Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Finnja in den USA

Interview mit meiner Gastschwester

Als ich meine Gastfamilie bekommen habe und gesehen habe, dass ich eine gleichaltrige Gastschwester haben werde, habe ich mich auf der einen Seite total gefreut, dass ich jemanden habe, der mir alles zeigen kann und dafür sorgt, dass ich am Anfang nicht alleine bin, auf der anderen Seite hatte ich aber auch ein bisschen Angst, dass wir uns nicht verstehen werden. Im Endeffekt war meine Gastschwester meine engste Bezugsperson während des Auslandsjahres. Die meiste Zeit über waren wir unzertrennlich, haben uns aber auch ab und zu angezickt – wir waren einfach wie richtige Schwestern und Gracey ist definitiv die Schwester, die ich nie hatte. 

Weil sie so einen großen Teil meines Auslandsjahres ausgemacht hat, habe ich ihr einfach mal ein paar Fragen dazu gestellt, wie sie die Zeit mit einem Austauschschüler wahrgenommen hat und auch, warum man sich überhaupt dazu entscheidet, einen Austauschschüler aufzunehmen (immerhin kriegt die Gastfamilie kein Geld dafür).

 

 

 

 

(Meine Gastschwester Gracey und ich)

 

1. Warum wolltest du gerne einen Austauschschüler*in aufnehmen?

Ich wollte gerne verstehen, wie andere Kulturen funktionieren und andere Lebensstile kennenlernen. Wir konnten zusammen kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten erleben, neues Essen ausprobieren und uns so weiterentwickeln, was ich als eine sehr wertvolle Erfahrung mitgenommen habe.

 

2. Was sind die Vorteile daran, einen Austauschschüler*in aufzunehmen?

Es sind definitiv nicht nur die kulturellen Unterschiede, sondern auch die Erfahrung, die dir ein Leben lang bleibt und die Verbindung zu deiner Gastschwester, egal wie weit sie auch weg ist. Manchmal ist es durch die Zeitverschiebung oder das alltägliche Leben schwierig den Kontakt zu halten, aber es ist definitiv nicht unmöglich. Man weiß, dass man immer noch ein Familienmitglied am anderen Ende der Welt hat und das bleibt für immer.

 

3. Gibt es auch Nachteile daran, einen Austauschschüler*in aufzunehmen?

Der größte Nachteil ist eigentlich, dass man über den Zeitraum eine Verbindung zueinander aufbaut und es deswegen sehr schwer ist, den Austauschschüler am Ende der Zeit gehen zu lassen. Man hat so eine schöne Zeit miteinander verbracht und so viel erlebt und dann verschwindet deine Gastschwester gefühlt einfach aus deinem Leben; das ist hart. Nichtsdestotrotz würde ich sagen, dass die Vorteile eindeutig überwiegen.

 

 

(Gracey und ich beim Abschied)

 

4. Wie hast du davon erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, Austauschschüler aufzunehmen?

Ich habe darüber über Social Media erfahren. Bei mir in der Gegend ist es nichts Ungewöhnliches einen Austauschschüler aufzunehmen und jedes Halbjahr kommen auch immer wieder neue Austauschschüler an unsere Schule.

 

5. Wie war es für dich, dein Zimmer teilen zu müssen?

Erst hatte ich echt Respekt davor mein Zimmer zu teilen, aber es war nicht so schlimm wie erwartet. Ich hatte Angst, dass sich die verschiedenen Routinen nicht vertragen würden oder die Austauschschülerin vielleicht nicht so sauber ist, aber im Endeffekt arbeitet man zusammen und nimmt Rücksicht aufeinander, sodass sich beide wohlfühlen.

 

6. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, selber ein Auslandsjahr zu machen?

Eigentlich wollte ich immer schon mal ein Auslandsjahr machen, aber da ich fast mit der High School fertig bin, lohnt sich das momentan nicht mehr. Aber im College gibt es ähnliche Programme und ich denke, ich werde daran teilnehmen.

 

7. Gab es auch Missverständnisse zwischen dir und deiner Austauschschülerin?

Natürlich! So wie alle 16-jährigen Geschwister zickt man sich ab und zu mal an, aber nachdem man das Problem geklärt und die Missverständnisse aus dem Weg geräumt hat, ist es direkt viel einfacher, zu kommunizieren und die Bindung wird gestärkt. Missverständnisse sind unvermeidlich, wichtig ist nur, dass man sie klärt.

 

8. Was ist deine liebste Erinnerung mit deiner Austauschschülerin?

Am liebsten erinnere ich mich an unseren Trip nach Chicago zurück. Ich habe es geliebt, die Stadt mit ihr zu erkunden und es war, als wären wir wirklich überall gewesen. Ich habe sogar das Gefühl, dass wir uns danach noch besser verstanden haben.

 

 

(Gracey und ich in Chicago)

 

9. Würdest du es empfehlen, einen Austauschschüler*in aufzunehmen?

Ja, ich würde es auf jeden Fall jedem empfehlen! Es gibt quasi keine Nachteile und es ist so interessant, neue Kulturen kennenzulernen. Man erlebt so viel zusammen und hat am Ende der Zeit ein neues Familienmitglied dazu gewonnen, das auch für immer ein Teil der Familie bleiben wird.

 

Wenn du auch so eine Erfahrung machen möchtest, gibt es natürlich die Möglichkeit selber ein Auslandsjahr zu machen, tatsächlich bietet DFSR aber auch an, dass ihr euch die Kultur nach Hause holen könnt, indem ihr Austauschschüler*innen aus aller Welt aufnehmen könnt. In jedem Fall ist es eine Erfahrung, die ein Leben lang bleibt!

 

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