Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Danil in den USA

Mein erster Monat in Michigan

Hey, ich bin Danil, 16 Jahre alt und mache derzeit ein Auslandsjahr in den USA, und zwar in Sault Ste. Marie im schönen Michigan. Ich werde dich in den nächsten Monaten mitnehmen und über meine schönsten Erlebnisse und Erfahrungen berichten sowie an der einen oder anderen Stelle Tipps geben.

Jetzt ist tatsächlich schon mein erster Monat meines Auslandsjahres vorbei. Dabei war eigentlich alles ganz anders geplant: Ich wollte mein Auslandsjahr in Australien verbringen, was wegen der geschlossenen Grenzen nicht geklappt hat. Und doch war es die wahrscheinlich beste Entscheidung meines Lebens, stattdessen mein Auslandsjahr in den USA zu machen.

Doch fangen wir ganz von vorne an: Nachdem ich im Februar von Australien auf USA umgebucht und im März meine Bewerbung abgesendet hatte, bekam ich meine Gastfamilie bereits nur einen Monat später. Meine Gastfamilie besteht aus meinem Gastvater, meiner Gastmutter sowie meinen drei jüngeren Gastgeschwistern. Anfangs haben wir sehr viele E-Mails geschrieben, bis ich meine Gastmutter nach einem Monat gefragt habe, ob wir vielleicht mal ein Videotelefonat machen könnten. Seitdem haben wir uns nahezu jeden Sonntag verabredet, miteinander über den Messenger von Facebook zu telefonieren. Mir hat das sehr gutgetan, denn so konnten wir uns alle persönlich besser kennenlernen und ich konnte mich schon gut daran gewöhnen, Englisch zu sprechen.

Am 31.08. war es dann endlich so weit: Ich bin nach Amerika losgeflogen. Mein erster Flug ging bereits um 6:10 Uhr von Hamburg nach Amsterdam, weshalb wir schon früh morgens zum Flughafen gefahren sind. In Amsterdam habe ich zwei Austauschschüler getroffen, die ihr Auslandsjahr in Kanada verbringen. Daraufhin ging es dann für mich weiter nach Detroit, wo ich lange auf meinen letzten Flug warten musste, denn es gibt täglich nur einen einzigen Flug von Detroit nach Sault Ste. Marie, eine Kleinstadt auf der wenig bewohnten oberen Halbinsel Michigans. Insgesamt war ich über 24 Stunden unterwegs und bin erst in der Nacht am Zielflughafen angekommen, wo ich freundlich von meiner Gastfamilie empfangen wurde.

Meine ersten Tage verliefen ganz entspannt und ich konnte mich sehr schnell in die neue Familie einleben und mich wie ein richtiges Familienmitglied fühlen, eben weil ich vorher bereits so viel Kontakt zu meinen Gasteltern hatte und so schon Vieles wusste. Wir haben gemeinsam alle nötigen Besorgungen für die Schule und mein Zimmer getätigt und waren viel in der Gegend unterwegs, damit ich sie besser kennenlernen konnte. Am Sonntag bin ich dann auch mit meiner Gastmutter in die Kirche gegangen – es war sehr interessant.

Eine Woche nach meiner Ankunft hatte ich dann auch schon meinen ersten Schultag. Meine Schule ist mit etwa 150 Schülern, auf 12 Jahrgänge verteilt, ziemlich klein. Das Besondere an meiner Schule ist, dass sie zum Indianerreservat gehört. Auch wenn das beides erstmal etwas ungewöhnlich klingt, muss ich sagen, dass ich mir keine bessere Schule hätte vorstellen können, weil ich dort viel an Sportaktivitäten machen kann. Ich spiele hier derzeit Fußball und mache ebenso Cross Country, allerdings wechseln die Sportarten – je nach Saison. Ich habe manchmal bis zu vier Sportevents in nur einer Woche. Meistens müssen wir auch Stunden mit dem Schulbus zu Spielen fahren, da die Distanzen hier oft riesig sind.

So sieht ein typischer Schultag von mir aus: Ich stehe morgens um 6:30 Uhr auf, fahre um 7:15 Uhr los. Mein Gastvater, der auch noch mein Lehrer ist, und ich benötigen etwa 30 Minuten zur Schule. Ein paar Mitschüler und ich fahren um 8:15 Uhr mit dem Bus zum Career Center, wo ich den Health Sciences Course belege. Anschließend geht’s wieder zurück zur Schule. Zunächst habe ich dort Drama, danach Lunch, Gym und im Anschluss Algebra II, World History und Biologie.

Ich habe schon einiges in meiner ersten Zeit hier unternommen. Am ersten Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie beim Whitefish Point und im Anschluss darauf sind wir noch zu den Tahquamenon Falls, zwei wunderschönen Wasserfällen, gefahren. Auch in meiner Stadt gibt es viel zu sehen. Zum Beispiel sind hier die berühmten Soo Locks. Es gibt eine Plattform in einem Park, von der aus man die Schiffe beobachten kann, die da durchfahren.

 

 

 

Letzte Woche Mittwoch waren wir auf Mackinac Island für ein Fußballspiel. Ich finde, dass die Insel definitiv eine der schönsten Inseln, die ich kenne, ist. Bislang am besten war aber unsere Reise für ein Spiel nach Beaver Island, denn wir sind mit ziemlich kleinen Flugzeugen hin- und zurückgeflogen. Das war für mich etwas Neues und ich würde es unbedingt gerne wieder machen.

 

 

 

 

 

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so viel Neues in lediglich einem Monat erlebt habe. Es ist eine neue, einzigartige Erfahrung für mich, mein Leben in Deutschland einfach so liegen zu lassen und für 10 Monate ein total anderes Leben zu leben und doch hat sich dieses Leben für mich mittlerweile schon so normalisiert, dass es sich anfühlt, als hätte ich schon immer hier gelebt und merkwürdigerweise denke ich auch so gut wie nie an Deutschland zurück. Jetzt, wo ich mich an alles gewöhnt habe und meine tägliche Routine entwickelt habe, kann ich meine folgenden Monate in den Vereinigten Staaten entspannt und glücklich verbringen sowie meine besten Erlebnisse jeden Monat mit dir teilen!

Dein Danil