Dr. Frank Sprachen & Reisen

Ausland macht schlau!

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Sophie in Michigan

Ankunft in New York und Michigan

Ein Schüleraustausch nach Amerika ist eine spannende, neue und einzigartige Erfahrung, die einem hoffentlich für immer in Erinnerung bleibt. Aber aller Anfang ist schwer, für manche mehr als für andere, doch für alle eine Challenge und in gewisser Weise auch eine Mutprobe. Plötzlich läuft alles in Englisch, egal ob Einkauf oder Hausaufgabe, man ist auf einer neuen Schule in einer neuen Familie und muss sich oft alleine zurechtfinden.

Mein Name ist Sophie, ich bin 15 Jahre alt und dies sind meine ersten Wochen in Amerika.

New York
Alles beginnt mit einer der wunderbarsten Städte der Welt - New York City. Meine Ankunft im Big Apple war am 23. August, nach zwei langen Flügen und ein paar lose geknüpften deutschen Kontakten, in Newark. Im Hotel, die Gruppe durchgemischt mit Deutschen, Koreanern, Skandinaviern und Italienern. Natürlich war es zum Zeitpunkt unserer Ankunft schon sehr spät, also erstmal Augen zu und schlafen.

Am ersten Tag, nach einer Einführung und einer Art Seminar, ging es gleich in die Stadt, und glaubt mir, für jemanden, der noch nie in der Weltstadt New York war, ist es einer der wunderbarsten Momente, mit dem Gruppenbus in die gefüllten Straße voller neuer Menschen, Eindrücke, Schilder, Läden und Sehenswürdigkeiten zu fahren. Egal ob das stetige Treiben in den Avenues oder das Picknicken im Central Park - New York ist die Millionenstadt, die niemand verpassen sollte.  

Nach einem leckeren Mittagessen in der Grand Central Station trafen wir auf unseren Guide Mike, wahrscheinlich einer der sympathischsten älteren Menschen, die ich je getroffen habe. Unser erster Weg führte in einen wunderschönen Park, mit einem reich verzierten, großen Springbrunnen, Sängern und sogar einem Model mitten im Photoshoot. Das kurioseste in diesem idyllischen Park war allerdings ein junger Mann, der ganz entspannt eine Königspython mit sich herum trug...praktischerweise um den Hals. Nach einer halben Stunde im Park ging es weiter auf der Stadtrundfahrt. Nach ein paar lustigen Posen mit Statuen von verschiedenen Persönlichkeiten sahen wir die wohl größte Statue - Atlas, wie er den Himmel auf seinen Armen trägt, vor dem Rockefeller Center in Midtown Manhattan.

Little recap: Atlas ist ein Titan in der griechischen Mythology, der nach den großen Krieg der Götter und Titanen dazu verdammt wurde, auf ewig den Himmel auf seinen Schultern zu tragen. John D. Rockefeller, oft auch “Robber Baron”  war ein Geschäftsmann, der das Ölgeschäft revolutionierte, aber allerdings auch viele sogenannte Monopolies gründete, Bündnisse mit kleineren Fabriken, die sie Eigentum der “Standard Oil Company” machten und schnell alle anderen Ölmärkte verarmen ließen. Über Rockefeller werdet ihr noch sehr viel in US History lernen.


Nach einer mehrstündigen Stadtrundfahrt und einem kleinen Abstecher in die 5th Avenue hatten wir dann alle Zeit, uns alleine in die Stadt aufzumachen, ich mit meinem neu gewonnenen Freund Sixten. Mein Weg führte dann auf das Observationsdeck des Rockefeller Towers, das wohl die atemberaubendste Aussicht hat, die ihr in euren Augen je sehen werdet. Nach ein paar weiteren Stunden in der Weltmetropole und Abendessen holen in Whole Foods, ging es dann aber auch zurück ins Hotel und für mich direkt ins Bett.

Am zweiten Tag sind wir, mal wieder, in die Grand Central Station gegangen, um dort nach einem Seminar das Mittagessen zu genießen. Ich und meine Freunde haben uns etwas leckeres bei Shake Shack geholt, leider mit einer Wartezeit von um die 20 Minuten. Danach fuhren wir mit dem Gruppenbus zu einem großen Anlegeplatz für Boote, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf New York hatte. Wir haben sogar die Freiheitsstatue in der Ferne entdeckt!

Eine Sache, die mir sehr gut in Erinnerung blieb, war ein Kunstwerk, das man, unserem Gruppenleiter Mike zufolge, sehen, hören und fühlen konnte. Das hat uns natürlich alle in Aufregung versetzt! Als nächstes machten wir uns zu einem überaus historischen, aber auch tragischem Ort der Geschehnisse auf, dem 9/11 Denkmal. Für jeden, der noch nicht da war: Anstelle der Twin Towers, die zwei boomenden Geschäftstürme, die einst einen Mittelpunkt der Millionenstadt signalisierten, sind nun zwei riesige Denkmäler an exakt den Umrissen der Türme gebaut worden. Mit Namen der ermordeten Leute beschriftet, eine Rose neben jedem Namen, deren Träger am heutigen Tag Geburtstag gehabt hätte, und jeweils einem Wasserfall in der Mitte, werden sie wohl noch sehr lange dort stehen und die Menschheit an eines der wohl schrecklichsten Attentate erinnern.

Nachdem wir um die Denkmäler gegangen waren, mit einem schnellen Abstecher in ein von einem italienischen Architekten gebauten Einkaufszentrum, ging es an einen der wohl historischsten Plätze überhaupt in New York - dem Trinity Church Friedhof. Viele werden jetzt sicher in Verwirrung Wikipedia zu Rate ziehen wollen, aber keine Sorge, eine Erklärung kommt. Für jeden, der das Musical Hamilton kennt, wird dies nur wiederholtes Wissen sein, aber Alexander Hamilton, Eliza Hamilton  und Philipp Hamilton, zusammen mit Elizas Schwester Angelica Schuyler Church und Hercules Mulligan, sind allesamt auf diesem Friedhof begraben. Für jeden, der sich mit der Geschichte zur Zeit von Washington und Jefferson auseinandergesetzt hat, sollte Hamilton kein neuer Begriff sein, aber für jeden, der eher in die deutsche Geschichte geschaut hat: Alexander Hamilton war der Finanzminister der USA, ein Gründervater der Staaten und enger Freund von Marquis de Lafayette, Hercules Mulligan und besonders John Laurenz. Er war außerdem einer der drei Väter der amerikanischen Verfassung. Finanziell stabilisiert durch die Hochzeit mit Eliza Schuyler, mit der er mehrere Kinder, unter anderem Philip, hatte, stieg er, aufgrund seines ungewöhnlichen Ehrgeizes, sehr schnell auf und wurde der “Right hand man” des Präsidenten.

Nach dieser hoffentlich relativ lehrreichen Kurzerklärung geht es nun zurück nach New York. Unser letzter Stop, nachdem wir uns mal wieder in Gruppen aufgeteilt hatten, waren China- und Italy Town. Egal ob lustige Schilder, ausländische Restaurants, leckeres Gebäck, oder außergewöhnliches Graffiti, in keiner der beiden Towns wurde uns jemals langweilig. Dieser Tag hieß aber leider auch Abschied nehmen von unserem Guide Mike.

Am letzten Tag in New York taten wir letztendlich nur zwei Sachen, was sie allerdings nicht weniger cool machte: Wir gingen in den Central Park und in eine der größten Malls, in der Nähe unseres Hotels. Nachdem wir uns Mittagessen geholt hatten, diesmal in Whole Foods, machten wir uns auf zum wohl bekanntesten Park der Welt. Ich und meine neu gewonnenen Freunde waren tatsächlich die ganze Zeit auf den Beinen, genossen die Aussicht, spielten Ball, posierten oder gingen den heißesten Trends  nach. Nach ungefähr vier Stunden in der Großstadtidylle ging es dann in eine komplett andere Welt...die Mall. Ich probierte Tiaras an, bestaunte Lifesize Stormtroopers aus Lego und ging in meinen absoluten Lieblingsladen in Amerika, Hot Topic. Als jemand, der in unzähligen sogenannten “Fandoms” ist, ist die mit Harry Potter, Supernatural, Star Wars und unzähligen Büchern, Serien, Popkulturen und Filmen volle Ladenkette ein wahres Paradies.

Michigan
Und nun kommen wir zu dem Teil, der allen am meisten Angst macht, und mir nicht weniger. Die Ankunft in dem Staat, der für zehn volle Monate dein neues Zuhause sein wird. In dem Moment, in dem ich das zweite Flugzeug bestieg, wusste ich, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Ich stellte mir schon sehr lebhaft vor, wie es sein würde, meine Familie zu treffen, in das fremde Auto zu steigen und ein komplettes Jahr voller neuer Erlebnisse und Menschen nun so real vor mir liegen zu sehen. Um das ganze ein wenig einfacher zu machen, werde ich ein paar Themen ansprechen und voneinander differenzieren.

Meine Gastfamilie
Meine Situation war ein wenig anders als deine wahrscheinlich sein wird, denn ich bekam meine Familie erst am letzten Tag in New York, da meine vorherige Familie sehr kurzfristig abgesagt hatte. Ich hatte also praktisch keine Information über meine Gastfamilie, bis auf ihre Namen, ein Foto und die jeweilige E-Mail Adresse. Als ich jedoch am Flughafen mit offenen Armen und einem Schild mit meinem Namen begrüßt wurde, wusste ich sofort, dass das kommende Jahr nur gut werden konnte. Meine Gastfamilie besteht aus einer 17-jährigen Gastschwester namens Laura und meinen Gasteltern, Kathy und Scott. Wir haben außerdem zwei Katzen, Tiger und Billy, und eine Hündin namens Maisy. Bis jetzt, also schon fast zwei Monate, habe ich nichts außer Support, Nettigkeit und Liebe von meiner Familie erhalten, von der engen Familie als auch von meinen “Tanten”, der Oma etc.

Meine Schule
Die Schule, die ich im Moment besuche, trägt den Namen Chippewa Hills High School und ist Teil des Chippewa Hills School Districts, der u.a. auch Mittel- und Grundschule beinhaltet. Wenn du in Amerika ankommst, wirst du wahrscheinlich ein Sophomore sein, was unserer 10. Klasse gleichrangig ist. Die Schulen in Amerika sind anders, definitiv, allerdings nicht unbedingt im negativen Sinne. Dir wird alles viel enger vorkommen, der Sportplatz und die Sporthalle allerdings umso größer. Apropos Sport: Falls du ein Sportfan bist, dürfte Amerika genau das richtige für dich sein. Football, Soccer, Basketball, Volleyball, Cheerleading, Golf...das sind nur ein paar der Möglichkeiten, die die High Schools bieten.

Etwas, das in den Schulen auch ganz groß ist, ist der sogenannte “school spirit”. Jeder antizipiert die neuen Footballspiele, egal ob Home- oder Away-game, es gibt “spirit weeks” Plakate für die Sportler (und Pappfiguren in Lebensgrösse), Sammelaktionen zugunsten der Schule und vieles mehr. Was den Stoff und die Fächer angeht, werdet ihr ebenfalls sehr große Unterschiede bemerken, nicht nur das es auffällig leichter sein wird, Einsen zu schreiben, sondern auch dass Unterricht Spaß macht und man die Fächer selbst wählen kann.

Das Schuljahr ist in drei Trimester aufgeteilt, in dem man jeweils die gleichen fünf Fächer (also fünf unterschiedliche pro Monat) hat, jeden Tag. Eine Stunde dauert länger als in Deutschland, 68 Minuten an meiner Schule, und 20- oder 15- Minuten Pausen gibt es leider nicht. Dafür aber eine feste Mittagspause.

Freizeitaktivitäten
Ich suchte mir die Aktivität aus, die wahrscheinlich jedes deutsche Mädchen, das es nach Amerika verschlägt, zumindest in Betracht zieht...Cheerleading. In den engen Uniformen, mit den kurzen Röcken und großen Schleifen im Haar, vor den Footballspielen zu stehen und das Team anzufeuern, ist eine einzigartige und sehr besondere Erfahrung. Jeden Dienstag ist Konditions-, Flexibilitäts- und Stunttraining, die restlichen zwei Trainingstage werden Cheers und Chants geübt. Man lernt nicht nur neue Leute kennen und ist in engem Kontakt mit dem School Spirit, sondern hat auch eine Riesenportion Spaß und Tatendrang. Alles wird im Team gemacht, egal ob Aufbauen, Problembewältigung oder Haare, beim Cheer gibt es kaum Einzelgänger. Cheer gibt es leider nur im ersten Trimester, d.h. ich werde wahrscheinlich demnächst bei den Pommettes, einer Tanzgruppe, anfangen. Davon aber mehr nächsten oder übernächsten Monat!



Freunde
Freunde zu finden ist wahrscheinlich für jeden unterschiedlich schwer, bei mir ging es allerdings sehr schnell und schmerzlos. Gleich in der ersten Stunde, am ersten Tag, wurde ich von ein paar neugierigen Freshmans angesprochen, Maddie und Leanna, mit deren gesamten Freundeskreis ich jetzt ziemlich eng befreundet bin, die beiden natürlich inkludiert. Ein paar Freunde habe ich auch im Sophomore-, Junior- und Senior-Jahr. Autofahren kann von ihnen allerdings trotzdem keiner, wie es hier üblich ist, also bringt der Altersfaktor mir eher wenig :). Freunde wirst du wahrscheinlich über deine Interessen, oder einfach durch den Fakt finden, dass du ausländisch bist, da das an der Schule, vor allem wenn sie klein ist (wie meine), sehr schnell die Runde machen wird. Mein Freundeskreis z.B. ist genau wie ich sehr an Serien, Büchern, Videospielen und Musicals interessiert. Ein paar meiner engsten Freunde hier wären: Jordan, der genau wie ich ein Sophomore ist und im Drama Club, Maddy, ein Freshman bei den Pommettes, Leanna, ebenfalls ein Freshman und riesengroßer Star Wars Fan, Ashley und Emelie, zwei weitere Freshmen und ein Paar, Autumn und Jackson, ebenfalls ein Paar und zu guter letzt Marissa, mit der man überaus gut Quatsch machen kann.

Sophie berichtet über ihre Erlebnisse in Michigan. Möchtest du deinen Auslandsaufenthalt auch in den USA verbringen? Wir beraten dich gerne!

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