie meinte, dass ich ihr keineswegs in die Quere kommen würde und sie kein Problem damit hat, wenn ich mich mit den gleichen Leuten anfreunde, wie sie.

Wie du sehen kannst, war die erste Zeit ein bisschen holprig, was aber an mir lag, da ich mich von meiner Gastschwester habe einschüchtern lassen. Als ich aber bemerkt habe, dass ich mir nicht so sehr selbst im Weg stehen sollte, habe ich mich gleich besser gefühlt und war zuversichtlich, dass ich das schaffe.

Falls du dich da gerade wiedererkennen kannst oder dir Sorgen machst, merke dir:

Du stehst niemandem im Weg und es ist nicht schlimm, sich mit den Leuten anzufreunden, mit denen deine Gastgeschwister befreundet sind.

Als ich im späten Herbst ins Basketballteam meiner Schule gekommen bin, hat sich alles geändert. Ich habe mir nicht mehr selbst im Weg gestanden und einige Menschen kennengelernt, mit denen ich super gut harmoniert habe. Mit einigen habe ich mich ein paar mal am Wochenende getroffen und wir haben zusammen Spiele gespielt, Filme geguckt oder für Basketball geübt. Hier haben gute Freundschaften angefangen. Seitdem hatte ich beim Lunch einen festen Tisch, an dem ich saß und Menschen, mit denen ich reden, lachen und ganz oft auch herumalbern konnte. Manchmal hatte ich noch Hintergedanken wie „Was, wenn sie einfach nur nett sind, weil meine Gastschwester dabei ist?“, aber auch die Gedanken konnte ich schnell ablegen. Ich tendiere einfach dazu, mir zu viele Gedanken zu machen. Spätestens als ich auf die Geburtstage der Personen eingeladen wurde, war ich mir sicher: Sie sind meine Freunde.

Hier also auch noch mal etwas, was du dir merken solltet:

Selbst, wenn der Start holprig ist und es länger dauert, Freunde zu finden, als du dir erhoffst, wird am Ende alles gut. Es ist okay, zu Zweifeln. Meiner Meinung nach gehören Zweifel in einem gewissen Maße zu einem Auslandsjahr dazu. Solange du dich davon nicht entmutigen lässt und dir vor Augen führst, dass alles gut wird und deine Zeit noch kommt, wirst du ein super tolles Auslandsjahr haben.

Ich hoffe, ich konnte dir meine Erfahrung ein bisschen näher bringen und dir Mut machen.

Vielleicht sehen wir uns ja in einem anderen Artikel.

Bis zum nächsten Mal,

Deine Emily