Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Kilian in den USA

Weihnachten in den USA

Wie alles begann

Ich hatte mir vor ein paar Jahren nie vorstellen können, dass ich einmal tatsächlich in Amerika erleben darf, morgens Geschenke auspacken zu können. Es war früher immer ein Traum von mir, wie in der Serie Hannah Montana oder ICarlie morgens die Treppe hinunter zu spazieren und auf dem Weihnachtsbaum, der von Geschenken umpackt ist, entgegen zu laufen.

Ich hatte aber nie gedacht, dass ich meine Sichtweise auf Weihnachten jemals so ändern werde. Das klingt jetzt vielleicht sehr dramatisch, das ist es aber überhaupt nicht.

Um es mal so zu erklären, ich war immer in einer kleinen Familie während des Weihnachtsfests. Meistens mit meiner Mom und meinen Großeltern. Und wenn man das sein ganzes Leben lang gewohnt ist, dann fällt einem nicht auf, in was für einem Kreis man lebt. Wie sehr man sich an die "Comfortzone“ gewöhnt hat und da nicht rauskommt. Und genau das habe ich dieses Jahr an Weihnachten gelernt. Meine Gastmama meinte von Anfang an, dass Weihnachten sehr schwierig werden kann für Austauschschüler.

Schließlich lebt man sein ganzes Leben lang verkapselt mit seinen Kulturen und seiner Umgebung und schwups… Alles ist anders.

Um es mal ganz verständlich erklären zu können, werde ich den chronologischen Ablauf meines Weihnachtsfestes wiedergeben.

Dezember 24: Meine Gastmama, Alessia und ich hängen Beleuchtungen auf. Glaubt es mir oder nicht, aber der 24. ist für die Amerikaner so spät, als würden wir unsere Weihnachtsbeleuchtung am 1. Januar aufhängen. Ich habe gemerkt, dass sobald der November vorbei ist, alle wie auf Knopfdruck in Weihnachstimmung sind. Und ich, als Norddeutscher, bin es gewohnt, dass wir unsere Weihnachtsbeleuchtung spät aufhängen.

Für meine Gastmama war es total komisch, die Lichterketten, den Fake-Snow und Weihnachts-Kugeln so “kurz” vor Weihnachten aufzuhängen. Für mich und Alessia war es aber komplett normal.  Im generellen sind die Texaner etwas besonders wenn es um Weihnachtsdekorationen geht. Wir sind eine Woche vor Weihnachten in eine typische 'amerikanische' Nachbarschaft gefahren, weil meine Gastmama ganz genau wusste, was wir dort finden werden- eine große Villa mit eigenem Radiosender und einer animierten Lichterschau. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ihr könnt euch wirklich nicht vorstellen wie Alessia und ich dasaßen, mit offen Mund und großen Augen.

Ich finde es unfassbar, dass (gerade in Nachbarschaften) die Konkurrenz, das beste Weihnachtshaus zu haben, immense ist. Einer hat einen Schlitten mit Rehen im Garten, der andere ein Disney-Theme, und nebenan, ja dort kann man dann das Wunderland sehen.

Einfach krank! Gerade, weil ich aus einem kleinem Dorf komme, in dem die Leute fast gar nicht öffentlich dekorieren.

Da freue ich mich über ein paar Lichterketten...

Bescherung

Jetzt geht es weiter mit der Bescherung. Ich habe natürlich auch viele Geschenke für meine Gastgeschwister und meine Gasteltern eingekauft. Ich wusste zwar, dass es teuer werden kann, aber dass ich im Endeffekt auf eine Summe von 300$ für Geschenke komme, hätte ich nie gedacht. Ich habe doch einfach nur “Kleinigkeiten” für sie eingekauft?! Aber das war ok, das ist das Mindeste was ich zurückgeben kann.

Ich bin aber nicht davon ausgegangen, dass wir alle so viele Geschenke haben. Glaubt mir, wenn Ich euch sage, dass es kein Weihnachtsbaum mit Geschenken war, sondern Geschenke mit einem Weihnachtsbaum.

Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Geschenke gesehen. Das krasseste war, dass das noch nicht einmal die Hälfte war. Die andere Hälfte lag in einem anderen Raum, weil wir nicht genügend Platz hatten.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich “Wie war denn Weihnachten jetzt” “ Was hast du bekommen”, das werde ich jetzt beantworten.

Ich bin am Weihnachtsmorgen um 9 Uhr morgens nach unten spaziert, und da war dieser Gedanke, mein alter Traum, den ich als kleines Kind hatte. Ich stand also tatsächlich vor dem Weihnachtsbaum, am 25. Dezember. Ich muss dazu sagen, dass ich es etwas ungewohnt finde, am Morgen Weihnachten zu feiern, aber dazu werde ich gleich kommen.

Wir saßen nun da, mit Oma, Opa, Uroma und der ganzen Familie und haben die gefühlten 500.000 Geschenke ausgepackt.

Alessia und ich warteten gespannt ab und haben unsere Gastgeschwister beobachtet, wie sie freudig die Geschenke auspacken. Das war auch einer meiner Highlights aus dem Weihnachten, dass ich dieses Jahr gefeiert habe.

Meinung über mein Weihnachten..

Wie habe ich Weihachten empfunden?

Im Großen und Ganzen habe ich Weihnachten als etwas Schönes empfunden. Doch trotzdem muss ich dazu sagen, dass das Weihnachten bei uns einfach für mich kein Weihnachten war. Wir haben von Papptellern gegessen und das mit Plastikgeschirr. Normalerweise ist meine Familie in Deutschland sehr 'picky' über das Weihnachtsessen und dem Ganzen. Doch hier war es etwas zwischen einen Sonntagabend als Familie und.... vielleicht Weihnachten.

Aber am Ende des Tages schätze ich diese Erfahrung. Ich bin so unfassbar dankbar dafür, dass ich die Chance habe, mal einen Einblick in ein anderes Leben zu haben, eine andere Familie zu sehen.

Fazit

Fazit: Ich denke, dass dieses Weihnachtsfest eine einmalige und einzigartige Situation war. Ich habe viele schöne Dinge erlebt und freue mich sehr, dass ich hier Weihnachten erleben durfte. Doch trotzdem bleibt mein Herz in Deutschland, wenn es um diese Tradition geht.

Mir ist bewusst geworden wie tief verankert die Traditionen sind und erst seitdem ich das erkannt habe, schätze ich diese.

Ich weiß das dieser Blog nur über Weihnachten handelte, jedoch wollte ich den Fokus genau darauflegen.

Normalerweise erzähle ich von mehreren Erlebnissen, aber ich denke, dass es besser ist, wenn ich euch etwas detailreich über mein Weihnachtswunder erzähle.

Vergesst bitte nicht, dass egal wo ihr seid, ihr seid nie alleine! Es ist okay sich einsam zu fühlen. Lasst es zu und versucht nicht euch in das perfekte Weihnachten hinein zu drücken.

Am Ende des Tages macht euch genau das stärker und zu dem Menschen, der ihr gerade seid.

 

Here you next time, have a great day, bye! <3