Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sophia in den USA

314 Tage für diesen einen Moment

Auf diesen Tag habe ich genau 314 Tage hin gefiebert. 314 Tage, in denen ich viel Vorfreude verspürt habe, in denen ich so manche Tränen geweint habe, in denen ich vor Aufregung nicht schlafen konnte, und vor allem, in denen ich viele Abschiede verkraften musste. Am 09.10.2016 habe ich mich beworben. Am 19.08.2017 bin ich losgeflogen. In mein ganz eigenes Abenteuer.

Ich weiß noch ganz genau, wie aufgeregt ich war. Ich konnte nicht essen, nicht reden und die Nacht davor nicht schlafen. Dieses Gefühl, wenn man zum tausendsten Mal seine Packliste durchgeht, um sicherzustellen, dass man auch ja nichts vergessen hat, dieses Gefühl, wenn man früh morgens aufsteht, sich ins Auto setzt und fast wie in Trance zum Flughafen fährt, dieses Gefühl kann kein einziger nachvollziehen. In dem Moment bist du auf dich allein gestellt und egal wie oft du auch allen Menschen sagst, wie du dich fühlst, niemand versteht wirklich, was du meinst. Ich konnte es gar nicht realisieren.

Da saß ich nun im Auto mit meinen Eltern, Geschwistern und meiner besten Freundin. Ich weiß noch ganz genau, wie meine Schwester alle unsere Lieblingslieder gespielt hat und wie ich fast kein einzelnes mitsingen konnte. Mir war übel. Ich war aufgeregt. Ich wollte nicht weggehen. Ich wollte so unbedingt nach New York.
Es war ein einziges Chaos von Gefühlen. Da standen wir dann plötzlich auf dem Parkplatz. Geschultert meinen Rucksack, in beiden Händen Koffer, ging ich meinem Auslandsjahr entgegen. Und alle diese Gefühle betäubten mich. Es war so viel, dass ich auf einmal gar nichts mehr wahrnehmen konnte. 

10 Minuten später habe ich dann alles gefühlt. Ich stand gerade in der Schlange zur Gepäckaufgabe mit meinen Eltern, da passierte es. Es brach einfach alles aus mir heraus. Ich fing an zu weinen und dann gab es nichts schöneres als die Umarmung und Stimme meiner Mutter, welche mir zusprach, dass alles gut werden würde. Es wurde alles gut. Danach ging alles ganz schnell. Ehe ich mich versah, stand ich vor der Sicherheitskontrolle und dann heißt es wirklich, endgültig Abschied nehmen. Es war gar nicht so schlimm wie erwartet. Es hatte etwas Beruhigendes. In all den neuen Eindrücken und Erlebnissen, konnte ich wenigstens immer auf meine Familie zählen. Sie waren so stolz auf mich. Dann bemerkte ich, dass ich auch wirklich stolz auf mich sein konnte.

Der Mut, der dazu gehört, für ein Jahr in ein fremdes Land, eine fremde Familie und eine fremde Umgebung zu ziehen, ist unglaublich groß.
Dein Auslandsjahr ist deine ganz eigene Geschichte, die dir keiner nehmen kann und die auch nie jemand so erleben wird wie du. Ein Lächeln des Sicherheitsbeamten, als ich weinend, aber lächelnd an ihm vorbeiging, schenkte mir die Kraft, das alles durchzuziehen. Ich schaute zurück. Ein letzter Blick. Ein letztes Winken. Eine letzte Kusshand. Dann drehte ich mich um. Mein einziger Gedanke war: „New York, ich bin auf meinem Weg zu dir und ich kann es gar nicht abwarten, das wohl beste Jahr meines Lebens zu starten.“