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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Alina in Irland

Ein typischer Tag in Irland

Vor dem Auslandsjahr konnte ich mir kaum vorstellen in einem anderen Land, während ich in einer anderen Sprache spreche, mit Menschen, die noch Fremde waren zu leben- ganz zu schweigen einen normalen Alltagsablauf zu haben. Doch schon nach ein paar Wochen war genau das passiert. Deshalb würde ich dir heute gerne von einem typischen Tag in meinem Leben in Irland erzählen.

In meiner Gastfamilie hatten wir ausgemacht, dass morgens jeder seinem Rhythmus nachgehen kann. Ich stand immer relativ „früh“ auf, weil ich dies von der Schule in Deutschland so gewohnt war. Meine Gastschwestern schliefen etwas länger, da sie die Zeit morgens nicht brauchten. Nachdem meine Gastmutter uns dann um ca. 8:30 Uhr in die Schule fuhr, waren einige Schüler*innen schon dort. Da wir in meiner Schule Schließfächer hatten und nur bestimmte, von der Schule herausgegebene Beutel, mit in den Klassenraum mitnehmen durften, packten wir unsere Schulsachen dann von unseren Rucksäcken in die Beutel. Anschließend, weil wir oft noch ein paar Minuten Zeit hatten und es draußen noch sehr kalt war, gingen wir in die Kantine. Je näher sich der Zeiger der neun näherte, desto voller wurde die Kantine und gegen fünf vor neun machten wir uns dann auf den Weg in den jeweiligen Raum für den Tag. Wir brauchten nicht so viel Zeit, weil meine Schule relativ klein war und alle Räume in der Nähe der Kantine waren. 

Als Beispiel orientiere ich mich einfach mal an meinem Stundenplan für mittwochs. Insgesamt gingen alle meine Stunden jeweils eine Zeitstunde. Meine erste Stunde war Mathe. Meine Mathelehrerin bestand drauf, da wir relativ viele Austauschschüler waren, dass jeweils ein Austauschschüler*in neben einem/einer irischen Schüler*in sitzt. So habe ich eine sehr gute Freundin kennengelernt, wofür ich heute sehr dankbar bin. Was mir gleich in der ersten Folge, vor allem in Mathe auffiel war, dass die Lehrer und Schüler viel mehr mit technischen Geräten arbeiteten.

Anschließend hatten wir eine Stunde S.P.H.E. Besonders hier wurde deutlich, dass das Transition Year einige ungewöhnliche Fächer im „Angebot“ hatte. Das Fach beschäftigte sich mit Philosophie und Meditation. Der Unterricht fand im Handwerksraum statt, da dies der Raum meines Lehrers dort war. Es war nicht nur der Raum in dem mit Holz gearbeitet wurde, es war auch der Raum, der aus Holz bestand. Wir saßen nicht auf „normalen“ Stühlen, sondern auf Hockern. Die ganze Atmosphäre in dem Raum war einfach toll. Mein Lehrer sprach außerdem immer sehr leidenschaftlich über die Themen und ich habe das Gefühl, dies ist das Fach, das mich am Meisten beeindruckt hat und an das ich auch heute noch viel denken muss.

Anschließend hatten wir dann eine Pause von fünfzehn Minuten. Diese verbrachten wir häufig, vor allem bei schönem Wetter, draußen. Entweder auf den sonnenzugewandten Bänken oder wir spazierten um die Schule herum. Viele Schüler*innen spielten auch Fußball, Gaelic Football oder Basketball.

Danach hatten wir ein ganz anderes Fach, aber beide dem gleichen Lehrer. „Technology“. Hauptsächlich lernten wir hier das Erstellen von Skizzen für Häuser oder Räumen in Häusern, wie Küchen und Theorie über das Bauen von Häusern. Auch dieses Fach war sehr interessant und hätte ich in Deutschland vermutlich nicht erlebt.

Anschließend hatten wir dann Musik. Der Musikraum lag außerhalb des Hauptgebäudes in einem separaten Teil der Schule. Jeder Lehrer an meiner Schule hatte einen Raum, sodass die Schüler zu den Räumen der Lehrer gingen. Da ich Musik bei meiner Englischlehrerin hatte, war unser Musikraum quasi auch unser Englischraum. In Musik machten wir vor allem Theorie und behandelten Themen, z. B den Aufbau des Orchesters. Kurz vor „Halfterm“- Ferien hatte meine Schule ein Fest, sowie kurz vor den Winterferien, an dem es auch musikalische Einlagen gab, deshalb probten wir in Musik häufig auch für diese Veranstaltungen.

Nach Musik hatten wir dann eine Mittagspause oder „Lunchbreak“. Diese ging von 13.15- 13.50 Uhr. Hier aßen wir dann entweder in der Kantine oder draußen, wieder wetterabhängig ;) Häufig spazierten wir nach dem Essen nochmal um das Schulgebäude herum und tankten frische Luft und manchmal auch Sonnenstrahlen.

Der Nachmittagsunterricht startete dann mittwochs mit Spanisch. Mein Lehrer, der sich auch um die spanischsprechenden Austauschschüler*innen in meiner Schule kümmerte, brachte uns typische Phrasen etc., bei, indem er uns Dialoge miteinander sprechen ließ. Häufig war das ziemlich unangenehm, weil ich noch nie Spanischunterricht hatte, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Es war eine neue Erfahrung und dafür bin ich sehr dankbar :)

Anschließend war die letzte Stunde dann Kunst. Kunst war wieder in einem außerhalb liegenden Raum. Hier hatten wir Gruppen, mit welchen wir an einer Aktion namens „junk kouture“ teilnahmen. Hier ging es darum ein „Outfit“ nur aus „Müll“ zu zaubern und auch das war eine total neue, interessante Erfahrung und ließ mich dankbar zurück im TY gewesen zu sein.

Nach der Schule holte uns meine Gastmutter dann wieder an der Schule ab. Leider fuhr in unserer Richtung kein Bus. Zuhause angekommen, und nach dem Begrüßen der zwei Hunde, zogen wir uns dann von der Schuluniform in unsere Alltagskleidung um. Anschließend war unsere Tagesstruktur sehr flexibel, was toll war. Häufig machten wir unsere Hausaufgaben, spielten Karten oder machten einen Spaziergang. Im Gegensatz zu Deutschland aßen wir in Irland relativ früh zu Abend, gegen 17:00 Uhr. Es war schön hier dann über den Tag zu reden und diesen zu reflektieren. Meine ältere Gastschwester war in dem Schuljahr über uns, sodass wir alle neue Geschichten über den Schulalltag zu berichten hatten.

Irgendwann war es dann Abend und häufig schauten wir hier noch zusammen Fernsehen oder redeten einfach miteinander bis es dann Zeit war ins Bett zu gehen und ich mich schon auf den nächsten Tag freute, denn ich wusste, dass hier kein Tag gleich sein würde und die Menschen, die ich hier jeden Tag sehe, den Alltag besonders machen.

 

Alina :)