Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

Alexa in Australien

Der Flug & das Ankommen bei meiner Gastfamilie

Mein Auslandsjahr startete am 04. Juli am Frankfurter Flughafen mit dem Flug nach Hong Kong.

Direkt nach dem Start des Flugzeuges habe ich angefangen, das Buch, in das meine Eltern und Freunde geschrieben haben, durchzulesen. Es handelt sich dabei um ein kleines Notizbuch, was ich 2-3 Monate vor meinem Abflug durch meinen Freundeskreis gereicht hatte. Meine Freunde und Familie durften alles hineinschreiben, was sie wollten, und ich durfte es erst lesen, als ich im Flieger nach Hong Kong saß. Ich hab ohne zu zögern angefangen, zu weinen, und die nette Dame, die neben mir saß, hat mir direkt ein Taschentuch angeboten. Ich habe dankend abgelehnt. Ich dachte mir, dass ich mich gleich bestimmt wieder beruhige und dann entspannt ein paar Filme schauen kann. Jedoch kamen dann die Briefe meiner Eltern und ab da saß ich dann wieder leise schluchzend auf meinem Platz. Natürlich tat es weh, zu wissen, dass ich meine Familie und Freunde für ganze 10 Monate nicht sehen werde, jedoch haben mir die Briefe Mut gegeben und mich zudem von meiner Aufregung abgelenkt.

Der Flug danach war absolut entspannt was Turbulenzen oder ähnliches angeht. Jedoch litt ich, aufgrund meiner eigenen ,,Dummheit” an schlimmen Magenschmerzen. Das lag (ironischerweise) an Tabletten gegen Magenschmerzen, da ich Essen im Flugzeug nicht gut vertrage. Ich hatte jedoch aufgrund der Aufregung zwei anstelle von einer Tablette genommen. In Hong Kong habe ich mir dann die Packungsbeilage angeschaut. Dort stand, dass man nur eine Tablette alle 6 Stunden nehmen soll, da es sonst zu Nebenwirkungen wie Magenschmerzen kommen kann. Ob es jetzt an der einen Tablette zu viel oder doch an meiner Psyche lag, werde ich nie erfahren. Ich weiß nur, dass ich heilfroh war, als wir nach ungefähr 11 Stunden endlich in Hong Kong landeten. 

Die Wartezeit in Hong Kong betrug um die 2 Stunden, was man eigentlich schon als Luxus bezeichnen kann, da 3-4 Stunden Wartezeit üblich sind. Nach der erneuten Sicherheitskontrolle und Bekanntgabe des Gates, wurden aus der einen großen Gruppe viele kleine Gruppen. Einige besorgten sich etwas zu essen und zu trinken, was ich nicht konnte, da ich zu dem Zeitpunkt leider noch keine Kreditkarte hatte. Diese wurde mir erst eine Woche nach Ankunft in Australien zugeschickt. Eine weitere Gruppe setzte sich einfach ans Gate und nutzte das freie WLAN, um die 2 Stunden möglichst schnell totzuschlagen. Viele andere und ich haben sich währenddessen auf den Toiletten frisch gemacht und die Zähne geputzt und haben sich danach ans Gate begeben. 

Der Flug nach Sydney betrug um die 9 Stunden und war für mich sehr viel entspannter als der erste Flug. Ich hatte keine Magenschmerzen mehr und habe mich während des ganzen Fluges zum Großteil aufs Schlafen konzentriert. Erst beim Landeanflug auf Sydney wurde ich wieder vollständig wach und habe dann versucht, so viel wie möglich von Sydney zu erkennen (um 21 Uhr ist das nicht ganz so einfach) und habe das Einreiseformular ausgefüllt. Die Einreise und damit verbundene Pass- und Gepäckkontrolle verliefen auch sehr entspannt und jeder war sehr freundlich und sehr interessiert an uns. Uns wurden viele Fragen gestellt, wo es noch hingeht und wie lange wir bleiben. Danach ging es dann weiter zum Airport Hotel, wo wir die Nacht verbrachten und am nächsten Tag zum Soft-Landing-Camp gefahren wurden.

Am 09. Juli ging es dann für alle weiter zur neuen Heimat für den Rest des Auslandsaufenthalts. Einige wurden von den Gasteltern vom Soft-Landing-Camp abgeholt und manche, wie auch ich, flogen zu ihren Gasteltern. Am Flughafen in Sydney flogen dann einige nach Brisbane, Melbourne und lediglich eine Person flog nach Perth. Ich flog mit ungefähr 10 weiteren Austauschschülern nach Melbourne. Wir wurden in Melbourne entweder von unseren Gasteltern oder unseren Koordinatoren erwartet. In Melbourne gelandet, hatten sich alle auf der Passagierbrücke gesammelt. Wir waren alle viel zu nervös und aufgeregt, da wir wussten, dass hinter der Tür unsere Gasteltern oder Koordinatoren warten würden. Letzten Endes sind wir alle durch diese Tür gegangen und wurden in Empfang genommen. Meine Gasteltern begrüßten mich beide mit einer herzlichen Umarmung und fragten mich Fragen über meinen Flug oder ähnliches auf dem Weg zum Gepäckband. Während der Fahrt von Melbourne nach Hause, die um die 90 Minuten dauert, erzählten mir meine Gasteltern sehr viel. Der Grund dafür war, dass ich meine Gastfamilie erst eine Woche vor Abflug bekommen hatte und ich somit nur die Basic-Informationen kannte und sie auch nicht viel über mich wussten, jedoch waren mir meine Gasteltern auf Anhieb sympathisch.

Bevor wir jedoch zu uns nach Hause fuhren, machten wir einen Zwischenstopp bei meinem Gastbruder, da sein Sohn am Tag meiner Ankunft ein Jahr alt wurde. So lernte ich direkt meinen Gastbruder, seine Verlobte, deren zwei Kinder und eine meiner Gastschwestern kennen, da meine zweite Gastschwester zum Zeitpunkt meiner Ankunft in Österreich war. Auch meine Gastgeschwister und die weiteren Familienangehörigen waren mir auf Anhieb sympathisch und die älteste Tochter meines Gastbruders band mich direkt in ihr Spiel ein. Zudem war sie sehr darüber begeistert, dass sich unsere Namen ähnelten (mein Name: Alexa, ihr Name: Lexi). Nach ungefähr einer halben Stunde fuhren wir dann weiter zu uns nach Hause. Meine Gastmutter zeigte mir ausgiebig das Haus, während mein Gastvater mein Koffer in mein Zimmer brachte. Ich hatte dann kurz Zeit, mich zu entspannen und meine Sachen auszupacken, bevor wir zum traditionellen Sonntags-Essen bei den Eltern meines Gastvaters fuhren. Ich wurde somit ins kalte Wasser geworfen und lernte am Tag meiner Ankunft fast alle weiteren Familienmitglieder (was so ungefähr 30 Leuten entspricht) kennen. Am Anfang wurde ich von Namen erschlagen und konnte mir so gut wie keinen einzigen Namen merken, was sich jedoch im Laufe meines Aufenthaltes deutlich verbesserte. Meine Gasteltern und ich fuhren ungefähr nach einer Stunde wieder nach Hause, da sie merkten, dass das für den ersten Tag genug war. Zu Hause angekommen gab ich meinen Gasteltern kurz ihre Gastgeschenke und fiel dann sehr erschöpft ins Bett und hatte eine sehr erholsame erste Nacht.