Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Alina in Irland

Meine Reise nach Irland

Abschied nehmen heißt, etwas Neuem ins Auge zu sehen

Der Abschied von der Familie und den Freunden ist wahrscheinlich ein Thema, was jedem Austauschschüler auf dem Herzen liegt und vielleicht auch Angst bereitet. Genauso ging es mir auch. Denn es ist nicht nur ein Abschied von zuhause, sondern vielleicht auch ein kleiner Abschied von der Person, die du hier warst. Wenn du wiederkommst, hast du so viel gesehen, gelernt und erlebt, dass sich manche Dinge ändern werden. Durch neue Erfahrungen und Erlebnisse werden wir zu den Menschen, die wir sind. Neue Erfahrungen heißt, sich selbst besser kennenlernen. Für mich war der Abschied von zuhause ein so einschneidendes Erlebnis, dass ich mich daran erinnere als sei es gestern gewesen. Dabei bin ich vor fast einem Jahr losgeflogen. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich mit meiner Familie traf und wir im Rahmen einer kleinen Abschiedsfeier zusammensaßen und mir bewusst wurde, dass ich im nächsten Monat zu genau dieser Zeit ca. 1000 km entfernt sein werde. Der Monat vor dem Flug war für mich gefüllt mit Packen, kreisenden Gedanken, mehr Packen und noch mehr Gedanken, die mir durch den Kopf schwirrten. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass, je näher der Abflug kam, mir der Gedanke, bald in einem fremden Land zu sein, weit weg von allem was ich kenne, immer bizarrer vorkam. Ich erinnere mich, dass ich die meisten meiner Freunde am Tag vor meinem Abflug das letzte Mal in der Schule sah. Wir haben uns umarmt, ein paar Worte ausgetauscht, es war wie jeder gewöhnliche Tag und doch wussten wir, dass wir uns erst in einigen Monaten wiedersehen würden.

Der Weg zum Flughafen

Für Einige hört sich das jetzt vielleicht etwas unverständlich an, aber eine Sache, vor der ich definitiv auch Respekt hatte, war, mich von meinem Hund zu verabschieden. Denn anders als mit Freunden oder Familien, konnte ich nicht wirklich mit ihm „sprechen“, bis ich wiederkam, neben Bildern natürlich :) Als ich diese Hürde überwunden hatte, wurde der volle Koffer nun ins Auto gepackt. Wir stiegen ein und ich wusste, dass ich die altbekannten Straßen, welche ich in und auswendig kannte, für eine sehr lange Zeit nicht mehr fahren würde. An den Weg zum Flughafen kann ich mich heute nur noch dunkel erinnern, da ich so aufgeregt war. In dem Moment war ich sehr dankbar, dass meine beste Freundin dabei war, denn sie hat mich beruhigt, indem wir uns über belanglose Sachen unterhielten. Als wir nun am Flughafen ankamen und den Koffer abgaben, war mir ehrlicherweise ziemlich mulmig zumute. Denn der Respekt vor dem bevorstehenden Abenteuer überwog in diesem Moment etwas die Freude. „Wird bei Security alles gut gehen?“ und ich weiß nicht, ob ich mit diesem Gedanken alleine bin, aber ich habe immer Bedenken, dass ich ausversehen irgendetwas dabeihabe und ich „angehalten werde“, weil man etwas in meinen Sachen gefunden hat. Was genau das sein könnte, kann ich dir auch nicht beantworten, aber solche unbegründeten Ängste schwirrten mir durch den Kopf. Die Wartezeit verging wie im Flug und so rückte der Augenblick des endgültigen Abschieds immer näher. Doch ca. eineinhalb Stunden vor Abflug war der Moment gekommen, an welchem die letzten Worte vor dem Flug ausgetauscht worden sind. Ich hätte nie gedacht, dass ich Menschen so fest umarmen könnte, doch es scheint, ich wollte die Umarmung mit nach Irland nehmen. Wir alle verdrückten einige Tränen und mit einem lachenden und einem weinenden Auge winkte ich ein letztes Mal, drehte mich um und blickte einem neuen Abenteuer ins Auge. Und mir wurde bewusst, dass das, was hier vor mir liegt, ein wunderschönes, gefühlsaufreibendes Abenteuer sein wird, dass ich nie vergessen werde. Und während „I lived“ von OneRepublic in meinen Kopfhörern spielte, hob das Flugzeug vom Boden ab in Richtung eines unvergesslichen Lebensabschnittes.