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Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Conner aus Kanada

Erfahrungsbericht von Familie Pietsch

Isabella Pietsch und Familie Pietsch mit Conner, aus Kanada  
 
Es fing alles damit an, dass wir einen Gastschüler zu uns bekamen, da ich selbst nächstes Jahr ins Ausland gehe und meine Eltern sich dafür entschlossen hatten für diese Zeit jemanden bei uns aufzunehmen um mich etwas „zu ersetzen“. Doch es kam früher als geplant, denn DFSR rief uns im Juni an, um zu fragen ob wir einen 17 jährigen Kanadier für 7 Wochen bei uns haben wollen. Wir waren interessiert und bekamen sofort die Unterlagen zugeschickt. Da uns die Fotos und das Geschriebene gleich angesprochen haben, stimmten wir dem Ganzen zu.
 
Ende August war es dann auch schon soweit. Aufgeregt standen mein Vater, meine Schwester und ich am Bahnhof in Göttingen. Meine Mutter konnte nicht mit kommen, da sie am gleichen Tag ihren Geburtstag nach gefeiert hatte. Als dann endlich der Zug einfuhr und unser zukünftiger Gastschüler Conner ausstieg, wusste ich dass es eine tolle Zeit werden wird!
 
Conner war total aufgeweckt, machte überall mit und probierte auch alles was auf ihn zukam mit Spannung aus. Am Anfang war es noch etwas schwierig mit der Verständigung, da man doch langsamer reden musste als sonst, doch das änderte sich schon nach kurzer Zeit und sein Deutsch wurde immer besser. Auch er selbst merkte seine Besserung und war stolz auf sich.
 
Da ich auch in seinem Alter war, gingen wir zusammen in eine Klasse und machten die meiste Zeit etwas zusammen. Wir gingen Eis essen, Minigolfen, zusammen zum Sport oder erzählten uns einfach von unserem Leben, machten Hausaufgaben zusammen oder trafen uns mit Freunden. An einem Wochenende haben wir uns sogar bekocht: Den ersten Morgen habe ich ein typisch deutsches Frühstück gemacht und an dem anderen hat Conner dann ein typisch kanadisches gemacht - welches sehr anders, aber doch sehr lecker war. Oft haben wir auch Familienausflüge gemacht. Wir waren z.B. in Hamburg, Berlin, Wolfsburg zum Fußballspiel, bei Konzerten oder auch im Zoo, wo es für ihn besonders spannend war, da er zum ersten Mal so etwas machte. Besonders toll war unsere gemeinsame Klassenfahrt nach Köln oder auch ein großes Fest gleich am ersten Wochenende bei uns in der Stadt. Auch hatten wir mehrere Familienfeste, wo Conner wie ein Teil unserer Familie immer dabei war.
 
Es war schon komisch am Anfang jemanden mehr in der Familie zu haben, der hier lebt und die gleichen Regeln hat .Doch auf der anderen Seite hatten sich alle sehr schnell an diese “neue” Situation gewöhnt. Man hat so viel gelacht, sich erzählt und neue Dinge entdeckt z.B. wie schwer manchmal die eigene Sprache ist. Auch hat man eine ganz neue “andere” Kultur kennengelernt, ein ganz anderes Schulsystem oder erfahren, dass es viele Lebensmittel, die für uns völlig normal sind, in Kanada nicht gibt.
 
Als die letzten Wochen anrückten merkten wir, wie schnell die Zeit umging. In der Klasse beschlossen wir eine Abschiedsparty für Conner zu machen und ein kleines Geschenk, welches meine Freundin und ich fertigten. Die Idee war ein Fotoalbum mit allen Dingen, die wir zusammen erlebt hatten. Auch hatte ich die Idee, dass doch jeder einen Brief an Conner schreiben könnte zur persönlichen Erinnerung. Er hatte schon einen Verdacht, dass etwas passiert,  durch die ständigen Anrufe und die Hektik zu Hause an dem Tag. Trotzdem war die Party ein Riesenerfolg und auch das Album hatte es ihm angetan.
 
Da meine Eltern, meine Schwester und ich einen Tag nach Conners Abreise in den Urlaub flogen und Conner von seinem Vater in Deutschland abgeholt wurde, um noch eine Rundreise zumachen passte auch der Abschied. Wir trafen uns in Stuttgart, wo Conners Vater schon freudestrahlend stand. Es war eine herzliche Begrüßung und auch für Conner war es eine Riesenfreude, seinen Vater nach zwei Monaten wiederzusehen. Wir gingen noch zusammen typisch deutsch Essen und erzählten uns viel.
 
Am nächsten Tag war es dann soweit, der Abschied kam. Es war sehr traurig, da ich es die ganze Zeit nicht wahrhaben wollte. Wir schenkten Conner noch viele Kleinigkeiten, Dinge die er hier am liebsten aß und meiner Schwester und mir schenkte er Schmuck. Am meisten freute ich mich, dass er mir auch noch seine Schlafhose schenkte, die ich jeden Tag getragen hatte. Als wir uns dann alle verabschiedeten, waren die Tränen nicht mehr zu vermeiden. Ich fing an zu weinen und war sehr unglücklich. Auch Conner fiel der Abschied schwer. Jetzt war die Zeit vorbei. Doch es war eine sehr schöne, mit vielen Erfahrungen, die man nie vergessen wird, denn jetzt kann ich sagen ich habe nicht nur eine Schwester, sondern auch einen Bruder in meinem Leben gewonnen!