Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Jonas in Kanada

Abschiedsparty & Abreise

Der Countdown stand auf 20 Tage, dann auf 10, auf 5 und irgendwann auf 2.

Eine gute Freundin von mir sollte auch nach Kanada fliegen und so entschlossen wir uns dazu, eine kleine Abschiedsfeier zu geben. Das ganze fand dann zwei Wochen vor dem Abflug statt, damit wir noch ein wenig Zeit mit unseren Familien hatten. Für mich war diese Abschiedsparty wie eine normale Party auch, nur dass mir ständig jemand viel Glück wünschte, was ich in diesem Moment noch garnicht richtig wahrhaben konnte. Alle meine Freunde hatten mir ein T-Shirt mit einer Kanada-Flagge und ihren Unterschriften geschenkt, das ich dann einpacken und mitnehmen konnte. Dadurch, dass mir die gesamte Reise sehr unreal erschien, war auch der Abschied nicht schwer für mich. Klar war es ein großes Ding, aber mir kam es so vor als würden wir uns nur ein paar Tage nicht sehen.

Nach der Abschiedsparty mit meinen Freunden folgte die Abschiedsfeier mit meiner Familie. Meine Mama hatte meine ganze Familie für ein paar Tage zu uns Nachhause eingeladen. Mir kam alles mehr oder weniger vor wie eine nette Familienfeier, die aber nicht unbedingt meinen Abflug zum Anlass haben musste. Wir hätten genauso gut irgendeinen Geburtstag oder eine Hochzeit feiern können. Überall gab es Servietten, Teller, oder Girlanden mit dem kanadischen Ahornblatt darauf. Doch auch das verstärkte nicht das Gefühl von Abschiedsschmerz. Die Realität setzte erst ein, als mein Bruder zu mir meint,  ich sollte nochmal mit ihm mitkommen, wir würden noch ein letztes Mal auf der Autobahn fahren, denn das würde ich ja ganz sicher „drüben“ vermissen. Und so ging es los: Mein Bruder hatte geplant ,die deutscheste Autobahnfahrt für mich zu gestalten, die es je gegeben hatte. Wir kauften Brötchen und Wurst, machten Blasmusik an und fuhren auf die Autobahn. Ab diesem Moment wurde mir dann doch klar, dass es vielleicht doch nicht so gleich bleiben würde und ich es vielleicht vermissen könnte.

Dann ging alles sehr schnell. Meine Omas und mein Opa fuhren einen Tag vor dem Abflug wieder nach Hause. Der Abschied von ihnen ist mir bis heute in sehr guter Erinnerung geblieben, da ich an diesem Punkt verstand, dass ich sie wirklich ein Jahr lang nicht sehen werde. Das war ein ziemlich komisches Gefühl. Meinen „letzten“ Abend in Deutschland  am 29. August 2016 verbrachte ich in meinem engsten Kreis mit meinen Eltern, meinem Bruder und seiner Freundin und meiner Tante. Es war ein komisches Gefühl, als ich mich an diesem Tag schlafen legte, da ich wusste, dass dies die letzte Nacht in Deutschland war und ab dem nächsten Tag mein großes Abenteuer beginnen sollte. Als ich mich ins Bett legte und mein Lieblingslied hörte, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Ich freute mich riesig auf das bevorstehende Soft Landing Camp in New York und auf Vancouver Island. Doch gleichzeitig kamen in mir auch ein paar Zweifel auf, bei denen ich mich fragte ob mein Englisch überhaupt gut genug war oder wie zu Hölle ich auf eine so waghalsige Idee kam, ein Jahr 8.042 km weg von meinen Eltern zu verbringen. Aber die Entscheidung war gefallen und es gab kein Zurück mehr. Im Nachhinein betrachtet habe ich mir völlig ohne Grund Stress gemacht und zähle die Entscheidung zu meinem Auslandsjahr zu einer der besten, die ich je getroffen habe.