Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Nele in den USA

Der Abschied von meiner Familie und Freunden

Man würde meinen, dass die letzte Nacht Zuhause eher unruhig und schlaflos verläuft. Ich kann mich jedoch erinnern, gut geschlafen zu haben. Die Aufregung und Nervosität waren bei mir in den letzten Tagen auch eher gering gewesen. 5:00 Uhr sollte ich also aufstehen. Die Erinnerungen vom letzten Abend, ein letztes Mal Pizza essen, mit einem lachenden und weinenden Auge an die nächste Zeit denken und Musik auf dem Balkon hören, all das ging mir durch den Kopf, doch auch was vor mir lag, wurde langsam zur Realität. In ein paar Stunden würde ich in den Vereinigten Staaten von Amerika sein, um genau zu sein in New York City!

Was bestimmt für viele junge Menschen ein Traum ist, konnte ich nun verwirklichen. So
gelang es mir auch, mich zum frühen Aufstehen zu überwinden und die am Abend rausgelegten, bequemen Sachen anzuziehen. Essen konnte ich nichts, zu früh für meine Verhältnisse und ich war viel zu aufgeregt noch dazu. Die Nervosität und Aufregung kamen bei mir eigentlich erst beim Betreten des Flughafens. Wir waren um 6:00 Uhr am Flughafen, ca. 2 Stunden vor Abflug. Klingt vielleicht viel, doch die Zeit vergeht schnell bei dem ganzen Abschied, Fotos machen, Gepäck einchecken und späterer Sicherheitskontrolle. Das Gepäck einzuchecken ging schnell und war unkompliziert. Pass und, wenn schon ausgedruckt, Flugtickets vorzeigen, Koffer auf die Waage, hoffen, dass er nicht zu schwer ist, aufatmen, als alles stimmt, und mit dem Pass und Tickets wieder zurück zu den Sitzplätzen, zu meiner Familie. Mein engster Familien- und Freundeskreis war da. Im Nachhinein, wenn ich jetzt daran denke, merke ich, wie schwer mir dieser Abschied eigentlich fiel, doch damals, in dem Moment, habe ich es als überhaupt nicht schlimm oder schrecklich empfunden. Es hilft sehr, an die bevorstehenden Ereignisse zu denken.

Nach vielen Umarmungen, letzten Scherzen, dass ich ja bald wieder da wäre, und einem letzten Mal
„Tschüss“ sagen, ging es zum Passcheck vor den berühmten, weißen Milchglastüren. Mein Bruder kam mit, um sicherzustellen, dass alles gut geht, und vor dem Personal zu erwähnen, dass ich jetzt alleine für 10 Monate wegfliege, und dass sie auf mich aufpassen sollen. Ein letztes Mal winken, umdrehen und losgehen. Ab da gibt es kein Zurück mehr und ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben, so schwer er vielleicht auch war und für dich sein wird, umso mehr lohnt es sich. Die Sicherheitskontrolle hätte wie bei jedem anderen Flug, den ich davor hatte, einfach sein können. Jedoch hatte ich meine Federmappe in mein Handgepäck gelegt, wo sich natürlich auch eine Schere befindet. Also wurde ich zur Seite gerufen und sie haben mein Handgepäck geöffnet. Ich war total panisch und hatte immense Angst, dass ich jetzt nicht fliegen dürfe oder so etwas ähnliches. Der Security-Mann war jedoch sehr nett und hat mich nur nochmal darauf hingewiesen, das nächste Mal besser darauf zu achten. Ich war sehr erleichtert, habe die Schere später jedoch vor dem Langstreckenflug in Frankfurt weggeworfen. Naja das kann halt mal passieren, ist aber nicht schlimm.

Ich hatte noch ungefähr 30 Minuten bis zum Boarding und habe mit meiner Schwester geschrieben, sie etwas beruhigt und Fotos geschickt, dass es mir gut ging. Die Zeit bis zum Boarding kam mir lang vor, ging aber trotzdem irgendwie schnell vorbei. Dann kam
der Moment, das Flugzeug zu betreten, den Flugbegleitern ein freundliches Hallo zurück zu murmeln, den Platz zu suchen und sich für den ca. 50 minütigen Flug nach Frankfurt einzustellen. Als das Flugzeug begann, rückwärts zu rollen und sich in die Fahrposition zu begeben, war dies der Moment, der am schrecklichsten für mich war. Das Flugzeug stand so, dass ich meine Familie und Freunde nochmal an den großen Glasfenstern unseres eher kleinen Flughafens winken sah. Ich erinnere mich an den Moment ganz genau, da es ein unvergleichlich, schreckliches Gefühl war, so nah, aber doch so weit weg von ihnen zu sein. Es war schwer, den Blick abzuwenden und nach vorne zu blicken, aber ich habe es geschafft. Denn 5 unglaubliche Tage in New York erwarteten mich und natürlich auch meine Gastfamilie in Texas, die kennenzulernen ich kaum erwarten konnte. Und so rollte das Flugzeug auf die Startbahn, stoppte und beschleunigte wieder, bis es schließlich abhob und mein Auslandsjahr anfing