Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Aenna in Florida

Mein letzter Schultag

Heute war es soweit… Ich hatte meinen letzten Schultag. Ein letztes Mal habe ich morgens meine Schuluniform angezogen. Die Mühe, mich zu schminken habe ich mir erst gar nicht gemacht, weil ich wusste, dass sie vom Weinen sowieso verschwinden wird.

Anschließend bin ich ein letztes Mal in den Bus gestiegen, bei dem die Klimaanlage mal wieder viel zu kalt gestellt war. Ein letztes Mal bin ich durch die Eingangstüren der Lake Mary Preparatory School gegangen, wo ich, wie jeder andere schon vom Direktor erwartet wurde, der nachgeguckt hat ob wir auch korrekt unsere Schuluniform tragen.

Ein letztes Mal habe ich mich durch die viel zu engen und überfüllten Gänge gezwängt, zu meinem Locker. Die Zahlenkombination konnte ich vom vielen Öffnen mittlerweile schon im Schlaf. Heute musste ich ihn aber ausräumen und beim Abmachen von all den schönen Dekorationen, die mir meine Freunde während des Jahres draufgeklebt haben, sind mir schon Tränen in die Augen geschossen.

Anschließend bin ich ein letztes Mal zu einem der Tische in den Gängen gegangen, um mich mit meinen Freunden zu unterhalten. Wie jeden Tag haben sie währenddessen schon Fast Food zum Frühstück gegessen, trotzdem war die Stimmung heute anders…Danach bin ich ein letztes Mal zu meiner Photography Klasse gegangen und habe das letzte Mal brandneue iMacs anstatt Computer aus der Steinzeit benutzt…Ein letztes Mal habe ich online meine Noten gecheckt.

Ein letztes mal habe ich zusammen mit all meinen Freunden Lunch gegessen und bin zu meinen 8 Stunden Unterricht gegangen, bis ich dann einige Leute das letzte Mal gesehen habe… All die Leute, die ich jetzt für ein ganzes Schuljahr täglich gesehen habe.

Es war sogar ein schwerer Abschied als damals von Deutschland, weil ich nicht weiß wann und ob ich wiederkomme, obwohl ich auf jeden Fall plane, alle mal wieder besuchen zu kommen. Den Rest der Woche haben wir nur noch Exams, die ich aber nicht mitschreiben muss, da meine Noten gut genug sind. Das heißt, ich habe noch 4 Tage, in welchen ich mich mit meinen Freunden treffen kann.

Meine Eltern werden dann diese Woche kommen und wir reisen in den USA herum. Endgültig zurück nach Deutschland komme ich am 6. Juni. Ich freue mich natürlich schon total, jeden wiederzusehen, aber gleichzeitig fällt es mir extrem schwer, diese ganze schöne Zeit hinter mir zu lassen. Ich finde, gerade am Ende bin ich mit all meinen Freunden noch enger zusammengewachsen. Ich werde all die Strandtage, Ausflüge zu Universal, Poolpartys, die Gelassenheit der Amerikaner, allgemein einfach die ganze schöne Zeit einfach so sehr vermissen. Es wird mir fehlen, jeden Tag nach der Schule mit meinen Freunden Training, oder ein Spiel zu haben und vor allem die ganzen langen Busfahrten, auf denen wir gefeiert haben, wenn wir ein Spiel gewonnen haben, werde ich vermissen.

Auch das Internat wird mir fehlen. Natürlich war es nicht immer einfach, mit fast 40 Leuten zusammen zu wohnen, aber allgemein war es einfach eine wunderschöne Zeit. Wir sind alle während des Jahres so sehr zusammengewachsen. Es war so leicht, mal schnell jemanden zu finden, der mit in die Mall, oder zum Pancake Essen im Brunch Cafe gehen möchte. Ich hatte immer Leute um mich herum, mit denen ich Volleyball, Fußball, Basketball, Tennis, Kicker, Tischtennis, Billiard,... spielen konnte. Am meisten werde ich aber unsere Monopoly-, Poker- und Uno-Spiele bis 3 Uhr morgens vermissen…Aber das ist jetzt bald leider alles vorbei, was ich kaum glauben kann.

Bevor ich hier hergekommen bin, haben mir schon andere Austauschschüler erzählt, dass die Zeit schnell vergeht, aber dass sie wirklich so schnell vorbei ist, hätte ich wirklich niemals gedacht. Das Jahr hat sich wie ein Monat angefühlt. Wenn ich aber auf das Jahr zurückblicke, fällt mir auf, wie viele wunderschöne Dinge ich hier erlebt habe und auch, wie sehr ich mich verändert habe.Meine Freunde haben gestern gesagt: “Wisst ihr noch, als sie am Anfang des Jahres so ruhig war? Das könnte ich mir jetzt an ihr jetzt gar nicht mehr vorstellen”. Aber damit hatten sie auch recht. Obwohl ich vorher nie wirklich schüchtern war, bin ich hier nochmal extrem aus mir rausgekommen. Ich habe neue Freunde gefunden und so viel erlebt, wie ich in Deutschland niemals erlebt hätte. Also ein Ratschlag an alle, die noch am überlegen sind, ob sie den Schritt ins Ausland wagen sollen: Macht es! Es wird euch so viel Positives bringen, ihr werdet nicht nur eine Sprache fließend lernen, neue Freunde finden, eine neue Kultur entdecken oder unglaubliche Dinge erleben, sondern ihr werdet extrem viel fürs Leben lernen. Allgemein kann ich sagen, dass es die bisher beste Entscheidung meines Lebens war.