!DOCTYPE html>

Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Image can't be displayed.

Mia in den USA

Leben mit Gastgeschwistern

Das Leben in meiner Gastfamilie war vor allem was meine Gastgeschwister betrifft eine ganz neue Erfahrung. Zuhause in Deutschland habe ich lediglich eine kleine Schwester und war somit immer die Älteste. In den USA war ich schließlich die Jüngste, mit vier älteren Gastgeschwistern. Auch wenn ich zuerst nicht wusste, wie ich mit dieser Veränderung umgehen sollte, war es eine gute Erfahrung. Meine Gasteltern haben mit Austauschschülern gewartet, bis alle ihre Kinder ausgezogen sind, somit wohnte Zuhause lediglich eine andere Austauschschülerin. Ein Benefit ältere Gastgeschwister zu haben, ist, dass sie Ausflüge mit einem machen können und man auch mal ohne die Aufsicht der Gasteltern rauskommt. Meine Gastgeschwister bestanden aus Andrew (29), Alex (27) und Lisa (25) zusammen mit ihrem Ehemann. Einer meiner Lieblingsmomente war definitiv, dass wir gemeinsam zur Kletterhalle gegangen sind. Die andere Austauschschülerin ist gerade erst zurück in ihr Heimatland geflogen und ich war sehr niedergeschlagen, also haben sie gemeinsam entschieden, mich aufzumuntern, indem wir eben etwas gemeinsam unternehmen. Dies hat mir wirklich gezeigt, dass ich Teil einer Familie geworden bin. Ein anderes Mal hat mein Gastbruder mich mit zum Skigebiet genommen. Wir sind zusammen Ski gefahren und sind in den kalten See gesprungen, damit ich, nach seinen Worten, ein wahrhafter Michigan sein könnte. Auch wenn mir anschließend sehr kalt war, so etwas ist genau so eine Situation, die ich mir immer von einem älteren Geschwisterteil gewünscht habe. Genauso wichtig waren jedoch auch die kleinen Momente, wie das Abholen von der Schule. Mein Gastbruder hat uns unsere Taschen in den Kofferraum legen lassen und ist dann losgefahren, sodass wir vor der ganzen Schule seinem Auto hinterher sprinten mussten. Oder die Einladung zu einem Pizza- und Filmabend im Haus meiner Gastschwester. Ebenso süß war es, als mein anderer Gastbruder ganz stolz sein Weihnachtsgeschenk von uns seinen Freunden und Arbeitskollegen präsentiert hat. Auch wenn der Start erstmal unangenehm ist, man darf einfach nur nicht aufgeben. Meine erste Konversation mit meinem Gastbruder fand über einen Videoanruf statt und er meinte zu meiner Gastmutter er wolle nicht mit mir sprechen, sie würde nur versuchen die Abwesenheit ihrer Kinder durch uns zu ersetzen. Dies hatte mich erst ein wenig abgeschreckt, aber später wurde mir erklärt, dass er einen sehr schlechten Tag hatte und es auch mehr als Witz meinte, weil das eben nun mal seine Art wäre. Zum Ende meines Aufenthalts wurde er schließlich auch mit mein Favorit der Familie. Auch wenn er mir zu Weihnachten einen Sack Kohle geschenkt hat. Insgesamt bin ich sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich wollte schon immer große Geschwister haben und war erst enttäuscht, als ich gehört habe, dass alle bereits ausgezogen sind, doch am Ende war alles gut so wie es war. Ich habe immer noch Kontakt zu ihnen, zum Beispiel wenn sie bei meinen Gasteltern Zuhause sind und wir zusammen Skypen, oder auch individuell über Instagram. Mein Gastbruder wohnt zurzeit in Las Vegas und hat uns bereits zu einem Road Trip eingeladen, sobald wir wieder zurück in die USA kommen. Ich bin sehr froh, so offen empfangen worden zu sein und genau so, wie ein weiteres Familienmitglied behandelt wurde. Wie mein Gastbruder so schön gesagt hat: “Ihr seid keine Gäste, ihr seid Familie und werdet auch so behandelt.” Dies beinhaltete peinlichen Aktionen, der Kampf um die Fernbedienung und sarkastische Kommentare über den Essenstisch hinweg.